Pidinger Klettersteig im Chiemgau Berchtesgaden Tourismus

10 tolle Klettersteige in Bayern

Top-Tipps von Nord bis Süd 10 tolle Klettersteig-Routen in Bayern

Von der fränkischen Schweiz bis in die bayerischen Alpen: So unterschiedlich die Landschaft im Freistaat ist, so vielseitig sind auch die Klettersteige Bayerns.

Für Naturgenießer und Abenteuer am Drahtseil: Zehn traumhafte Klettersteig-Routen für Einsteiger und Adrenalin-Junkies, darunter Klassiker und stille Wege.

1. Norissteig (Hirschbachtal, Fränkische Schweiz)

Der Norissteig in Franken ist die ideale Einsteigertour mit Potential für mehr: Ein Wanderweg mit Klettersteigelementen, die aber alle umgangen werden können. Meist eher gemütliche Kraxelei als richtiger Steig, führt die Route über kleine und größere Felszacken. Für Geübtere gibt es auch schwierigere Passagen. Tipp: Auch für junge Kletterneulinge ein spannendes Erlebnis. Immer wieder Ruhe- und tolle Aussichtspunkte vorhanden.

  • Schwierigkeiten: überwiegend A/B; Einzelstellen: C (umgehbar)
  • Gesamtdauer: 3 h (ab Fischbrunn), 5:30 h (ab Hohenstadt)

2. Oberlandsteig (Konstein, Altmühltal)

Eine wenig überlaufene Einsteiger-Tour ist der Oberlandsteig im idyllischen Naturpark Altmühltal. Insgesamt leichte Klettersteigpassagen und gute Sicherungen an den zwei Wandquerungen erlauben es oft, den Blick schweifen zu lassen. Ein schönes Klettersteigerlebnis, auch für Kinder. Die Aussicht vom Dohlenfelsen auf das flache Umland ist eine schöne Abwechslung zu den Hochgebirgssteigen.

  • Schwierigkeiten: B
  • Gesamtdauer: 2 h

3. Rubihornsteig (Oberstdorf, Allgäu)

Leichter Klettersteig auf einen der Oberstdorfer Hausberge: Der Klassiker auf's Rubihorn ist eine Bergtour ab der Mittelstation der Nebelhornbahn. Von der Seealpe führt ein leichten Klettersteig im Zickzack über das Kalkgestein des Südgrates hinauf. Immer wieder drahtseilversichert und mit Eisentritten versehen geht es durch alpines Gelände. Der Gipfelblick (1957 m) über Allgäuer und Ammergauer Alpen ist spektakulär und macht Klettersteig-AmateurenLust auf mehr. Aufgrund der alpinen Lage jedoch nicht für gänzlich Ungeübte empfohlen!

  • Schwierigkeiten: A/B
  • Gesamtdauer: 7 h (Insgesamt mittelschwere Bergtour; 1350 Hm)

4. Hoher Göll: Mannlsteig – Schustersteig (Berchtesgaden, Berchtesgadener Land)

Eine tolle Kombi-Tour unweit des Königssees für Geübte: Der bekannte Mannlsteig mit seiner felsig ausgesetzen Atmosphäre, der kaminartige Schustersteig und Gipfelglück am Hohen Göll. Ab dem Kehlsteinhaus (per Wanderbus auf gesperrter Straße) geht es auf einem gut versicherten, aber zum Teil ausgesetzten Steig über den Mannlgrat. Auf den rund 1.000 Klettermetern macht man zwar kaum Höhe. Doch der Weg zieht sich und auch Gegenverkehr ist die Regel. Nach rund 1,5 h erreicht man den Schlussanstieg über die Gölleiten zum Hohen Göll (2522 m), der im Verhältnis aber eher einfach ist. Ein schönes Gipfelkreuz und ein Panorama über den Königssee und das Steinerne Meer belohnen zwischendurch. Zurück über die Gölleiten klettert man dann östlich den seilversicherten Kamin zum Schuster-Steig hinab. Der Weg ist mitunter rutschig und abschüssig, Fehltritte absolut zu vermeiden. Über das Purtschellerhaus und den Ofnerboden geht es zurück.
Wem die Rundtour zu lang ist, der kann Hin- und Rückweg sowohl über den Mannlsteig oder Schustersteig wählen.

  • Schwierigkeiten: B/C
  • Gesamtdauer: 8 h

5. Hindelanger Klettersteig (Oberstdorf, Allgäu)

Etwas knackiger als auf dem Rubihornsteig geht es in naher Umgebung zu: Der Hindelanger Klettersteig ist eine lange Gratüberschreitung hoch über Oberstdorf. Einige ungesicherte Passagen, lange Leitern sowie luftige Abschnitte erfordern absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Doch für Geübte bieten die vielen Zacken und Türmchen viel Kraxelspaß und atemraubende Blicke. Eine Ferrata-Fantastico mit ordentlich Abwechslung. Der Steig ist knapp 4km lang und setzt eine gute Gesamtfitness voraus, ist bei Nässe aber nicht empfehlenswert. Drei Notabstiege stellen sicher, dass der Steig auch vorzeitig verlassen werden.

  • Schwierigkeiten: B/C
  • Gesamtdauer: 7 h

6. Mindelheimer Klettersteig (Mittelberg, Allgäu)

Mit Drahtseilen, Eisenklammern und Leitern über die Schafalpenköpfe: Der Mindelheimer Klettersteig ist einer der Klassiker im Allgäu. Ein kurzer Zustieg und gute Sicherungen machen die Tour für erfahrene Klettersteig-Geher zum Genuss. Technische Highlights sind die Leiternbrücke über einen großen Spalt und eine überhängende Klammerpassage. Stetes Auf und Ab mit mal mäßiger, mal schwierigerer Kraxelei. Kein Notabstieg, daher nur bei stabilem Wetter!

