OD Touren richtig planen Ben Wiesenfarth

So planen Sie perfekt jede Tour

Planwirtschaft - alle Aspekte der Tourenplanung

Wer seine Tour richtig vorbereitet, schützt sich vor bösen Überraschungen und kann entspannt losziehen. outdoor klärt die wichtigsten Fragen zur Tourenplanung.

Dass Wandern entspannend und wohltuend auf Körper und Geist wirkt, wissen heute schon Kinder. Dass es auch in Stress und Hektik umschlagen kann, wissen zumindest diejenigen, die sich schon mal gründlich verlaufen haben oder ungeplant erst nach Mitternacht erschöpft die Hütte erreichten. Doch solche Patzer lassen sich vermeiden: Wer systematisch vorgeht und seine Route so plant, dass alle Mitwanderer sie leicht bewältigen können – sowohl konditionell als auch technisch –, kann die Tour beruhigt in vollen Zügen genießen. Doch wie findet man die optimale Wegstrecke, erkennt im Vorfeld, wo schwierige Passagen lauern, und errechnet, wie lange man für die Tour braucht?

outdoor klärt die zwölf wichtigsten Fragen zur Tourenplanung und -vorbereitung. Und damit Sie nichts Wichtiges vergessen, gibt‘s dazu die outdoor-Packliste für Tagestouren.

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Touren & Planung
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12 Tipps für die perfekte Tourenplanung

1. Wie finde ich die optimale Wanderstrecke?

Grundlage für die Streckenplanung ist eine topografische Wanderkarte im Maßstab 1:50000. Für Touren in den Alpen empfiehlt sich der noch genauere Maßstab von 1:25000. Hier entspricht ein Zentimeter auf der Karte 250 Meter im Gelände. Die Höhenlinien – braun dargestellt – verraten die Steigungen: Je enger sie beieinander liegen, desto steiler wird‘s. Der Abstand zwischen zwei Linien steht bei den meis­ten Karten für 20 Höhenmeter in der Natur. Suchen Sie sich auf der Karte einen Weg aus, der Ihren Vorlieben und dem Wetter entspricht. Wenig Trittsichere oder Schwindelfreie sollten zum Beispiel Wege über dicht nebeneinander liegende Höhenlinien meiden. Auch bei Sturm oder Regen sollten Steilpassagen und Höhenlagen gemieden werden – am entspanntesten wandert man ohne ständiges Auf und Ab. Genießer suchen sich also einen Weg, der möglichst oft parallel zu den Höhenlinien verläuft, und Sonnenhungrige achten darauf, dass ihr Weg nicht durch Wald führt (auf Karte dunkelgrün) oder im Schattenwurf hoher Berge.

Tourenplanung Teil 4
Vor großen Touren sollte man Karten studieren, um sich vor Überraschungen zu schützen.

Perfekte Navigation: 6 GPS-Geräte im outdoor-Test

OD GPS Garmin Dakota 20
OD GPS Garmin Dakota 20 OD Garmin Oregon 550t OD Lowrance Endura Sierra OD MyNav 600 Professional 6 Bilder

2. Mit welcher Methode berechnet man die Gehzeit?

Wie schnell man ans Ziel gelangt, hängt von drei Faktoren ab: der Streckenlänge, den Höhenmetern und der Wegbeschaffenheit. Am schnellsten wandert man auf gut ausgebauten, ebenen Wegen. Hier sind vier bis fünf Kilometer pro Stunde realistisch – natürlich reine Gehzeit, ohne Orientierungsstopps oder Fotopausen. Bei schwerem Rucksack sind‘s nur noch drei bis vier Kilometer. Geht‘s über Geröll oder Wurzeln, sind zwei Stundenkilometer realistisch. Steigungen fressen besonders viel Zeit: Addieren Sie die Bergauf-Höhenmeter pro Tag, und rechnen Sie je 400 Höhenmeter eine Stunde zur Gehzeit hinzu, bei schwerem Rucksack oder fehlender Fitness eine Stunde für 300 Höhenmeter, Sportler addieren pro 500 Höhenmeter eine Stunde zur Streckenzeit.

Perfekte Navigation: 6 GPS-Geräte im outdoor-Test

OD GPS Garmin Dakota 20
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3. Wie orientiere ich mich?

OD GPS Navigation
Garmin
Unersetzlich für die perfekte Orientierung: ein leistungsfähiges GPS-Gerät.

Am einfachsten geht das auf markierten Wanderwegen, sie sind auf Karten als rote Linie dargestellt. Achten Sie unterwegs bei jedem Abzweig auf die Markierung, meist rote Punkte oder rot-weiße Striche. Vergleichen Sie außerdem regelmäßig das umliegende Gelände mit dem Kartenbild, dann wissen Sie immer, wo Sie gerade sind. Besonders einfach gelingt das an Kreuzungen oder Brücken. Der Kompass und ein Höhenmeter, den Sie am Ausgangspunkt auf die dortige Höhe geeicht haben, helfen dabei. Noch einfacher geht‘s mit GPS-Gerät. Allerdings ersetzt es nicht die Papierkarte, da sie eine bessere Übersicht ermöglicht und nicht vom Batteriestrom abhängt.

