8 Trekkingstöcke im outdoor-Test
Stockwerk - 8 Trekkingstöcke im outdoor-Test

Trekkingstöcke erhöhen die Traktion, entlasten die Knie und helfen, das Gleichgewicht zu halten. Acht Modelle im outdoor-Test.

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Foto: Studio Nordbahnhof
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Studio Nordbahnhof
Lange Werkzeuge - große Wirkung. Trekkingstöcke sind eine Erleichterung auf jeder Bergtour.

Trekkingstöcke gelten in einigen Regionen immer noch als Hilfsmittel für Ungeschickte. Dabei bieten sie handfeste Vorteile: Sie verbessern die Bodenhaftung und das Vorankommen auf Schnee, nassem Gras oder Matsch; sie helfen, das Gleichgewicht zu halten, entlasten beim Bergabgehen die Knie und beim Bergaufgehen die Beinmuskeln.

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In den Genuss dieser Vorteile kommt jedoch nur, wer seine Stöcke korrekt einstellt und die richtige Technik beherrscht. Auch die Wahl des geeigneten Stockmodells entscheidet über Frust oder Genuss auf Tour – wie der outdoor-Test von acht aktuellen Paaren beweist. Auf Treks in Norwegen, in der Schweiz und auf der Schwäbischen Alb mussten sie zeigen, wie komfortabel sie sich greifen, wie präzise sie sich dirigieren und setzen lassen und wie einfach ihre Längenverstellungen funktionieren. Zudem prüfte outdoor im Labor die Stabilität der Stöcke, ermittelte ihre Auszugs- und Transportlänge sowie das Gewicht.

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Trekkingstöcke - die besten Stäbe im Test

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Ralf Gantzhorn
Ein entscheidender Faktor für Komfort: die richtige Stocklänge!

Wie angenehm sich ein Stock anfühlt, hängt vor allem davon ab, wie leicht er ist, wie gering seine Vibrationen beim Aufsetzen ausfallen und wie ergonomisch sich Griff und Schlaufe fassen lassen. Allerdings: Je leichter der Stock, desto instabiler ist er in der Regel und desto kürzer seine Auszugslänge. So kommt der 400-Gramm-Alu-Leichtstock von Exped auf gerade mal 124 Zentimeter – zu wenig für Outdoorer über 1,75 Meter Körpergröße. Black Diamond, Komperdell und Leki setzen bei ihren Leichtstöcken deshalb auf Carbon statt Aluminium. Sie wiegen bei größerer Auszugslänge und zum Teil höherer Stabilität weniger als ihre Alu-Kollegen. Weiterer Vorteil: Carbonstöcke dämpfen stärker. Selbst wenn man sie energisch auf hartem Grund aufsetzt, schwingen sie kaum nach, erreichen so gut wie keine störenden Vibrationen die Handgelenke. Kehrseite: Carbonstöcke kosten mehr und reagieren empfindlich auf rüden Felskontakt.

Welcher Stock sich am besten für Ihre Zwecke eignet, hängt aber nicht nur vom Material ab. Körpergröße, Gewicht (mit Rucksack) und Handgröße spielen eine mindestens ebenso große Rolle. Im outdoor-Test zeigt sich: Groß gewachsene, kräftige Wanderer und solche, die mit 30 Kilo auf dem Rücken durch die Wildnis trekken, sollten zum Contour von Black Diamond greifen. Er verwindet sich auch voll ausgezogen (142 cm) kaum und lässt sich leicht verstellen. Perfekt fallen die Schlaufen aus: Sie sind weich gepolstert und setzen den Handgelenken selbst auf sportlichen Mehrtagestouren nicht zu.

Neben dem Contour eignet sich unter den Teststöcken nur noch der Leki Yukon AS für Outdoorer über 1,90 Meter. Er lässt sich noch länger ausziehen (146 cm) und schmeichelt mit handlichen, sehr ergonomisch geformten Griffen und ­einer effektiven Dämpfung für Forst- und Teerpisten. Allerdings empfiehlt sich der Yukon nur bedingt für kräftige Trekker, die mit schwerem Rucksack unterwegs sind. Bei solchen Belastungen verwindet er sich spürbar. Ideal ist das Leki-Modell hingegen für Tageswanderungen im Mittelgebirge, auch für groß gewachsene Wanderer.

Zierliche Personen oder alle, die ein extrem leichtes Modell suchen, greifen zum Leki Carbonlite. Er wiegt nur 390 Gramm pro Paar und schwingt beim Aufsetzen kaum nach – extrem komfortabel! Außerdem besitzt er zusammen mit dem Yukon AS den besten Griff im Test: Dank seiner ausgeklügelten Form lässt er sich auch bei Steilabstiegen – von oben aufgestützt – perfekt fassen und dirigieren. Wem das Leichtgewicht zu teuer ist (Preis: 130 Euro), entscheidet sich für den kaum schwereren, aber deutlich günstigeren Exped Alpine Lite für 75 Euro – vorausgesetzt, man misst nicht mehr als 1,75 Meter, denn der Alpine Lite fällt mit einer maximalen Länge von 124 Zentimeter kurz aus.

Wer dagegen einen extrem stabilen Stock benötigt, wird bei Black Diamond fündig: Der Alpine Carbon Cork (120 Euro) ist zwar kein Leichtgewicht (Gewicht: 520 Gramm), brilliert aber mit viel Komfort und top Ausstattung: hautfreundliche, komfortable (aber dicke) Korkgriffe – fast so ergonomisch wie die von Leki –, die weichsten Handschlaufen im Testfeld und komfortable Griffverlängerungen. Diese erlauben es, Stöcke kurzzeitig tiefer zu fassen – praktisch bei kurzen, aber steilen Anstiegen, für die es kaum lohnt, die Länge zu verstellen. Obwohl genau das bei Black Diamond besonders flott gelingt: Hebel auf, gewünschte Länge einstellen, Hebel zu – fest. Kein langwieriges Drehen, kein Suchen von Bolzen, die in passende Löcher schnappen müssen – einfach perfekt! Nur zarten klammen Händen fehlt dafür manchmal die nötige Kraft.

Entscheiden Sie sich also unter den empfehlenswerten Modellen für den Stock, der Ihren Vorstellungen am besten entspricht. Dann werden auch Sie Ihre Stöcke schnell zu schätzen wissen – und unwissen­den Spöttern mit Nachsicht und Gelassenheit begegnen!

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