Wandern, Radfahren, Klettersteige: 14 Top-Touren fürs Frühjahr

Frühlingserwachen

Draußen wird es wärmer. Höchste Zeit, die Wanderschuhe zu schnüren, das Rad aus dem Keller zu holen und die Klettersteigausrüstung wieder einsatzbereit zu machen. outdoor hat die passenden Tourenvorschläge.

Bei den ersten Touren im neuen Jahr müssen Sie ein paar Dinge beachten: Hat es noch Schnee? Ist der geplante Weg schon begehbar? Und ist die Berghütte für die Rast oder die Übernachtung schon geöffnet? Außerdem: Wie sieht's mit der eigenen Kondition aus: Hat sie während des Winters gelitten?

Kompletten Artikel kaufen
OD SH 2016 Sonderheft Touren Dolomiten Trentino Südtirol
Dolomiten Touren-Special (E-Paper)
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 132 Seiten)
6,50 €
Jetzt kaufen

Wenn alles passt, kann's losgehen. outdoor hat insgesamt 18 Touren für Sie zusammengestellt. Für Wanderer ebenso wie für Radler und Klettersteiggeher. Viel Spaß!

Im Dolomiten-Naturpark

Turmartige Felsenbur­gen über grünen Almen und romantische Dörfer in einer von der Sonne verwöhnten Spielzeug­landschaft: Der Natur­park Puez-Geisler bietet all das, was die Dolomi­ten so einzigartig macht, und mit der Gar­denaccia noch eine Besonderheit dazu. Wanderer aufgepasst: Die kalkweißen Felsen dieses riesigen Karst­plateaus in der Puez-Gruppe erfordern fast eine Gletscherbrille. Trotz all dieser Schön­heit finden Wanderer im Naturpark Puez-Geisler Stille und Abgeschie­den­heit.

Das 1999 eingerichtete Schutz­gebiet mit rund 10000 Hektar Fläche liegt abseits vom Trubel der Dolomiten; Lifte etwa sucht man vergeblich.
Drei Tage dauert eine Komplettrunde durch den Park ab dem Hauptort Campill. Gipfel­fans sollten dabei keinesfalls den Peitler­kofel verpassen. Er ist leicht in zwei Stunden von der Schlü­terhütte aus zu erreichen und öffnet den Blick auf das vielleicht beste Pano­rama in den nordwestlichen Dolo­miten. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht präsentieren sich von dort oben die Zillertaler Al­pen, nach Süden ge­währt er tiefe Einblicke in die Heimat Reinhold Messners, das Villnöß­tal. Oberhalb ragen die Geisler­spitzen auf, eine Heraus­forde­­rung, die verstehen lässt, warum »der Mes­s­ner« zu einem der bes­ten Bergsteiger der Welt wurde.

Anreise: Per Bus von Bruneck über St. Martin nach Campill. Oder: Bren­nerautobahn, Abfahrt Brixen/Pustertal, Rich­tung Bruneck. Kurz vor Bruneck rechts ins Gader­tal ab nach St. Martin/Campill.

Buchtipp: Dolomiten 3, F. Hau­leitner, Bergverlag Ro­ther, 10,90 Euro.

Kar­te: freytag & berndt, WKS 5, Grödner Tal, 1 : 50000, 6,95 Euro.

Info: Südtirol Marketinggesellschaft,
Tel. 00 39/04 71/99 99 95, www.hallo.com.

OD Naturpark Puez
Ralf Gantzhorn
Einsamkeit: Im Naturpark Puez keine Seltenheit.

Südtirol: Seiser Alm

»Alles, was Südtirol schön macht«, sagen sie auf der Seiser Alm über ihr Land. Und wirklich, das Langkofel-Massiv, gesehen von der Seiser Alm, ist nach den Drei Zinnen das meistfotografierte Motiv Südtirols. In der Sage galt die Seiser Alm als Tummelplatz von Hexen und verführungsfreudigen Teufeln.

Sachlicher betrachtet gehört sie zu den größten Hochalmen Europas mit einem Wegenetz von über 350 Kilometern. Das sagt aber nur wenig über die Schönheit der Seiser Alm – die muss man live erleben. Im Frühjahr scheinen die Wiesen in einem vorher nie gesehenen Farbenrausch zu explodieren, zum Greifen nah wirken die fremdartigen Dolomitentürme drum herum.

