od-0918-bade-wurttemberg-bw-special-radtouren-05 (jpg) Kraichgau-Stromberg-Tourismus/Jan Bürgermeister

Baden-Württemberg per Bike

Glück auf Rädern

Einige der schönsten Regionen Baden-Württembergs erkundet man im Sattel. Drei der genussvollsten Radtouren stellen wir euch hier vor ...

Naturradtour Karlsruhe

Die »Naturradtour Karlsruhe« beweist, dass Stadt und Natur kein Widerspruch sein müssen.

Kräftig grün leuchten die Eschen, Stieleichen und Pappeln im Rheinauenwald. Alle Bäume hier teilen die Gemeinsamkeit, dass sie gelegentliche Überflutungen problemlos überstehen – sie sind Teil des Naturschutzgebiets Altrhein bei Karlsruhe. Und durch das wiederum führt die »Naturradtour Karlsruhe«, ein abwechslungsreicher, knapp 49 Kilometer langer Fahrradrundweg.

Vom prächtigen Karlsruher Barockschloss bis zum Rhein und zum kleineren Fluss Alb: Diese Tour lädt dazu ein, die badische Metropole neu zu entdecken. Sie verbindet zahlreiche Schutzgebiete und Naturräume, bringt Radfahrer in Kontakt mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und ist dabei durchgängig ebenerdig und barrierefrei.

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KTG Karlsruhe Tourismus GmbH_Fabry
Würdiger Ort für den Tourauftakt: das Karlsruher Barockschloss.

Gleich hinter dem Schloss beginnt der Hardtwald, der sich auf einer Länge von 16 Kilometern und einer Breite bis fünf Kilometer bis zur Gemeinde Graben-Neudorf erstreckt und vielen gefährdeten Vogelarten ein Zuhause bietet. Weiter führt der Weg am Fluss Alb entlang, der in Karlsruhe in den Rhein fließt. Schöne Stationen entlang der Strecke sind das Naturschutzzentrum Rappenwört und der Tierpark Oberwald mit seinen Elchen, Antilopen, Damhirschen, Przewalski-Pferden und anderen Wildtieren.

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KTG Karlsruhe Tourismus GmbH_Fabry
Auf dem ebenen, gut ausgebauten Weg fliegt man geradezu dahin.

Kurz vor dem Ziel lockt noch der Stadtteil Durlach mit einem Besuch auf dem Turmberg (256 m). Oben bietet die Turmbergterrasse weite Blicke über Karlsruhe und das Rheintal, bei klarer Sicht sogar bis zu den Vogesen. Hinauf kommt man per Rad über den Wolfweg, zu Fuß über die 528 Stufen der »Hexestäffele« oder bequem mit der Turmbergbahn, Deutschlands ältester Standseilbahn.

Wer noch sportlicher unterwegs sein möchte, erweitert die Runde zur 65 Kilometer langen »Großen Route« der Naturradtour. Und natürlich liegen so viele Einkehrbetriebe und Unterkünfte am Weg, dass man das Ganze auch auf zwei Tage verteilen könnte.

Die Eckdaten der Naturradtour im Überblick:

  • Start/Ziel: Karlsruher Schloss
  • Länge: 48,8 Kilometer
  • Höhenmeter: so gut wie keine
  • Orientierung: die Naturradtour ist mit ihrem Logo beschildert
  • Karte: kostenloser Informationsflyer mit Karte, erhältlich bei Karlsruhe Tourismus

Mehr Infos und Tourenvorschläge gibt es unter karlsruhe-tourismus.de/rad.

Stromberg-Murrtal-Radweg

Der Stromberg-Murrtal-Radweg ist die ideale Entdeckerroute: Auf 152 Kilometern durchquert er das »Ländle« von West nach Ost.

Die Schritte hallen unter mächtigen frühgotischen Rundbögen in der Vorhalle der Klosterkirche, während im Wirtschaftshof der imposante »Fruchtkasten« von einstigem Erfolg zeugt: Wilkommen im Zisterzienserkloster in der Stadt Maulbronn, die für viele Radfahrer das erste Etappenziel auf dem Stromberg-Murrtal-Radweg bildet. Das Kloster gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und zu den Highlights der 152 Kilometer langen Radwanderroute, die von Karlsruhe im Westen nach Gaildorf im Osten einmal quer durchs Ländle führt. Gut beschildert, überwiegend asphaltiert und meist fernab von verkehrsreichen Straßen eignet die Strecke sich bestens für Genussradler, die den einen oder anderen Anstieg gern in Kauf nehmen. Insgesamt kommen rund 1000 Aufstiegshöhenmeter zusammen.

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Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg_Düpper
Genuss wird entlang des Radwegs großgeschrieben.

