Das outdoor-Testverfahren im Detail
So testet outdoor

Egal ob Zelte vor der Windmaschine oder Wanderschuhe im Gehsimulator: Mit hohem Aufwand testet outdoor Ausrüstung und Bekleidung – unter teils extremen Bedingungen.

OD Schuhe Dichtigkeitsprüfung Test Gehsimulator Wandertiefeltest Wasserbad Nässe
Foto: Boris Gnielka

Doch wofür? Genügt es nicht allein, Zelte, Jacken und Schuhe beim Wandern auszuprobieren? Nein. Regen ist nicht gleich Regen, Sturm nicht gleich Sturm. Die Ergebnisse vor der Windmaschine, bei der outdoor-Extremberegnung, dem Gehsimulator oder die Schlafsacktests sind dagegen wiederholbar. So können Produkte über Jahre hinweg miteinander verglichen werden. Doch erst wenn die outdoor-Testcrew Erfahrungen aus den Labortests auch auf Touren macht, wird grünes Licht gegeben und der Test gehört zum outdoor-Testprozedere.

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Um etwa sicherzustellen, dass die Ergebnisse vor der Windmaschine der Realität entsprechen, mussten die gleichen Zelttypen wochenlang Winterstürmen in Nordschweden trotzen. Außerdem arbeitete outdoor in der Vergangenheit immer wieder mit der eidgenössischen Materialprüfanstalt (EMPA) in St. Gallen zusammen, um neue Prüfverfahren zu entwickeln. Zum Beispiel damit sich das Klima von Funktionsunterwäsche besser beurteilen lässt. Doch nicht für alle Produktkategorien lassen sich sinnvolle Simulationen entwickeln. Der Trage- und Klimakomfort von Bekleidung findet man nur in der Praxis heraus – genauso wie das Trageverhalten eines Rucksacks.

outdoor-Tests mit hervorragendem Ruf

Dank der extrem gründlichen, fundierten Vorgehensweise genießen outdoor-Tests einen hervorragenden Ruf: Die outdoor-Redakteure zählen zu festen Größen bei Awards, auf denen Ausrüstung prämiert wird – zum Beispiel dem OutDoor Industry Award. Er wird auf der OutDoor verliehen, einer der größten Outdoor-Messen weltweit. Sie sitzen in Gremien, die darüber beraten, wie gemeinsame Normen entwickelt werden können, um Produkte besser vergleichen zu können. Auch im Rahmen des "hauseigenen" Editors Choice Award werden jedes Jahr zahlreiche Top-Produkte ausgezeichnet.

Der TV-Sender N-TV drehte einige Beiträge mit der outdoor-Testredaktion, beispielsweise diesen:

Und selbst REI, der größte US-Outdoorhändler, hat sich schon outdoor-Tests übersetzen lassen. Außerdem statten immer wieder Produktentwickler der outdoor-Ausrüstungsredaktion einen Besuch ab, um die Meinung über neue Prototypen einzuholen – um damit die Produkte noch weiter zu verbessern.

Boris Gnielka und Frank Wacker: die Ausrüstungsprofis

Bei den Tests kommt es vor allem auf die Erfahrung der outdoor-Redakteure an – die reichlich vorhanden ist: Boris Gnielka gehört seit über 10 Jahren zur outdoor-Ausrüstungsredaktion. Er testet Outdoor-Equipment am liebsten in den Bergen: auf einsamen Treks, Kletter- und Hochtouren. Frank Wacker testet seit mehr als 15 Jahren für outdoor – aus Leidenschaft, im Labor und auf Tour, gerne auch in heimischen Gefilden. Nach so vielen Jahren kann man beispielsweise einen Rucksack exakt einstufen und unterscheiden, ob es individuelle Probleme mit der Passform gibt oder das Testmodell schlecht konstruiert ist.