  • Schwierigkeiten: überwiegend C, Einzelstellen B
  • Gesamtdauer: 8,5 h

7. Edelrid-Klettersteig am Iseler (Oberjoch, Allgäu)

1,5 Tonnen Stahl und über 1.000 Meter Drahtseil wurden letztes Jahr verbaut, als der Klettersteig generalsaniert wurde. Ehemals als Salewa-Steig bekannt, erstrahlt die Tour an der Nordflanke des Iseler in neuem und sicheren Glanz. Trotz viel Geröll weist die Route stets eine sichere Linienführung auf, und hat zwei steile Passagen zu bieten. Schlüsselstelle ist die 'Bergführerplatte', ein Überhang mit Trittstufen, den es zu überwinden gilt. Wer das schafft, kann auch den Blick vom Gipfel (1876 m) genießen. Mittelschwerer, klassischer Klettersteig. Keine Einsteigerroute.

  • Schwierigkeiten: B/C
  • Gesamtdauer: 8 h

8. Pidinger Klettersteig (Bad Reichenhall, Chiemgau)

Ein atemberaubendes Panorama und eine der schwersten Klettersteig-Herausforderungen Deutschlands warten in Piding, kurz vor Salzburg: Der Steig auf den Hochstaufen ist technisch schwer, aber vor allem sehr lang und steil. Der Durchstieg der Nordabstürze an der 700 Meter hohen Nordwand ist überwiegend seilversichert, es warten aber auch ausgesetzte Stellen. Steiles Klettervergnügen für alle Experten. Nach einem schweren Einstieg kann man vor dem ersten Notausstieg kurz durchschnaufen. Nach dem zweiten Notausstieg wartet ein knackiges Finale bis zum Gipfel (1772 m). Der bietet dann einen Rundumblick über Salzburg bis zum Chiemsee. Nur für sehr erfahrene und fitte Ferratisti.

  • Schwierigkeiten: D
  • Gesamtdauer: 7 h

9. Mauerläufersteig (Garmisch-Partenkirchen, Wetterstein)

Ambitionierte Klettersteiger können sich auch auf dem Mauerläufersteig nahe der Alpspitzbahn austoben: Ein sehr anspruchsvoller Sportklettersteig im schroffen Wettersteingebirge. Bereits der Einstieg (D/E) wartet mit einer der kniffligsten Stellen auf, Rampen, Steilwände und Überhänge fordern das Geschick immer wieder heraus. Ein kräftezehrender Mix aus Vertikalkletterei, Drahtseilakten und Seilleitern spuckt die Begeher unweit des Gipfels Bernadeinkopf (2144 m) aus. Auch ein Anschluss über den Ostgrat auf die Alpspitze ist möglich. Aufgrund der Länge dieser Variante allerdings auch eine der größten deutschen Steig-Herausforderungen. Für weniger ambitionierte Begleiter ist der einfachere Schöngängesteig quasi nebenan.

  • Schwierigkeiten: D/E
  • Gesamtdauer: 4,5 h

10. Höhenglücksteig (Hersbrucker Alb, Nürnberger Land)

Abschließend nochmal in nördliche Gefilde: Der Höhenglücksteig ist definitiv der anspruchsvollste deutsche Mittelgebirgssteig und für leidenschaftliche Ferratisti eine schöne Abwechslung zu den Alpinsteigen. Außerdem bietet er so viel Variation, dass Experten und weniger versierte die Tour auch zusammen bestreiten können, da alle schwierigen Elemente umgangen werden können. Der rund 1.000 Klettermeter lange Steig verläuft fast durchgängig in 15 bis 20 Metern Höhe und ist in drei Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil mit dem 'Knackigen Herzog' wartet direkt ein nahezu senkrechter Einstieg (E), weitere Elemente im Bereich D und E hangeln sich am Fels entlang. Der zweite Abschnitt ist technisch weniger happig – und auch kürzer, im dritten wartet nochmal ein knackiges Finale bis zur Aussichtsplattform auf den Prellstein. Seilabenteuer pur – weit weg von den Alpen. Die Umgehungen sind teils speckig und für Anfänger recht rutschig. Sicherheit bis Grad C wird auch für die 'light'-Tour empfohlen.

  • Schwierigkeiten: D/E
  • Gesamtdauer: 3 h

Schwierigkeitsgrade

(nach der Schall-Skala A-F, wie oben angegeben)

  • A (leicht): Einfache, gesicherte Wege mit teilweise kurzen, exponierten, aber gut versicherten Stellen.
  • B (mäßig schwierig): Abschnittsweise steileres und ausgesetztes Felsgelände. Senkrechte, längere Leitern und Tritte.
  • C (schwierig): Steiles bis sehr steiles Felsgelände. Ausgesetzte, kleintrittige Passagen.
  • D (sehr schwierig): Senkrechtes, oft überhängendes und sehr ausgesetztes Gelände mit oft weit auseinander liegenden Klammern. Große Armkraft und gute Steigtechnik nötig.
  • E (extrem schwierig): Meist überhängendes Gelände mit extremer Anforderung an Kraft und Moral. Nur für sehr erfahrene Klettersteig-"Profis". Übergang zu F für außergewöhnlich extreme Schwierigkeiten (ganz selten).
  • Quelle: DAV - weitere Infos hier

Grundausrüstung

Helm, Gurt, Klettersteig-Set, Handschuhe – viel ist es nicht, was man für einen Klettersteig benötigt. Aber die Qualität sollte stimmen. Hier ein paar Empfehlungen:

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