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OD 0710 - Vorschau - Chiemgau Touren Heiko Mandl

Die besten Wander-Touren im Chiemgau

Kleinod im Voralpenland

Zwischen Chiemsee und dem Alpenbogen ruht der sanfte Chiemgau. outdoor zeigt die schönsten Touren im Chiemgau für Gipfelstürmer und Genießer.

Chiemgau: Wandern im Land der Seen

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Der Chiemgau ist ein Ort zum Verlieben: Blau schimmern klare Seen zwischen grünen Hügeln, und nach Süden hin wachsen grau die ersten Gipfel der Alpen aus der sanften Landschaft. Zu den ersten, die sich in sie verguckten, gehörten die Benediktinerinnen. Sie haben sich gleich einen der schönsten Flecken im bayerischen Alpenvorland gesichert und auf der Frauen-Insel eingerichtet, einem der drei idyllischen Eilande im tiefen Blau des Chiemsees. Das war im achten Jahrhundert. Später kamen Prominente: Schriftsteller wie Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma wurden zu Wahl-Chiemgauern, und sogar eine ganze Künstlerkolonie namens »Frauenchiemsee« hat sich hier gebildet.

Die schönsten Touren im Chiemgau

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Chiemgau: Ein Paradies zum Träumen

Ludwig Thoma schwärmte noch bis in seinen Lebensabend hinein vom Chiemsee und seiner Umgebung: »Der Chiemsee! Wenn ich die Augen schließe, und, sei es, wo immer, Wasser an Schiffsplanken plätschern höre, erwacht in mir die Erinnerung an die Jugendzeit, an Stunden, die ich im Kahn verträumte, den See rundum und den Himmel über mir.« Seinem Namensvetter, dem Märchenkönig Ludwig II. von Bayern, gefiel es im Chiemgau sogar so gut, dass er sich dort gleich ein Schloss gebaut hat: auf Herrenchiemsee, der größten der Inseln. Die Gartenanlagen mit ihren Fontänen und Figuren hat der Hofgärtendirektor Carl von Effner 1875 dem Park von Versailles nachgestaltet.

Worin liegt der Reiz des Chiemgaus? Berge gibt es auch anderswo, viel monumentalere sogar, mit viel wuchtigeren Panoramen. Und blaue Seen funkeln nicht nur hier. Aber es schwebt etwas Leichtes, Beschwingtes über dem Chiemgau, so als sei alles nur dafür geschaffen, genossen zu werden. Während im Frühsommer die Alpen noch unter einer Schneedecke auf die ersten Hitzetage warten, verwandeln sich die berühmten Gipfel der gut 50 Kilometer langen Chiemgauer Alpen schon in blühende Paradiese: Hochfelln, Hochgern und die Kampenwand – allen voran aber der Geigelstein, der zu Recht als Blumenberg der Region gilt. Der Pyramidengipfel des zweithöchsten Berges im Chiemgau ist im Frühjahr übersät mit verschiedenen Orchideenarten, und auch Edelweiß und der blaue Enzian kommen im Naturschutzgebiet häufig vor. Keiner der Gipfel knackt die 2000-Meter-Marke, und doch ist jeder von ihnen ein Wandertraum. Gut ausgebaute Wege führen auf die Gipfel, dazwischen sorgen viele bewirtschaftete Almen für Stärkung.

In der Höhe regiert die Stille

Von hoch oben erschließt sich der Zauber der Region besonders gut. »I gangert gern auf d‘ Kampenwand, wenn i mit meiner Wamp‘n kannt« – ein geflügeltes Wort unter den nicht gar so Sportlichen, wenn sie unten im Tal bei Aschau stehen und weit über ihren Köpfen die weiße Wand thronen sehen. Aber keine Bange: Im Zweifelsfall geht es per Bahn bis nah an den Gipfel. Sobald man sich vom Ausstieg und der nahe gelegenen Berghütte entfernt, schlängeln sich die Wege verlassen durch die grünen, felsdurchsetzten Hänge. Stille regiert. Die letzten Meter nach oben sind steil, oben quert man dann durch das Felsmassiv zum Gipfelkreuz. Das hat beinahe Klettersteigcharakter, für Schwindelfreie ein Vergnügen. Und der im Tal so imposante Chiemsee sieht vom Gipfel aus wie ein kleiner Schwimmteich. Im Süden aber begren­zen Bergpromis wie der Großglockner und Großvenediger den Horizont.

Touren

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Auf die Kampenwand

Chiemgau: Wandern im Land der Seen

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Im ersten Abschnitt, der meist durch schattenspendende Wälder bergauf führt, sieht man schon die grauen Felsen der Kampenwand. Auf halbem Weg zum Zwischenziel, der Steinling-Alm am Fuße der Kampenwand, versteht man zum ersten Mal wirklich, warum es die Menschen immer wieder in den Chiemgau zieht: Der Blick reicht weit über die Ebenen und hinab zum Bayerischen Meer, auf dem weiße Boote ihre eleganten Bahnen ziehen.

Etwas abseits der Steinling-Alm trotzt eine steinerne Kapelle mit Holzdach Wind, Wetter und Sonnenschein. Sie hält das Andenken an die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Chiemgauer wach. Jeden letzten Sonntag im August treffen sich hier einige tausend Gläubige, um nach bayerischem Brauch den Gedenktag zu begehen: Unter bunten Fahnen ziehen Gebirgsschützen und Musiker hinauf. Den Rest des Sommers nutzen Wanderer die Kapelle als Rastplatz, denn die meisten wissen nicht um die Bedeutung dieses Kunstwerks aus Stein.