Wochen lassen sich auf der Seiser Alm wandernd verbringen, ohne auch nur einen Weg zweimal gegangen zu sein. Und sucht man zwischendurch den Reiz des Höheren, wird die Qual der Wahl beträchtlich: Schlern (2563 m), Langkofel (3181 m) und Plattkofel (2950 m) müssten für den Anfang reichen, und das sind nur die Riesen, die die Seiser Alm südwestlich und östlich einrahmen. Und selbst die schroffen Rosszähne und den berühmten Rosengarten kann man von hier aus gut erwandern und erklettern.

Anreise: Brennerautobahn, Klausen, Richtung Kastelruth, Seiser-Alm-Straße. _

Buchtipp: Dolomiten 1, F. Hauleitner, Bergverlag Rother, 11, 90 Euro.

Karte: Tabacco Karte Nr. 05, Gröden – Seiser Alm, 1 : 25000, 8,60 Euro.

Info: Seiser Alm, Tel: 00 39/04 71/72 79 04, www.seiseralm.net.

OD Seiser Alm
Die Seiser Alm vor einer Steilwand.

Markgräfler Land

Die »Toskana Deutschlands« wird das Markgräfler Land auch genannt – zum einen wegen des erfreulich milden Wetters, zum zweiten wegen des ein oder anderen guten Tröpfchens, das hier gedeiht, zum dritten aber auch wegen der Ähnlichkeiten in der Topographie: Sanft wellen sich im Markgräfler Land die Ausläufer des Südschwarzwalds bis zum Rhein hinunter, überzogen von Wein-, Obst- und Spargelgärten, zwischen die sich idyllische Dörfchen schmiegen.

Die Sicht von den vielen exponierten Hängen begeis­tert jeden Wanderer. Sie reicht übers Rheintal zu den Vogesen, zum Schweizer Jura und mitunter bis zu den Alpen. Zu keiner Zeit ist sie so großartig wie im Frühjahr, und unter den Frühlingsmonaten gebührt dem April die Krone. Ein wahrer Blütenrausch überzieht dann das Land.

Für ausgedehnte Frühlingstouren bietet sich das Töpferstädtchen Kandern als zentraler Ort an. Ein Muss ist die Wanderung zur Hochburg der Obstbaumblüte: das Eggener Tal am Fuße des Blauen. Der überragt mit 1165 Metern als höchster Berg des Markgräfler Lands alle Kirschblütenhänge. An seinem Südwesthang klebt das anmutige Barockschlösslein Bürgeln. Von dort aus lässt es sich über die Ruine Sausenburg (von deren Markgrafen hat die Region übrigens ihren Namen) gut zurück nach Kandern wandern.

Anreise: A5 Freiburg- Basel. Zug bis Müllheim oder Weil am Rhein, Bus nach Kandern.

Buch­tipp: Freiburg-Breisgau-Markgräflerland, W. Abel, Oase Verlag, 22 Euro.

Karte: LVA BW, Freizeit­karte 508 Lörrach/Bel­chen, 1 : 50000, 6,90 Euro.

Info: Wer­be­gem. Mark­gräflerland, Tel. 0 76 31/40 70, www.markgraeflerland.de.

OD Markgräfler Land
Iris Kürschner
Blütenzeit im Markgräfler Land.

Pfalz – Dahner Felsen

Hätten Sie´s gewusst? Der Naturpark Pfälzer Wald ist mit einer Fläche von knapp 180000 Hektar das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutsch­lands. Das Schöne: Immer wieder sorgen Felsen und auf Hügelkuppen gelegene Burgen für herrliche Rundblicke. Fast schon zum Pflichtprogramm gehört da der Aufstieg zur Burgengruppe Altdahn oberhalb des Ortes Dahn. Von dort geht man weiter über das idyllische Moosbachtal zur imposanten Feste Berwartstein und über die Felsenburg Drachenfels zurück nach Dahn. Erkunden Sie aber auch den Westpfalz­wanderweg über die Ruine Blumenstein zur Wegelnburg, und tags darauf zu den Altschloss­felsen bei Eppenbrunn! So viel Pfalz muss min­des­­tens sein.

Anreise: B 10 Annweiler-Pirmasens, dann B 427 Hinterweidenthal-Bad Bergzabern. _

Buchtipp: Kompass Wanderführer Pfalz, Wolfgang Benz, Deutscher Wanderverlag, Bezug nur noch antiquarisch.