Unterstützung durch die outdoor-Testcrew

Unterstützt werden die Redakteure bei den Praxistests durch die outdoor-Testcrew. Sie besteht sowohl aus Outdoor-Enthusiasten der ersten Stunde, aber auch Anfängern gehören ihr an. outdoor achtet darauf, dass beide Geschlechter vertreten sind, aber auch unterschiedliche Staturen und Schuhgrößen. Denn je nach Passform werden Bekleidung, Schuhe, Rucksäcke und Schlafsäcke oft sehr unterschiedlich beurteilt.

So testet outdoor Zelte

Ein Dreh am Zündschlüssel erweckt den knapp 500 PS starken V8-Big-Block zum Leben, der riesige Propeller fängt an zu rotieren – doch das im Abstand von zwei Metern aufgestellte Testzelt flattert nur leicht in der Brise. Nach einem Tritt aufs Gaspedal bricht die Hölle los: Das tiefe Blubbern verwandelt sich in Getöse, die Nyonhütte wackelt, als würde eine unsichtbare Faust sie durchschütteln. 100 Km/h zeigt der Windmesser – Windgeschwindigkeiten, die in der freien Natur durchaus vorkommen. Und bei der man sich als Mensch kaum noch auf den Beinen halten kann. outdoor-Redakteure haben das auf ihren Touren oft genug am eigenen Leib erlebt.

Der Motorenlärm nimmt zu: 110 Km/h, 120 Km/h – dann bricht einer der knapp einen Zentimeter starken Gestängebögen und das Zelt legt sich flach auf den Boden. Keine Frage, der Windmaschinentest zählt zu den beeindruckendsten outdoor-Tests.

Hier die Testkriterien des Zelttests im Detail:

Wetterschutz der Zelte
Das wichtigste Testkriterium beinhaltet den Nässeschutz und die Windstabilität. Der Nässeschutz des Bodens wird mittels Soutertester gemessen, und zwar in Millimetern Wassersäule. Den Regenschutz des Überzelts ermittelt outdoor im Praxistest, hier sagt die Wassersäule nichts aus. Wichtiger sind Nahtverarbeitung und Kon­struktion. Beispielsweise darf es bei geöffneter Apsis nicht ins Innenzelt regnen, auch sollten sich Lüfter verschließen lassen. Wie windstabil die Zelte sind, zeigt die 450-PS-Windmaschine. Mit ihr werden alle Zelte von jeder Seite aus angestürmt.

Komfort der Zelte
Je größer, höher und heller ein Zelt, desto besser. Weil kein Zelt einem Quader gleicht, misst outdoor nicht nur die Grundfläche sondern auch die Nutzfläche 30 cm oberhalb des Bodens – was der Höhe eines Schlafsacks entspricht. Abzug gibt es für Nutzlängen unter 1,85 m, da sich hier selbst kleine Schläfer nicht ausstrecken können. Weitere Kriterien: Belüftungsmöglichkeiten, Zahl und Größe der Eingänge und Handling der Zipper.

Auf-/Abbau der Zelte
Ein gutes Leichtzelt muss sich auch von nur einer Person schnell und problemlos mit wenig Kraftaufwand errichten und abbauen lassen. Dazu gehört, dass sich wichtige Abspannpunkte für Heringe verlängern lassen.

Gewicht der Zelte
outdoor wiegt Zelte mit Packsack, Sturmleinen, Heringen und Reparaturhülse.

Qualität der Zelte
Die Zelte werden auf Verarbeitung und verwendete Materialien (auch der Heringe) untersucht.

OD Sturmtest Zelt Windmaschine
Boris Gnielka
outdoor baut alle Test-Zelte vor einer Windmaschine auf

Die Top-Zelte der outdoor-Tests:

So testet outdoor Schuhe

300.000 Mal werden die Testkandidaten getreten, dann haben sie die Tortur überstanden. Auf Tour entspricht das immerhin 500 Kilometern. Nicht alle Testmodelle halten dieser Quälerei stand. Bei manch einem schlagen die mit Feuchtigkeitssensoren bestückten Kunstfüße schon nach wenigen tausenden Bewegungszyklen, also einigen Kilometern, Alarm.