Die schönsten Touren im Chiemgau

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Auf den Hohen Staufen

Chiemgau: Wandern im Land der Seen

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Unten liegen die Hänge in dichtem Wald; oben lösen Felsen das frische Grün ab. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts verlief die Landesgrenze zwischen Österreich und Bayern über seine Gipfel; heute ist der Hausberg der Bad Reichenhaller fest in deutscher Hand. Freunden schwindelerregenden Nervenkitzels bietet er seit 2003 ein Schmankerl: Der Pidinger Klettersteig führt ab der Steiner Alm durch die Nordabbrüche des Staufen auf den Gipfel. Sogar Klettersteigfreaks sind an den ausgesetzten Passagen schon gescheitert, denn der Steig gehört nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den schwersten in Deutschland.

Wen der Klettersteig-Virus nicht infiziert hat, der nähert sich dem Gipfel am besten über die Nordvariante des Normalwegs. Zu Beginn macht eine Tafel auf die abgelegene Reichenhaller Hütte aufmerksam: Der Hüttenwirt bittet darum, man möge ihm ein paar der bereitliegenden Holzscheite mitnehmen. Mit den Klötzen im Rucksack geht es über schroffe Felsen und Geröllfelder hinauf und hinauf. Je näher der Gipfel rückt, desto abweisender und steiler wird das Gelände. Die Gämsen, die hier mühelos in den Wänden herumspringen, machen es vor. Oben verwöhnt die luftig gelegene Reichenhaller Hütte auf 1750 Meter Höhe die Gipfelaspiranten mit einer deftigen Brettljause und bayerischem Bier. Angenehm satt beobachtet man auf der Terrasse, wie die Sonne in einem orange-roten Feuerwerk über dem Chiemsee untergeht. Dann steigt die Nacht herauf, und die vielen Lichter von Salzburg und Bad Reichenhall erzählen vom Trubel unten im Tal. Selbst unter der Woche trudeln Bergfreaks ein, die nach der Arbeit noch eben den Aufstieg nehmen, oben übernachten und in aller Herrgottsfrüh zur Arbeit hinabwandern.

Wer mag, kann im Chiemgau aber auch ohne Höhenmeter schön wandern: auf einer Runde um den Hartsee, wo Graureiher Fische jagen, oder einer Halbtagestour am Haindorfer Berg, die Sonnenplätze streift und zur Einkehr verführt. Spätestens jetzt haben der blaue See und die grünen Hänge das Herz erobert, und man verzeiht den Bergen mit Leichtigkeit, dass sie knapp unter 2000 Metern aufgehört haben zu wachsen.

Die schönsten Touren im Chiemgau

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In aller Herrgottsfrüh wieder hinab

Wanderparadies Chiemgau: Karte, Reiseinfos, Video

Chiemgau: Wandern im Land der Seen

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Lage
Der Chiemgau erstreckt sich im Alpenvorland entlang der A 8 von Rosenheim bis fast nach Bad Reichenhall über rund 55 Kilometer.

Charakter
Blaue Seen, sanfte, grüne Wiesen, die nach Süden hin in die Alpen übergehen – das sind die Markenzeichen des Chiemgaus. Wanderer erwartet hier eine Vielzahl an Wegen:von leichten Touren im Flachland und Seengebiet bis hin zu mehrstündigen Touren in den Bergen. Wiesen und Almen prägen das Landschaftsbild. Nur auf den höchsten Bergen wird es schroffer und steinig, zum Teil auch ausgesetzt. Der höchste Gipfel ist mit 1961 Metern das Sonntagshorn.

Die schönsten Touren im Chiemgau:

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outdoor

Anreise
Von München aus über die A 8 bis zum Chiemsee (ca. 80 Kilometer). Je nach Wunschdestination im Chiemgau die jeweilige Ausfahrt wählen.

Beste Reisezeit
In mittleren Höhen kann man schon ab Mitte April bis Anfang Mai die ersten Wanderungen unternehmen. Die Gipfel sind ab Anfang/Mitte Mai (je nach Winter bzw. Schneelage) schnee- und eisfrei. Im Herbst geht die Saison bei schönem Wetter bis Anfang, an warmen Herbsttagen sogar bis Mitte November. Und selbst im Winter können Schneeschuhgeher einige der Touren machen.

Buchtipp
Chiemgau – Die schönsten Alm- und Gipfelwanderungen, Heinrich Bauregger, Rother Wanderführer 2007, 125 Seiten,13,30 Euro; Chiemsee: Berge und Seen zwischen Rosenheim und Salzburg, Gerhard Hirtlreiter, Rother Wanderführer 2009, 191 Seiten, 13,30 Euro

Karten
Freytag & Berndt, Wanderkarte 09: Chiemsee–Traunstein–Ruhpolding–Chiemgauer Alpen und Seen, 1:50000, 5,95 Euro

Übernachtungen
In der Region gibt es durch den starken Sommertourismus eine große Anzahl an Unterkünften jeder Art. Kostenlose Unterkunftssuche: www.urlaubservicebayern.de

Infos
Chiemgau Tourismus e.V. Leonrodstr. 7
83278 Traunstein
Tel. 0861/909590 begin_of_the_skype_highlighting              0861/909590      end_of_the_skype_highlighting
Fax 0861/9095902
E-Mail: info@chiemgau-tourismus.de
www.chiemgau-tourismus.de

outdoor-Tipp:

Unbedingt das Schloss des Märchenkönigs im Chiemsee besuchen.

Info: www.herrenchiemsee.de, Tel. 08051/6887-0 begin_of_the_skype_highlighting              08051/6887-0      end_of_the_skype_highlighting (ab Prien-Stock in 20 Minuten mit dem Boot zu erreichen).

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