Karte: Kompass Karte Nr. 766 Naturpark Pfälzerwald, 1 : 50000, 6,95 Euro.

Info: Tourist-Information Dahner Felsenland, Tel. 0 63 91/ 58 11, www.dahner-felsenland.de.

OD Dahner Felsen
Iris Kürschner
Rast auf einer Wiese bei Dahn.

Haute Provence

Die Baronnies grenzen südlich an die Montagne de Lure und den Mont Ventoux, den Beginn der eigentlichen Provence. In dem trockenen Hügelland finden Genießer alles, was die Provence so beliebt macht, und das ganz ohne Touristenandrang. Die Erosion hatte leichtes Spiel mit dem weichen Kalkgestein, aus dem sie ein Mosaik aus Schluchten und Graten modellierte.

Terrassen voller Lavendel, Sonnenblumenfelder, Olivenbaumhaine und Mandelbäume zaubern zwischen den Höhenzügen ihr Farbenspiel – zur vollen Geltung gebracht erst durch das besondere Licht der Provence, vom Mistral transparent gewaschen und von Künstlern auf der Leinwand eingefangen.

Ein ganz besonderes Schluchtspektakel liefert die Gorges de la Méouge, einen Katzensprung von Sisteron entfernt. Die meis­ten gehen nur zu den Wasserfällen und türkis leuchtenden Bassins am Schluchtausgang. Dabei schlängelt sich ein atemberaubender Pfad durch den Canyon. Zur Schluchtexkursion vom archaischen Dorf Antonaves aus gehört auf jeden Fall auch eine Besteigung des 1365 Meter hohen Pic de St-Cyr – mit Alpensicht vom Feinsten.

Zwischen immergrünen Buchsbäumen und mediterranen Sträuchern hindurch steigt man auf den waldfreien Grat. Und im Frühling erstrahlen die Höhenzüge in einem üppigen Blumenmeer.

Anreise: D 124 a nach Antonaves, zwischen Sisteron und Serres.

Buchtipp: Dauphiné West, Iris Kürschner, Bergverlag Rother, erscheint Frühsommer 2006, 12,90 Euro.

Karte: IGN Top 25, Blatt 3339 OT Sisteron/Laragne, 1 : 25000, 8,85 Euro.

Info: Office de Tourisme, Tel. 00 33/04/92 65 09 38, www.ot-laragne.fr.

OD Haute Provence
Iris Kürschner
Wiesen und steile Felsen - die Haute Provence.

Auf dem Rennsteig

Zu Beginn des Rennsteigs tauchen Wanderer ihre Stöcke traditionell ins Flusswasser der Werra und verstauen ein Steinchen im Gepäck. Und dann geht es los: Genau 168,3 Kilometer auf gut ausgebauten Pfa­den über den aussichtsreichen Kamm des Thüringer Waldes in das von sanften Hügeln und weiten Hochflächen ge­prägte Thü­rin­ger Schie­fer­gebirge.

Dazwischen erlebt man Deutschlands Natur mit all ihren Licht- und Schattenseiten: Unter Naturschutz stehende Hoch­wiesen mit blühenden Orchideen, Abschnitte mit malerischen Wald- und Wiesenlandschaften, aber auch Fichten­mono­kulturen der Marke »im Gleichschritt marsch«. Wer nur zwei Tage Zeit hat, sollte sich deswegen auf den schönsten Abschnitt des Rennsteigs konzentrieren und auf den Großen Inselsberg (916 m) steigen, auf dem sich eine wunderbare Rundumsicht auftut.

Wer den ganzen Steig geht, vertreibt sich die Zeit während monotoner Passagen mit den vielen Geschichten der Region. Fast jeder Stein weiß etwas zu erzählen, von Räu­bern und Rittern, von weißen Jungfrauen und Hexen, von Zwer­gen und Riesen. Natur und Geschichte verzahnen sich zu einem mythischen Miteinander. Und was ist mit dem Stein im Gepäck? Der wird nach Gelingen der Tour – mit einer weiteren Geschichte beladen – in der Saaleversenkt.