Romantische Fachwerkhäuser, Weindörfer, idyllische Flusstäler und viele Badeseen säumen den Stromberg-Murrtal-Radweg. Wer drei Tage einplant, findet immer noch genug Zeit für Besichtigungen: In Marbach am Neckar bietet sich ein Besuch im Geburtshaus von Friedrich Schiller an, in Steinheim lohnt sich das Urmensch-Museum, und Backnang ist für seine historische Altstadt und seine Stiftskirche bekannt. Neben den Ortschaften machen auch viele Kilometer durch ländlichbeschauliche Gegenden den Reiz der Tour aus. Es geht durch die Wiesen des Pfinztals, durch die Wälder des Naturparks Stromberg-Heuchelberg und den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald mit seinen Seen, Schluchten und Wasserfällen.

Zur Genusstour wird der Stromberg-Murrtal-Radweg auch durch die Einkehrmöglichkeiten am Weg. Vor dem Start der Tour in Karlsruhe kann man sich mit badischen Schäufele stärken, und nach Etappe eins bietet sich eine Verkostung von regionalen Weinen an: aus dem Kraichgau, vom Stromberg und aus dem Neckartal. Auf der zweiten Etappe genießt man schwäbische Spezialitäten wie Maultaschen oder Schupfnudeln mit Kraut, und im Murrtal locken Produkte aus dem Schwäbischen Mostviertel. Keine Frage: Energieriegel sind auf dieser Tour überflüssig.

Neue Pauschale für den Stromberg-Murrtal-Radweg
»Stromberg-Murrtal-Radweg in drei Tagen« heißt das Pauschalangebot, das die Entdeckungsreise durchs Ländle zwischen Karlsruhe und Gaildorf seit diesem Jahr besonders unkompliziert macht. Es umfasst drei Übernachtungen mit Frühstück im Doppelzimmer sowie den Gepäcktransport von Hotel zu Hotel. Die Pauschale ist von April bis Oktober ab 299 Euro pro Person im Doppelzimmer buchbar.

Mehr Infos unter stromberg-murrtal-radweg.de.

Per Pedal zur Poesie - Literarische Radwege

Die elf »literarischen Radwege« führen zu wichtigen Schauplätzen aus der Literaturgeschichte.

Ein kleines Turmzimmer über dem friedlich dahinfließenden Neckar, mit Blick auf die damals noch ganz junge Platanenallee, war in seiner zweiten Lebenshälfte das Zuhause von Friedrich Hölderlin: Dadurch bekam der Tübinger Hölderlinturm, heute das Wahrzeichen der Universitätsstadt, seinen Namen. Und wenn im Jahr 2020 der 250. Geburtstag des Dichters (1770–1843) gebührend gefeiert wird, kann man das pittoreske Gebäude auch wieder besichtigen.

Derzeit lässt es sich nur von außen bewundern, unter anderem als Start und Ziel von Route 6 der »literarischen Radwege«. Dafür liegen noch viele weitere spannende Orte am Weg, darunter Reutlingen als lange Zeit zensurfreie Stadt und Gomaringen, wo Gustav Schwab als Pfarrer tätig war und eins seiner Hauptwerke zusammenstellte, »Die schönsten Sagen des klassischen Altertums«. Auch auf die Spuren von Hermann Hesse und Paul Celan führt die Tour.

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Chris Korner, DLA Marbach
Der »Hölderlinturm« in Tübingen war lange Zeit das Zuhause des Poeten.

Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg derzeit elf literarische Radwege, weitere Routen sind geplant. Sie sind bis zu 60 Kilometer lang und machen Baden-Württemberg auf eine neue Weise erfahrbar: Auf landschaftlich reizvollen Strecken führen sie zu Literaturmuseen und -gedenkstätten, berühren Handlungsorte von berühmten Texten sowie wichtige Schauplätze der Literaturgeschichte. Die können durchaus auch in der Natur liegen, wie der Ulrichstein bei Nürtingen, in dem sich der Sage nach im 16. Jahrhundert ein Herzog vor der aufgebrachten Bevölkerung verstecken musste. Sowohl Hölderlin wie auch Wilhelm Hauff ließen sich davon inspirieren. Zu den Highlights der Routen gehören auch zahlreiche Burgen und Klöster – man muss also kein Literaturexperte sein, um hier auf seine Kosten zu kommen.

Diese drei Radwege folgen den Spuren Hölderlins.

Route 1: Diese Tour beginnt und endet in Lauffen, wo Friedrich Hölderlin 1770 geboren wurde. Auf 37,5 Kilometern führt sie durch Weinberge und Getreidefelder, vorbei an Besenwirtschaften und am Neckar entlang. Neben Hölderlin thematisiert sie auch schreibende Frauen um 1800, etwa Sophie La Roche.

Route 6: Von der Universitätsstadt Tübingen geht es mit Blick auf die Schwäbische Alb zunächst in die ehemalige Freie Reichsstadt Reutlingen, die lange ein zensurfreier Druckort war. Rundtour, 50,2 km.

Route 8: Mit Start in Nürtingen radelt man über die Filderebene unter anderem zum ehemaligen Kloster Denkendorf, wo Hölderlin seine Ausbildung zum Theologen begann. Rundtour, 40,7 km.

Mehr Infos zu den Radrouten gibt es unter literaturland-bw.de/radwege.
Über das Hölderlinjubiläum informiert www.hoelderlin2020.de.

Das Baden-Württemberg-Special 2018 als Gratis-PDF:

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