Whole-Boot-Comfort-Test

Das Fußklima wird mit Hilfe des von W.L. Gore entwickelten Whole-Boot-Comfort-Test ermittelt. Auf Körpertemperatur gehaltene Kunstfüße schwitzen über Stunden in einer Klimakammer. Dabei wird gemessen, wie viel Feuchtigkeit aus dem Schuh entweicht – ein weltweit einzigartiges Verfahren.

OD Schuhe Dichtigkeitsprüfung Test Gehsimulator Wandertiefeltest Wasserbad Nässe
Boris Gnielka
Wanderstiefeln geht es im Gehsimulator ans Leder.

So testet outdoor Schlafsäcke

Ist der Reißverschluss optimal geschützt oder kriecht die Kälte hier in den Schlafsack. Liegt die Kapuze sauber an oder strömt die warme Luft aus dem Schlafsack? Und wie gut ist die Füllung fixiert? Wenn sie bei Drehungen des Schläfers verrutscht, entstehen kalte Stellen. Aus Wärmeleistung und Konstruktion berechnet outdoor anhand von Referenzmodellen den empfohlenen Temperaturbereich für Schlafsäcke.

Konstruktion
Mit einer Wärmebildkamera von Datatec (www.datatec.de) bewertet die outdoor-Testcrew die Konstruktion. Aus Atmungsaktivität der Materialien, Isolation und Wärmebildcheck wird dann mit Hilfe von Referenzmodellen der Temperaturbereich ermittelt.

Wärmekragen
Wer die Kapuze aus Platzangst kaum zuzieht, braucht ein warmes Modell mit dickem Wärmekragen. In diesem Test sind das Carinthia, Deuter und Feathered Friends.

OD_1011_Schlafsacktest_Temperaturbereich Allgemein
outdoor
Schlafsack Test Daune Kunstfaser

Temperaturangaben
Die outdoor-Temperaturangaben basieren auf einem einzigartigen Testverfahren. Zuerst misst das outdoor-Labor die Wärmeleistung der Isolationsschicht und prüft die Atmungsaktivität der Stoffe. Denn nur, wenn die vom Schläfer über Nacht abgegebene Feuchtigkeit (über ein Viertelliter) aus dem Schlafsack entweicht, behält er die volle Wärmeleistung.

Temperaturempfinden
Jeder Mensch empfindet Temperaturen anders. Daher gibt outdoor zwei Temperaturwerte an: Der Komfortwert (rot) gilt für alle, die schnell frieren; die Übergangs- oder Limitangabe (orange) für Hitzköpfe. Sie gelten aber nur, wenn die Kapuze bis auf eine kleine Atemöffnung geschlossen und eine ausreichend warme Isomatte verwendet wird. Matten-Tipps für Temperaturen bis zum Gefrierpunkt: Exped Synmat UL, Therma-Rest Neo Air. Für Temperaturen unter null empfiehlt outdoor folgende Matten: die mit Daunen gefüllte Exped Downmat, die Lestra Sleep Diamond Light Plus und von Robens die Trekking 38.

So testet outdoor Jacken

Um etwa die Regenfestigkeit wasserdichter, atmungsaktiver Funktionsjacken zu überprüfen, entwickelte sie vor zehn Jahren eine eigene Beregnungsprüfung, die einen mehrstündigen, sturmgepeitschten Wolkenbruch simuliert. Beregnet werden nur Menschen aus Fleisch und Blut – nicht die sonst gängigen Dummies. Denn nur so zeigen sich Schwachstellen, die durch die Bewegung beim Wandern entstehen. Zum Beispiel, weil sich durch Kopfbewegungen an der Kapuze Falten bilden, die den Regen wie eine Regenrinne zum Gesicht leiten.