Ernährung, Fitness und Schutz - die besten Tipps für die Tourenplanung

4. Wie ernähre ich mich unterwegs am Besten?

Verzichten Sie bereits am Abend vor der Tour auf fettige Speisen und viel Alkohol. Ideal sind Gerichte aus Gemüse und Vollkornreis oder -nudeln. Am Morgen sollten Sie viele komplexe Kohlehydrate und Vitamine zu sich nehmen. Perfekt: eine große Schale Mehrkornflocken mit Joghurt, Nüssen, Rosinen und frischem Obst. Als Wegzehrung empfehlen sich geschmierte Vollkornbrotstullen mit Salat, Möhren und Tomaten, dazu als Nachtisch Äpfel oder Bananen. Für den schnellen Energiestoß zwischendurch sorgen zwei, drei Fruchtschnitten pro Tag und Person. Lecker und bio: Organic Food Bar.

Organic Food Bar Vegan
Lecker und nahrhaft: Müsliriegel.

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OD Allos Fruchtschnitte
OD Allos Fruchtschnitte Alnatura_V (jpg) Corny_V (jpg) Isostar_V (jpg) 10 Bilder

5. Ist meine Wanderausrüstung fit?

OD Touren richtig planen
Auf Nummer sicher: Imprägnierspray für die Nachrüstung des Materials.

Ist die Funktionsjacke noch wasserdicht, die Softshell noch imprägniert? Wie sehen die Wanderstiefel aus? Checken Sie spätestens drei Tage vor der Tour die Wetterschutzausrüstung. Wenn die letzte Reinigung länger als sechs Monate zurückliegt, packen Sie Funktionsjacke, Regenhose und Softshell in die Waschmaschine, und imprägnieren Sie alles nach dem Trocknen mit einem guten Imprägnierspray, etwa von Nikwax – das verbessert das Jackenklima im Regen. Sieht das Schuhleder rissig oder spröde aus, oder sind die Schuhe stark verschmutzt, verdienen sie eine Reinigung unter lauwarmem Wasser. Danach die Schuhe bei Raumtemperatur 24–48 Stunden trocknen und mit Lederwachs dünn einfetten.

6. Reicht meine Fitness für die geplante Tour?

Tagestouren von nicht mehr als 15 Kilometern Länge und mit nur wenigen Steigungen erfordern keine besondere Fitness. Wer allerdings Mehrtagestouren mit 20 oder gar 30 Kilo Gepäck im Rucksack plant oder gar Bergtouren mit mehr als 1000 Aufstiegs-Höhenmetern am Tag, sollte fit sein. Fein raus ist, wer sowieso regelmäßig seine Laufrunden dreht oder Rad fährt. Sie kennen Sport nur aus dem Fernsehen? Dann sollten Sie sechs Wochen vor der Tour mit zwei Laufrunden pro Woche zu je 30 Minuten anfangen und sich langsam steigern zu vier Runden pro Woche à 45–60 Minuten. ­

Gefahren, Übernachtung, Ausrüstung - die besten Tipps für die Tourenplanung

7. Wie schütze ich mich effektiv vor Notlagen?

Am besten, indem Sie potenzielle Gefahrenmomente meiden. Wie? Checken Sie vor der Tour den Wetterbericht, und starten Sie nur dann, wenn das Wetter zur Tour passt. Nehmen Sie stets Mobiltelefon, Stirnlampe und Signalpfeife mit. Auch ein regelmäßig auf Vollständigkeit geprüftes Erste-Hilfe-Set gehört zur Pflichtausrüs­tung. Überfordern Sie sich nicht und kehren Sie lieber einmal zu oft um, als in Bredouille zu geraten. Ideal: von vornherein einen kürzeren Alternativweg mit einplanen.

OD Touren richtig planen
Für den Fall der Fälle: First Aid Kit. Vor allem bei riskanten Tour gut dabei zu haben.

Erste-Hilfe-Sets: Das gehört rein

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8. Wo übernachte ich auf Mehrtagestouren?

Im Mittelgebirge empfehlen sich Naturfreundehäuser, von denen es in Deutschland über 450 gibt. Als Mitglied zahlen Sie pro Nacht oft keine zehn Euro. Der Jahresbeitrag beträgt ab 50, für Familien ab 75 Euro. Für Alpentouren lohnt eine Mitgliedschaft im Deutschen Alpen­verein. Sie kostet je nach Sektion zwischen 44 und 80 Euro. Dafür können Sie vergünstigt in einer der vielen Berghütten nächtigen – auch in Österreich, Italien und der Schweiz. Und in Skandinavien? Dort bieten viele bewirtschaftete Hütten Wanderern ein Dach überm Kopf. Die Preise sind heftig, reduzieren sich aber um 30 Prozent bei Mitgliedschaft in einem der dortigen Wanderclubs (z. B. DNT, Jahresbeitrag um 70 Euro; www.huettenwandern.de).