Anreise: Per Intercity nach Eisenach, Stadtbus nach Hörschel. Nach Blankenstein direkt per Bahn. Per Pkw: A 4, Abfahrt Herleshausen, nach Hörschel. _

Buchtipp: Thüringen: Rennsteig, S. Deutschmann, Conrad Stein Verlag, 9,90 Euro.

Karten: Kompass, Wander- und Tourenkarte Nr. 118: Der Rennsteig, 1 : 50000, 5,95 Euro.

Info: Ge­bietsausschuss Südlicher Thüringer Wald, Tel. 0 36 79/77 53 61; Fremdenverkehrsverband Thüringer Wald, Tel. 0 36 81/72 21 79; www.rennsteig.de; www.rennsteigportal.de.

OD Rennsteig
Ralf Gantzhorn
Wanderweg des Jahres 2005: der Rennsteig.

Ostseeküstenradweg

Deutschlands Norden präsentiert sich nirgends so vielfältig wie auf dem 850 Kilometer langen Ostseeküstenradweg: von der grünen Flensburger Förde zur weißen Insel Usedom über Kaiserbäder und Naturschutzgebiete bis hin zur Grenze nach Polen. Schnurgerade Alleen und goldgelbe Felder wechseln sich ab mit geschichtsbeladenen Hansestädten.

Kulturbegeisterte starten in Wismar, Weltkulturerbe seit 2002. Ein Muss ist der Abstecher ins Naturschutzgebiet Vorpommersche Boddenlandschaft: Die urwüchsige Landzunge streckt sich von Riebnitz aus ins Meer. Darss und Zingst sind erste Wahl als Stützpunkte bei der Erkundung des »Fischlandes«.

Wer die Kreidefelsen auf Rügen schon kennt, nimmt die Fähre nach Hiddensee. Keine Autos, keine Bahn – dafür Seeadler und eine steife Brise. Höhepunkt und Ende der Tour: Deutschlands schönster Strand bei den Kaiserbädern auf Usedom, der Insel mit feinem Sand und weißen Steilküsten.

Anreise: Per Bahn oder Pkw nach Wismar.

Buchtipp: Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, R. u. P. Höh, Reise Know-How Verlag, 10,50 Euro.

Karte: Bike Line, Ostseeküs­tenradweg, Teil 1: Von Flensburg nach Lübeck, Esterbauer Verlag, 12,40 Euro; Teil 2: Von Lübeck nach Ahlbeck/Usedom. Esterbauer Verlag, 11,90 Euro, beide 1 : 75000.

Info: Tourismusverb. Meckl.-Vorpomm., Tel. 03 81/4 03 06 00, www.auf-nach-mv.de; www.adfc.de/mv.

OD Ostseeradweg
www.larsschneider.com
Durch Felder oder an der Küste entlang: der Ostseeküstenradweg.

Unbekannter Bodensee

Der »Herrgottswinkel des Bodensees« wird sie gern genannt, die Halb­insel Höri am Untersee, dem südwestlichsten Zipfel des »Schwäbi­schen Meeres«. Künstler wie Hermann Hesse, der Hei­mat­dichter Ludwig Finck und der Maler Otto Dix haben hier ihr Idyll gefunden – ein einfaches, ländliches, natürliches Leben ohne großstädtisches Getue.

Und so ist es bis heute ge­blieben. Keine Verbau­ung, keine Eisenbahn­linie stört die Höri. Fach­werkdörfer schmiegen sich an die weiche Ufer­linie und in die Lich­tungen des waldigen Schiener Berges. Von jedem Ort sieht man immer gleich drei andere, dazwischen Wasser und das Schwei­zer Ufer zum Greifen nahe. Die Landschaft, geprägt von Obstbaum­gärten, verwandelt sich im Früh­ling in einen Blüten­traum.

Am schönsten lässt sich das mit dem Rad erfahren. Eine Run­de von Moos über den Schiener Berg nach Öhningen hinunter und dann bequem am Ufer zurück, lässt 35 Kilo­meter wie im Fluge vergehen. Interessant auch ein Besuch der Burg Hohenklingen: Der Blick fällt 600 Meter tiefer auf die historische Altstadt von Stein am Rhein und weit übers Land zu den Appenzeller Bergen.

Ein Sprung ins Ausland ergibt neue Perspekti­ven: Fahren Sie von Stein am Rhein auf den See­rücken, genießen Sie erhabene Aussichten, und radeln Sie von Ermatingen am See zurück durch die schweizerischen Fi­scher­dörfer Berlingen, Steck­born, Mammern – eines ist schöner als das andere.