Die Bewertungskriterien:

Wetterschutz
Er beschreibt, wie gut eine Jacke Wind und Wetter standhält. Ermittelt wird der Wetterschutz vor allem mit Hilfe des outdoor-Beregnungs­tests. Vor der Regenprüfung werden die Jacken zehn Mal gewaschen – das ­simuliert den Gebrauch mehrerer Monate und zeigt auch, wie haltbar die ­Imprägnierung des Oberstoffes ist, ob sich unsauber verklebte Nahtbänder (Tapes) lösen oder das Material undicht wird. ­Außerdem fließt ins Ergeb­nis mit ein, wie gut Kapuze und Kragen vor Wind schützen.

Komfort
Wie geschmeidig trägt sich die Jacke? Lässt sie Bewegungsfreiheit? Laufen ­Züge und Reißverschlüsse gut? All ­diese Punkte zählen zum Bewer­tungskriterium Komfort. Auch die Funktionalität der Kapuze fließt mit ein. Top Kapuzen sind komfortabel, lassen sich exakt an den Kopf ­anpassen und folgen Kopfbewegungen. Außerdem spielt der Klimakomfort der ­Jacke ­eine wichtige Rolle. Hier kommt es aber nicht nur auf die Atmungsaktivität eines ­Materials an, sondern auch ­darauf wie gut dessen Innen­seite Feuchtigkeit aufnimmt. ­Des Weiteren verbessern Belüftungen (Pitzips, ­Taschen mit Netzfutter oder weit zu öffnende Ärmelbündchen) das Klima. Und je weniger Tapes und doppelte Material­lagen (Konstruktion) eine Jacke besitzt, desto besser. Eine dauerhafte Impräg­nierung erhält bei Regen die Atmungsaktivität des Materials.

Qualität
Hier zählt neben der Verarbeitung auch die Strapazierfähigkeit des Oberstoffes (z. B. die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klettverschlüssen).

OD Praxistest Jacke
Boris Gnielka
Auch den Jacken widmen unsere Testredakteure viel Aufmerksamkeit

Dieses Video erklärt das aufwändige Testverfahren am Beispiel von Softshells:

So testet outdoor Trekkingrucksäcke

So testet outdoor Trekkingrucksäcke:

1. Trageverhalten
Das wichtigste Testkriterium (Gewichtung: 45 %) wird im Praxiseinsatz geprüft – im aktuellen Fall während Trekkingtouren in den Alpen und auf der Schwäbischen Alb. Neben dem allgemeinen Komfort, also wie bequem der Hüftgurt, die Schulterträger und die Rückenauflage sind, bewertet die Testcrew, ob das Tragesystem im Hüft- und Schulterbereich Bewegungsfreiheit lässt. Denn je flexibler ein Tragesystem ausfällt, desto kräfteschonender bewegt man sich. Weitere Prüfkriterien sind die Belüftung und die Lastkontrolle: Sitzt der Rucksack wie festgeklebt und folgt Köperbewegungen oder rutscht er auf dem Rücken herum – was einen aus dem Gleichgewicht bringt und Kraft kostet.

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outdoor Boris Gnielka
outdoor-Praxistest
OD 1016 Trekkingrucksack Test Lastenkontrolle
Ben Wiesenfarth
Auf Kraxelpassagen wird die Lastkontrolle geprüft.

In Sachen Lastübertragung sollte sich das Gewicht auf das Becken (60 – 70 Prozent), den Rücken und die Schultern verteilen lassen. Die Lastobergrenze loten die Tester aus, indem die Beladung in Ein-Kilo-Schritten erhöht wird, bis das Tragesystem ans Limit kommt. Wichtig für einen objektiven Vergleich des Trageverhaltens: Jeder Rucksack muss optimal gepackt sein. Dazu nutzt outdoor Ballast- und Volumensäcke. So lässt sich schweres rückennah platzieren und leichteres davor. Außerdem wird jedes Modell penibel an seinen Träger angepasst. Das beinhaltet nicht nur die Verstellung der Schultergurte, sondern bei Bedarf auch den Tausch der Hüftgurte und das Biegen der Alustreben. Beides beeinflusst das Trageverhalten spürbar.

