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Zehn Wanderrucksäcke im Test 2011

Bunte Vielfalt: Die neuen Wanderrucksäcke

Eine neue Generation von Wanderrucksäcken versucht mit unterschiedlichen Rezepten, das Tragen auf Tour so komfortabel wie möglich zu gestalten. Nur vier von zehn Modellen gelingt das sehr gut. Lesen Sie, welchen.

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Boris Gnielka
Auf outdoor-Testtour: erst der direkte Vergleich zeigt Stärken und Schwächen.

„Fight Gravity!, Kampf der Schwerkraft!“, so lautet das Motto von Kletterern in aller Welt. Es dürfte auch die Maxime von Rucksackherstellern sein. Schließlich versuchen auch sie mit immer neuen Kniffen, der Erdanziehungskraft ein Schnippchen zu schlagen. Ein Sack mit Trägern? Das war einmal. Heute finden sich selbst in der Rucksack-Kompaktklasse bis 35 Liter Volumen teure Tüfteleien: beweglich gelagerte Hüftgurte, perforierte Polsterschäume, anatomisch geformte Rückenschalen aus hauchdünnem Kunststoff und stabilisierende Streben aus hochfestem Aluminium. Das offenbart der prüfende Blick auf die Tragesysteme der zehn interessantesten Wanderrucksäcke der aktuellen Saison, die outdoor für einen Test ausgewählt hat. Sie alle fassen ein Volumen von etwa 25 bis 35 Litern und sind damit optimal für Tagestouren oder Wochenendwanderungen mit Übernachtung in Hütten oder Gasthäusern. So viel der Gemeinsamkeiten. Bereits beim Preis sind sich die Testkandidaten schon nicht mehr ganz so einig: Sie kosten zwischen günstigen 50 und stolzen 190 Euro, wobei das Gros – sechs Modelle – bei rund 110 Euro liegt.

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outdoor-Bestenliste: Rucksäcke
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Viele Wege – ein Ziel: maximaler Tragekomfort
Große Unterschiede zeigen sich auch bei den Tragesystemen im Testfeld: Vier der Kleintransporter besitzen gewölbte Packsäcke, die mit einem stark luftdurchlässigen Netz bespannt sind, so dass möglichst viel kühlende Frischluft an den Rücken des Trägers gelangt. Die anderen sechs sind sogenannte Körperkontaktmodelle, das heißt, sie liegen direkt auf dem Rücken an. Damit es dort bei Anstrengung nicht zu heiß hergeht, lassen zwei der Körperkontaktrucksäcke die angewärmte Luft über Aussparungen im Polster entweichen. Bei den anderen vier soll das der offenporige Schaum alleine schaffen. Vorteil der Kontaktrücken-Konstruktion: ein besonders körpernaher Schwerpunkt. Das ermöglicht eine bessere Lastkontrolle, was vor allem bei bewegungsintensiven Aktivitäten wie beim Klettersteiggehen oder Bergsteigen die Balance erleichtert – so weit die Theorie.

Um die Qualitäten der Testrucksäcke in der Praxis zu beurteilen, sieht die Schwäbische Alb an einem Samstagmorgen sechs outdoor-Tester aus ihren Autos steigen. Vor ihnen zwei Berge: einer aus Rucksäcken, der andere aus Lebensmitteln. »Und das wollen Sie unterwegs alles essen?« Ungläubig beäugt eine rüstige Frau in Wanderkluft, wie neben ein paar Regenjacken auch kiloweise Käse, Schinken, Streichpasten, Brote, Äpfel und Bananen in den Rucksäcken verschwinden. Dazu Thermosflaschen und prall gefüllte Trinkblasen – nur so schaffen es die Tester, das Gewicht der Rucksäcke auf exakt acht Kilo zu hieven; eine digitale Hängewaage hilft dabei, lässt die Aktion in den Augen der rotsockigen Zuschauerin allerdings nicht unverdächtiger erscheinen. Werden hier vielleicht in Höhlen lebende Partisanen, womöglich militante Stuttgart-21-Gegner, versorgt? Mit der Erklärung, dass dieser Aufwand »nur« zum Testen der Rucksäcke dient, verabschiedet sich das Sextett von der zweifelnden Einheimischen. Zwei Tage lang wird es unterwegs sein, um alle zehn Modelle auf Polster und Träger zu prüfen. Immer wieder stoppend, diskutierend und Rucksäcke tauschend – denn nur im direkten Vergleich, mit austariertem Gewicht lassen sich fundierte Aussagen über den Tragekomfort treffen, Stärken und Schwächen eines jeden Modells beurteilen. Doch woran genau erkennt man eigentlich die Tragequalitäten eines Rucksacks?