Anreise: A 81 Stuttgart -Singen oder Zug bis Ra­­dolfszell.

Buchtipp: Na­tur-Wanderführer Unter­see, P. Brauns, W. Pfrom­mer, Naturerbe Verlag Jür­gen Resch, antiquarisch.

Kar­ten: Küm­mer­ly + Frey, Bodensee – Thur­gau, Velokarte 1 : 60 000, 28,80 CHF.

Infos: Touris-­­mus Unter­see, Tel. 0 77 35/91 90 55, www.tourismus-untersee.de.

Eifel – Moselradweg

Dort, wo die Eifel kurz davor steht, in den Hunsrück überzugehen, schlängelt sich die Mosel an ihren bekannten Steilhängen entlang. Von Frankreich her hat sie sich nach und nach eines der aufregendsten Flussbetten gegraben, für Radler ein Traum. Denn der Moselradweg zieht sich größtenteils harmlos an den engen Flussschleifen entlang, von Bussang bis zum Deutschen Eck bei Koblenz.

Moselweinberge, darüber thronende Burgen, und viele hübsche Ortschaften überraschen mit immer wieder neuen reizvollen Aussichten. Kultur gefällig? Besuchen Sie Schloss Thorn in Rheinland-Pfalz, das römisch geprägte Trier oder die Jugendstilstadt Traben-Trarbach. Absolut autofrei geht es jeden ersten Sonntag nach Pfingsten zwischen Schweich und Cochem zu, dieses Jahr also am 11. Juni.

Der 235 Kilometer lange Radweg macht auch schon früh im Jahr Spaß, denn die Moselregion gilt als besonders sonnenverwöhnt. Davon profitieren natürlich auch die bekannten Weine, mit denen man einen Tag auf dem Fahrrad am besten genussvoll beendet.

Anreise: Nach Thionville in Frankreich oder nach Koblenz fahren: End- bzw. Startpunkt des Moselradwegs.

Buchtipp: Radwanderführer Moselland, 8,60 Euro, mit zwei weiteren Touren an Saar und Sauer, Bezug über Moselland-Touristik, Tel. 0 65 31/97 33-0, www.mosellandtouristik.de

Karte: BVA Bielefelder Verlag, Mosel-Radweg, 1 : 50000, 9,95 Euro.

Info: Moselland-Touristik, Tel. 0 65 31/97 33-0, www.mosellandtouristik.de; "Happy Mosel", Tel. 0 65 31/97 33-0, www.happy-mosel.com.

Entlang der Elbe

Der Elberadweg gleicht einem Portrait Deutschlands. Und zeigt die Wandlung eines Flusses: vom breiten Meereszufluss für Dick­schiffe, die in den Hamburger Hafen wollen, über die unberührten Elb­auen im ehemaligen Grenzgebiet, bis hinein in die schroffe Sächsische Schweiz und ins alte Dresden mit seiner frisch renovierten Frauenkirche.

Wer Lust hat, radelt noch 360 Kilometer weiter durch Tschechien, zur Elbquelle hoch oben im Riesengebirge, durch die Felsenwelt des Nationalparks Böhmische Schweiz und das Elbsandsteingebirge. 1300 Kilometer führt der Elberadweg von der Quelle bis zum Meer. Einsteigen kann man praktisch überall, besonders leicht in den großen Städten.

Als Auftakt bieten sich die 340 Kilometer von der Küste bis nach Wittenberge an: Vom Meer aus folgt man den großen Pötten an Leuchttürmen und Fischerhäfen entlang nach Hamburg. Im Wendland verwandelt sich die Betriebsamkeit in Abgeschiedenheit, durchbrochen nur von jahrhundertealten Runddörfern.

Anreise: Per Zug nach Cuxhaven.

Buchtipp: Broschüre »Radeln, Einkehren, Übernachten am Elberadweg«, bei www.elberad weg.de.

Karte: BVA, Radrundweg Naturerlebnis Elbe, 1 : 50000, 9,95 Euro.

Info: Tourism. Elberadweg Nord, Tel. 0 58 52/95 14 95; www.elberadweg. de; www.elberadweg.cz.

Elbe-Weser-Dreieck
Radfahrer auf dem Elberadweg.