9. Welche Ausrüs­tung brauche ich für meine Tour?

OD Wanderschuhe - Meindl Air Revolution 3.1
Robuste Wanderschuhe sind ein Muss auf jeder ausgedehnten Tour.

In den meisten Fällen reicht eine Standard-Wanderausrüstung (s. Liste rechts). Touren mit vielen Schnee- und Eispassagen erfordern zusätzlich Steigeisen und Gamaschen. Führen sie durch steileres Gelände, sind auch Pickel und Helm notwendig. Ungeübte sollten hochalpine Touren nur mit Bergführer unternehmen.

Die besten Funktionsjacken für den Herbst

OD Funktionsjacken-Test - Columbia Aravis Shell Men/Women
OD Funktionsjacken-Test - Columbia Aravis Shell Men/Women OD Funktionsjacken-Test - Jack Wolfskin Black Range Men OD Funktionsjacken-Test - Jack Wolfskin Purist Jacket Men/Women OD Funktionsjacken-Test - Vaude Cervin Men/Women 9 Bilder

Wasser, Wetter, Rucksack - die besten Tipps für die Tourenplanung

10. Woher bekomme ich unterwegs Trinkwasser?

Je nach Tempo, Wegstrecke und Wetter brauchen Sie zwei bis vier Liter Trinkwasser pro Person und Wandertag. Ideal: Apfelsaftschorle oder Wasser. Wer nicht den ganzen Tagesvorrat mitschleppen will, sollte bei der Planung »Tankstellen« wie Gasthöfe, Berghütten oder Quellen, soweit in der
Karte vermerkt, berücksichtigen.

OD Touren richtig planen
Perfekt für Touren in trockenem Gelände: ein Wassersack.

11. Wie checke ich unterwegs die Wetterlage?

Wolken und Wind verraten viel übers Wetter. So bringt Ostwind kalte Luft ins Land, eine Strömung aus Südwesten hingegen oft Regen, kommt sie aus Nordwest, wird‘s meist wechselhaft und kühl. Zieht Wind plötzlich auf, kündigt er einen Wetterwechsel an. Vorsicht ist geboten bei schwülwarmer Luft und sich hoch auftürmen­den Wolken – dann steht ein Gewitter unmittelbar bevor. Prüfen Sie vor jedem Wandertag den Wetterbericht – den es auch in Berghütten gibt.

12. Wie packe ich den Rucksack richtig?

Nach der Regel: Schweres wie Wasser rückennah, Leichtes nach außen. Oberhalb der Schultern nur Leichtes verstauen, sonst trägt sich der Rucksack schaukelig. Handy, Sonnenbrille und Karte kommen griffbereit ins Deckelfach.

6 Trekkingrucksäcke im outdoor-Test

OD Trekkingrucksäcke - Bach Litemare Lady FA
OD Trekkingrucksäcke - Bach Litemare Lady FA OD Trekkingrucksäcke - Bergans Rask 60 OD Trekkingrucksäcke - Gregory Deva 70 OD Trekkingrucksäcke - Lundhags Alpha 80 6 Bilder

Checkliste: Ausrüstung für eine Tagestour

  • Funktionsjacke
  • ggf. Regenhose
  • Wanderstiefel
  • Softshell
  • Funktionsshirt
  • Trekkinghose
  • ggf. warmes Fleece
  • Mütze/Käppi
  • Sonnenbrille/-creme
  • ggf. Trekkingstöcke
  • Tagesrucksack
  • ggf. Regenhülle
  • Wanderkarten
  • ggf. Wanderführer
  • Multifunktionsuhr
  • ggf. GPS-Gerät
  • Stirnlampe

Erste-Hilfe-Set:

  • Pflaster
  • Mullbinden
  • Tape
  • Wundauflagen
  • Wunddesinfektion
  • Schmerzmittel
  • Rettungsdecke
  • Dreiecktuch
  • Erste-Hilfe-Booklet

      Trinkflasche/-system

  • ggf. Thermosflasche
  • ggf. Mittagessen
  • Zwischenmahlzeit
  • Schweizer Messer
  • ggf. Gamaschen
  • Ausweis
  • Geldbörse
  • Krankenkassenkarte
Wanderschuh Mammut Mt. Nebo GTX
Alles dabei? Schuhe sollten auf jeden Fall dabei sein.

Besser tragen - Tipps zum Rucksack-Einstellen

OD-Instructor309-1 (gif) Rucksack einstellen anpassen
OD-Instructor309-1 (gif) Rucksack einstellen anpassen OD-Instructor309-3 (gif) 17 Bilder

6 Trekkingrucksäcke im outdoor-Test

OD Trekkingrucksäcke - Bach Litemare Lady FA
OD Trekkingrucksäcke - Bach Litemare Lady FA OD Trekkingrucksäcke - Bergans Rask 60 OD Trekkingrucksäcke - Gregory Deva 70 OD Trekkingrucksäcke - Lundhags Alpha 80 6 Bilder
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