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Tagesrucksäcke

Kleine Rucksäcke – große Anforderungen

Zehn aktuelle Wanderrucksäcke im outdoor-Test

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Das Rucksackgewicht darf dabei nicht allein auf den Schultern lasten, sondern muss sich auch auf Rückenfläche und Hüftgurt abstützen können – nur so lassen sich Nackenverspannungen und Schulterschmerzen vermeiden. Und natürlich sollten sämtliche Auflageflächen angenehm luftig sein. Das zusammen ist bereits eine Herkulesaufgabe. Doch ein guter Rucksack muss noch mehr können: Neben dem Tragekomfort müssen auch Ausstattung und Handling stimmen, wobei hier vieles von persönlichen Vorlieben abhängt: Während es der eine schlicht und schnörkellos mag, kann der andere von Taschen und Steckfächern gar nicht genug kriegen.

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outdoor
Ein guter Rucksack ist derjenige, der zur Statur des Trägers passt.

Auch das Einsatzgebiet bestimmt, welche Features nötig sind und welche nicht: Kein Wanderer braucht zwei Eispickelhalterungen oder einen abnehmbaren Hüftgurt. Bei ihm stehen eher die Regenhülle, ein Fach für die Wanderkarte sowie eines für die Trinkflasche auf der Ausstattungsliste. Anders sieht es auf Bergtour aus. Hier sind schlichte Rucksäcke eine gute Wahl, schließlich treibt jedes Detail das Gewicht in die Höhe und birgt die Gefahr, irgendwo hängenzubleiben. Kompressionsriemen, mit denen man das Rucksackgewicht nah an den Körperschwerpunkt zieht, sind hingegen sowohl auf Wander- als auch auf Bergtour unverzichtbar, ebenso ein Deckelfach mit ausreichend Stauraum. ­Nach etlichen Kilometern, vielen Rucksack-Wechselpausen und einigen vollgeschriebenen Notizblöcken steht das Ergebnis fest:

Sieben der zehn Modelle eignen sich gut zum Wandern
und Bergwandern, darunter sogar vier sehr gut:
Black Diamond Boost, Deuter Spectro, Osprey Stratos und Tatonka Pacy.

Vor allem der Deuter macht Wanderungen zum Wellnesstrip: Sein zur Perfektion gereiftes Netzrücken-Tragesystem schafft als einziges im Test den Spagat von Flexibilität und Stabilität. Wie festzementiert sitzt es am Rücken, nimmt das Gewicht von den Schultern und gibt dem Oberkörper trotz aller Stabilität eine gewisse Bewegungsfreiheit. Bis zu zwölf Kilo lassen sich mit dem Deuter bequem tragen. Wer kräftig gebaut ist, wählt statt des AC 28 SL den AC 32. Er besitzt breitere Träger, aber den gleichen Tragekomfort.

Sie sind sportlich, etwa mit energischem Trekkingstockeinsatz unterwegs? Dann setzen Sie sich einmal den Black Diamond Boost auf. Hüftgurt und Schulterträger sind bei ihm beweglich gelagert, was die Bewegungsfreiheit erhöht. Braucht man sie nicht, lässt sie sich im Nu begren­zen.

Wer einen Rucksack nicht nur zum Wandern, sondern auch für Klettersteige oder Bergtouren sucht, wird bei Tatonka fündig. Der Pacy 35 bietet top Tragekomfort kombiniert mit bergtauglicher Ausstattung und robustem Material.

Sie wollen ein eher schlichtes, leichtes Modell für Bergtouren aller Art? Dann sind Bach Altitude und Vaude Splock richtig.

Insgesamt kann sich das Testergebnis also sehen lassen. Doch so gut sich die neue Rucksackgeneration auch trägt, die Schwerkraft war auch mit ihr immer noch spürbar.

Wie sich der Rucksack am besten trägt

Zehn aktuelle Wanderrucksäcke im outdoor-Test

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Schritt 1: Einstellung

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Soll das Rucksackgewicht von den Schultern auf die Hüfte wandern, ziehen Sie beide Lastkontrollriemen gleichmäßig fest.

Schritt 2: Längensache

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Bei einigen Rucksäcken können Sie die Länge der Schulterträger am Tragesystem einstellen. Nutzen Sie die Justiermöglichkeit!

Schritt 3: Kompression

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Jeder Rucksack trägt sich gut gepackt und fest verzurrt besser. Schweres gehört nah an den Rücken; ziehen Sie alle Kompressionsriemen fest.

Schritt 4: Feinarbeit

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Bei einigen Rucksäcken (im Test: Tatonka) lässt sich die Mittelstrebe herausziehen. So können Sie prüfen, ob sie Ihrer Rückenform entspricht.

Schritt 5: Anpassung

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Die Strebe ist anders geformt als Ihr Rückgrat? Dann so zurechtbiegen, dass sie passt und wieder (richtig herum!) in den Rucksack schieben.

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