Klettern im Ötztal

Dass auch des Ötztals Mitte Sehenswürdigkeiten bietet, ist seit dem Bau der futuristischen Therme »Aqua Dome« nicht mehr wegzudiskutieren. Weniger auffällig, bei Insidern aber sehr beliebt, sind die beiden Klettersteige, die im Ötztal Steilwandgefühle wecken.

Und weshalb nicht einmal sportliche Herausforderung mit anschließender Wellness in dem 35 Grad warmen Wasser verbinden? Am Vormittag hinauf in die Felsen und zum Lehner Wasserfall, nachmittags wohlig entspannt »all’Acqua«. Der »Jubiläums-Klettersteig« eignet sich hervorragend für Einsteiger, die hier das Gehen am Eisen üben, sich an den Blick in die bodenlose Tiefe gewöhnen können.

»Klick-klick« machen die Karabiner beim Umhängen am Draht­seil; die Hände suchen Halt im Fels oder an den überlegt gesetzten künstlichen Griffen. Bald hat man den Dreh raus, das gleichmäßig-ruhige Steigen: links rechts, Tritt um Tritt – und umhängen. Nach dem ersten Steilaufschwung quert die Route unter Überhängen auf winzigen Eisentritten zum finalen Aufschwung.

Der hält für Jungs und Mädels mit kräftigen Armen und starken Nerven noch eine Mutprobe bereit: einen Drei-Meter-Überhang, den es an Eisenbügeln zu meistern gilt. Aber keine Bange, es gibt auch eine leichte Alternative.

Anspruch: Mittelschwierig.

Start: Längenfeld (1180 m) liegt im mittleren Ötztal, 17 km von Oetz. Ausgangspunkt des Klettersteigs beim Freilichtmuseum Lehn (Schautafel).

Übernachtung und Einkehr: Gasthöfe und Camping in Längenfeld; Vier-Sterne-Hotel beim Aqua Dome (www.aqua-dome.at).

Buchtipp: Hüslers Klettersteigführer Nordalpen, Eugen E. Hüsler, Bruckmann Verlag, 19,90 Euro.

Ötztal
Das Ötztal lock mit der Aussicht auf eine traumhafte Landschaft.

Sportklettersteig im Inntal

Nur zwölf Kilometer von Innsbruck entfernt wartet der Kaiser-Max-Klettersteig auf Höhenluftfreunde. Ein kurzer Blick hinauf in die Martinswand bei Zirl verrät es bereits: steil, noch steiler, am steilsten. Unten im Tal rauscht der Autobahnverkehr vorbei, hoch in den Felsen arbeiten sich Klettersteigler im Zeitlupentempo höher, Meter um Meter, immer nahe der Vertikalen.

Der »Kaiser-Max«, 1986 angelegt, ist längst ein Klassiker unter den Sportklettersteigen. Er besteht aus zwei Abschnitten. Der erste endet an der großen Grotte in der Wand­mitte. Und selbst der bietet ein knackig-steiles Erlebnis, das ganz schön an Bizeps und Nerven zehrt: Abenteuer Klettersteig. Zur Belohnung kann man die Martinsgrotte bestaunen und sich dann abwärts entspannt den Touristen herunter zum Grottenweg anschließen. Für Geübte hält der erste Abschnitt noch eine Variante parat: Sie besuchen zuerst die Martinsgrotte und steigen dann über den Klettersteig ab.

Der zweite Abschnitt galt lange Zeit als anspruchsvollste Via Ferrata überhaupt: solo per esperti! Das Kernstück bildet hier eine 100-Meter-Vertikale, die man per Fixseil bezwingt. Außerdem fordert er viel Kraft und Ausdauer. Wer auf dieser Variante mehr als nur das Nötigste mitschleppt, wird bestraft mit Atemnot und flatternden Muskeln. Langweilig wird es am »Kaiser-Max« jedenfalls nicht so schnell.

Anspruch: Schwierig, jedenfalls der erste Abschnitt. Der zweite ist extrem schwer, nur für absolut Geübte empfehlenswert.

Start: Zirl (622 m) liegt 12 km westlich von Innsbruck im Inntal. Der Ausgangspunkt für den Klettersteig findet sich an der B 171 beim Martinsbühel am Fuß der Martinswand (Schautafel).