2. Praxis und Ausstattung
Außerdem nutzen die Tester die Zeit auf Tour für den Ausstattungs-Check. Nicht eine möglichst umfangreiche Ausstattung sammelt die meisten Punkte, sondern möglichst praxisgerechte Features und eine gute Bedienung: Riemen, Schnürzüge und Zipper müssen geschmeidig laufen und lang genug sein. Das Kriterium zählt zu 25 Prozent.

OD 1016 Trekkingrucksack Test Volumensack
Boris Gnielka
Alle Testmodelle werden mit Volumensäcken ausgelitert.

3. Volumen zu Gewicht outdoor bewertet das Gewicht im Verhältnis zum Volumen (Gewichtung: 15 %), schließlich kommt bei einem größeren Rucksack mehr Material zum Einsatz. Tipp: Je weniger Ausstattung ein Rucksack hat, desto leichter ist er.

4. Material und Verarbeitung Nach dem Praxistest klären die Ausrüstungsredakteure, ob sich erste Abriebspuren am Stoff und den Polstern zeigen, Riemen ausreißen oder Schnallen gebrochen sind. Außerdem spielt die Verarbeitungsqualität eine Rolle. Stark belastete Reißverschlüsse sollten durch Riemen entlastet werden. Und je gröber ein Zipper, desto haltbarer ist er. Der Schieber ist im Idealfall vernickelt und nicht lackiert, da die Lackschicht weniger abriebfest ist. Auch das Nahtfinish wird benotet. Gewichtung: 15 Prozent. (Testfeld 2016 siehe Fotostrecke oben)

Weitere Themen in outdoor 10/2016

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So testet outdoor Stirnlampen

Der Stirnlampen-Test unter der Lupe:

1. Leuchtweiten
outdoor ermittelt die Leuchtweiten mit zwei Methoden: zuerst im Labor, wo wir die Beleuchtungsstärke in Lux messen – einmal im Maximalmodus (Lauflicht) und einmal im Minimalmodus (Leselicht). Aus den Luxwerten lassen sich die Leuchtweiten errechnen. Sie decken sich mit den von outdoor mit Hilfe eines Laser-Distanzmessers in der Praxis ermittelten Leuchtweiten.

2. Leuchtdauer
Der hellste Strahler bringt wenig, wenn sein Licht rasch nachlässt. Deshalb messen wir die Leuchtweite nicht nur einmal, mit frischen Akkus bzw. Batterien, sondern alle 30 Minuten – bis die Beleuchtungsstärke im Maximalmodus ("Lauflicht") auf unter 3 Lux fällt. Dann lässt sich ein Weg gerade noch erkennen. In einem weiteren Durchgang messen wir die Lampen in der niedrigsten Stufe ("Leselicht") – so lange, bis der Wert auf 0,5 Lux absackt; das reicht gerade noch zum Lesen oder Packen

3. Ausleuchtung
Hier bewerten wir mit vielen Versuchen in der Praxis, wie gut die Lampen schmale Pfade, breite Forstwege und freies Gelände erhellen. Im Idealfall reicht das Licht weit und erhellt gleichzeitig den Weg vor den Füßen sowie die Seiten. Außerdem prüfen wir das Leselicht: Es sollte einen weiten, homogen hellen Lichtkreis ohne Schattenringe abbilden.

4. Praxis
Die Praxistauglichkeit prüft outdoor beim Wandern und Zelten. Fällt irritierendes Streulicht aufs Gesicht? Fühlt man den Taster auch mit Handschuhen? Sitzt die Lampe bequem und fest auf der Stirn? Extrapunkte gibt es für eine Schaltung, die es erlaubt, die Lampe in jedem Modus direkt auszuschalten, ohne sich durch die folgenden Modi zu klicken, sowie für ein Rotlicht, eine Batteriewarnung und Tastensperre.

Insgesamt lieferten die fünf batteriebetriebenen und fünf Akku-beriebenen Stirnlampen 2016 ein sehr gutes Ergebnis ab. Weitere Infos zum Testfeld und den einzelnen Lampen gibt es in der Fotostrecke oben – und in aller Ausführlichkeit in outdoor-Ausgabe 12/2016 ...