Übernachtung und Einkehr: Gasthöfe und Camping gibt es in Zirl.

Buchtipp: Hüslers Klettersteigführer Nordalpen, Eugen E. Hüsler, Bruck­mann Verlag, 19,90 Euro.

Klettersteigtechnik: Safety Days
Sportklettersteige sind sehr steil und erfordern einiges an Kraft.

Hochgenuss über dem Gardasee

Der Gardasee zieht so viele Kletterer wie Surfer an. Denn die Steilfelsen über dem See gelten längst als Dorado für Klettersteigler. Zu den Klassikern unter den Dutzend Eisenwegen gehört die »Via dell’Amicizia«, der Weg der Freundschaft.

Angelegt vor gut dreißig Jahren, dürfte auf den berühmten Eisenleitern schon die eine oder andere »amicizia« ihre Bewährungsprobe erfahren haben. Schließlich ist es nicht unbedingt jedermanns Sache, die Fassade eines fünfzehnstöckigen Hochhauses zu erklettern, Sprosse über Sprosse. Aber dafür bietet die Via Ferrata dann viel schönere Tiefblicke als jeder Tower: tausend Meter tief auf Riva und den Gardasee – sehr beeindruckend!

Anspruch: Mittelschwierig.

Start: Riva del Garda (77 m) ist ein Städtchen am Nordende des Gardasees, erreichbar von Trento beziehungsweise Rovereto. Ausgangspunkt der Klettersteigtour: an der Straße nach Salò (Schautafel).

Übernachtung: Hotels und Campings.

Buchtipp: Hüslers Klettersteigführer Gardasee, Eugen E. Hüsler, Bruckmann Verlag, 19,90 Euro.

OD Gardasee Italien Riva
Ralf Bücheler
Den Ausblick auf den Gardasee können Sie von vielen Klettersteigen in der Region genießen.

Weitere schöne Seen in Italien im Video:

OD 2018 Video Oberitalien Seen
Die schönsten oberitalienischen Seen

Die zehn schönsten Seen in den Alpen

OD-top-10-Alpenseen-Pragser-Wildsee-COLOURBOX24786972 10 Bilder

Klettersteige auf französisch

Briançon ist ein kleines Festungsstädtchen, mitten in den Hautes Alpes gelegen, das mit »300 Sonnentagen pro Jahr« wirbt. Wer aus deutschen Landen hierher kommt, tut das aber nur selten allein des Wetters wegen. Der Ort gilt nämlich als ein echtes Mekka für Klettersteigler, die in einer attraktiven Kulisse über ein Dutzend Routen vorfinden – von leicht bis sehr anspruchsvoll.

Auch nördlich über der Stadt, in den Felsen des Croix de Toulouse, hängen Drahtseile, sind Bügel montiert – eine Route nach echt französischer Art: wenig Felsberührung, dafür umso mehr Metall – und als besonderer Gag eine Hängebrücke, die »Pont du Président«. Oben am Croix de Toulouse (1976 m), wo die Route ausläuft, erklärt eine Panoramatafel die prächtige Aussicht. Voilà!

Anspruch: 2 von 5.

Start: Briançon (1326 m) in den südlichen Französischen Alpen, Anreise von Turin über den Col de Montgenèvre, von Grenoble über den Col du Lautaret. Start der Ferrata am Champ de Mars, hinter der Altstadt.

Übernachtung: Hotels und Campings.

Buchtipp: Hüslers Klettersteigführer Westalpen, Bruckmann Verlag, 19,90 Euro.

OD 0308 Allgäu Hindelanger Klettersteig-Runde
Ben Wiesenfarth
Meistens mit viel Eisen ausgestattet - französische Klettersteige.
Zur Startseite
Traumtouren Weltweit OD Indian Summer Lappland pixabay Wo der Indian Summer am schönsten ist 5 Regionen für ­perfekte Herbsttouren

Flammendrot und strahlendgelb – das sind die Farben des Indian Summers.

Mehr zum Thema Die besten Tipps zum Saisonstart
od-2019_03_28_Sommer_TannheimerTal_Ehn (jpg)
Weltweit
OD Schweiz Tessin 0311_pic_BEN3219 (jpg)
Schweiz
Od 0318 Gardasee Teaser
Weltweit
OD 2017 Frühling Krokusblüte Frühjahr Saisonstart
Weltweit