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LED LENSER
Die neue XEO 19R Stirnlampe von LED LENSER

Weitere Themen in outdoor 12/16

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  • Die schönsten Ziele in Norwegen, Kanada, USA, Nepal, Namibia ...
  • Einsame Pfade im Piemont
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  • Hybrid-Bekleidung im Test
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Noch mehr Ausrüstung im Test:

So testet outdoor Schneeschuhe

Der outdoor Schneeschuh-Test unter der Lupe:

1. Gehkomfort
Eine Wintertour macht nur dann Spaß, wenn sich die Schneeschuhe bequem tragen, weshalb outdoor den Gehkomfort mit satten 60 Prozent gewichtet. Getestet wurde er auf Touren im hügeligen Alpenvorland, und zwar sowohl im tiefen Pulverschnee als auch auf festgetretenen Winterwegen. Maßgeblich fließen hier der Abrollkomfort, die Kontrollierbarkeit (Trittsicherheit) sowie Gewicht und Breite des Rahmens – je schmaler, desto natürlicher die Gehbewegung – mit in die Bewertung ein. Auch die Geräuschentwicklung, die sich vor allem auf hartem Grund zeigt, beeinflusst das Ergebnis

2. Handling/Praxis
Dieses mit 20 Prozent gewichtete Kriterium beleuchtet vor allem die Bindung: Wie leicht lässt sie sich auf die Schuhgröße einstellen? Wie einfach gelingen das An- und Ablegen des Schneeschuhs? Sitzen Riemen und Körbchen bequem oder drücken sie? Auch die Funktion, Höhe, Position und Bedienung der Steighilfe untersuchen die Tester auf ihren vielen Vergleichstouren.

3. Traktion
Je besser sich ein Schneeschuh mit dem Untergrund verzahnt, desto stärker sein Vortrieb und desto steilere Hänge lassen sich damit meistern. Auch bietet ein gripstarkes Modell mehr Trittsicherheit. Die Traktion testet outdoor sowohl in der Ebene als auch bei Auf- und Abstiegen in Pulver- und Hartschnee – immer auch im direkten Links-rechts-Vergleich.

4. Material/Verarbeitung
Hier liegt das Augenmerk auf der Güte der Materialien und Verarbeitung sowie der Austauschbarkeit von Verschleißteilen.

Insgesamt lieferten die sechs Schneeschuhe 2017 ein durchwachsenes Ergebnis ab. Von "überragend" bis "befriedigend" sind alle Noten vertreten. Weitere Infos zum Testfeld und den einzelnen Schneeschuhe gibt es in der Fotostrecke oben – und in aller Ausführlichkeit in outdoor-Ausgabe 01/2017 ...

OD 0112 Schneeschuhe Test
Boris Gnielka
Wie bei allen outdoor-Tests wird auch bei Schneeschuhen unter Realbedingungen getestet.

Passend zum Schneeschuhtest: Winterstiefel & Bergstiefel

Noch mehr Ausrüstung im Test:

So testet outdoor Wanderrucksäcke

Der outdoor-Wanderrucksacktest unter der Lupe:

1. Volumenkontrolle
Zum Teil benutzen die Hersteller unterschiedliche, nicht vergleichbare Messverfahren zur Bestimmung des Rucksackvolumens. Aus diesem Grund misst outdoor das Fassungsvermögen jedes getesteten Rucksacks mit Hilfe von Volumensäcken.

2. Wiegeprobe
Alle Testrucksäcke werden ohne Regenhülle gewogen. Weil größere Rucksäcke in der Regel schwerer sind als kleine, bewertet outdoor das Gewicht grundsätzlich in Abhängigkeit vom Volumen.

3. Trageprüfung
Das Trageverhalten ermittelt die outdoor-Testcrew bei Tageswanderungen. Jeder Rucksack wird mit dem gleichen Gewicht beladen: Schwere Gegenstände wie die volle Trinkblase und die Vesperbox kommen direkt an den Rücken, leichtere Sachen (Wärme- und Regenjacke) davor – das stabilisiert die Beladung. Wenn möglich wird ein Tragesystem genau an den Träger angepasst. Die Tester bewerten nicht nur den Komfort, sondern auch die Lastübertragung. Im Idealfall wird das Gewicht gleichmäßig auf den Beckenkamm, den Rücken und – zu einem kleinen Teil – auf die Schultern verteilt. Der Wert, den outdoor als ideale Beladung angibt, zeigt, bis zu welcher Beladung das einem Wanderrucksack gelingt. Tagesrucksäcke müssen nicht mehr als 6 bis 8 Kilo schultern. Für Hüttentouren oder wenn man das gesamte Familiengepäck trägt, sollten es aber 12 bis 15 Kilo sein. Je flexibler ein Tragesystem ausfällt, desto weniger engt es Bewegungen ein. Das spart Kraft – so wie ein stabiler Sitz am Rücken. Schaukelt der Rucksack dagegen bei jedem Schritt wie ein Schiff im Sturm, gibt das Abzug bei der Lastkontrolle.

4. Praxis-Check
Auch die Ausstattung und Bedienung wird bei der Testtour benotet. Wichtiger als die Anzahl der Features ist deren Praxistauglichkeit.

5. Qualitätstest
Bei diesem Kriterium zählen die Material- und Verarbeitungsqualität. Vernickelte, grobe Zipper wie beim Bach Wizard 27 etwa sind haltbarer als solche mit lackierten Schiebern. Auch dicke, zähe Stoffe und eingefasste Nähte verlängern die Lebensdauer eines Rucksacks.

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Lars Schneider
Wie bei allen outdoor-Tests wird auch bei Trekkingstöcken unter Realbedingungen getestet.

Weitere Tests der outdoor-Redaktion:

So testet outdoor Bergstiefel

Bergstiefel gelten vielen immer noch als schwere, klobige und brettharte Spezialwerkzeuge. Als etwas, das in Kauf genommen und ertragen werden muss, um im alpinen Terrain nicht weg-, aus- oder abzurutschen. Dabei bildet der zweifelhafte Ruf vom sprichwörtlichen Schraubstock an den Füßen längst nicht mehr die Realität ab. Das zeigt auch dieser Test von acht aktuellen Bergstiefeln zwischen 230 und 390 Euro (siehe Fotostrecke).

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Ralf Gantzhorn

So testet outdoor Bergstiefel:

Gehkomfort: Wie gut die Schuhe beim Auftritt dämpfen, wie rund sie abrollen und wie geschmeidig sie am Fuß sitzen, haben wir einmal in den Allgäuer Alpen und ein zweites Mal oberhalb des Val Ferrets in der Schweiz getestet: Beim Wandern über holperige Hüttenwege, beim Kraxeln luftiger Felsgrate, auf Klettersteigen sowie auf Steileisfeldern und Gletschern.

Kletterperformance: In der Vertikalen zählen vor allem ein fester, schlüssiger Sitz des Schuhs und eine sensible, aber steife und kantenfeste Sohle. Sie muss den Träger spüren lassen, worauf er steht, und sie darf sich selbst dann nicht durchbiegen, wenn als Tritt eine nur halbzentimetergroße Felsleiste zur Verfügung steht. Der Hindelanger Klettersteig und die Granitwände der Aiguilles Dorées (3519 m) erwiesen sich dabei als perfektes Testgelände.

Nässeschutz: Den Nässeschutz bewerteten wir in der Praxis und im Testlabor: mit einer Maschine, die Schuhe zu Gehbewegungen im Wasserbad zwingt – 24 Stunden lang. Ergebnis: Alle Testschuhe 2018 hielten dicht.

Noch mehr getestete Berg-Ausrüstung gibt es hier:

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02 / 2023

Erscheinungsdatum 10.01.2023

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