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Speick-Pflanze Speick Naturkosmetik

Gutes aus der Natur

Speick Naturkosmetik

Die Speik-Pflanze verleiht Produkten der Firma Speick Naturkosmetik ihren charakteristischen Duft – und kommt in zahlreichen Pfelgeprodukten von der Seife bis zum Rasierschaum zum Einsatz ...

Wir haben uns mit Geschäftsführer Wikhart Teuffel über die Firma Speick und deren Produkte unterhalten:

outdoor: Herr Teuffel, viele Menschen glauben, Speick sei einfach Ihr Firmenname. Dabei heißt so auch die Pflanze, die der charakteristische Bestandteil aller Speick-Produkte ist. Um was für eine Pflanze handelt es sich?

Wikhart Teuffel: Echter Speik – den Namen der Pflanze schreibt man mittlerweile nur mit »k« – ist eine Baldrianart. »Valeriana celtica« für alle, die es mit botanischen Bezeichnungen genau nehmen. Er wächst auf kalkarmen Böden in Höhen zwischen 1800 und 2300 Metern vor allem in Kärnten, sieht krautig und eher unscheinbar aus. Seine Wurzeln enthalten viel ätherisches Baldrianöl, und der Extrakt aus der Pflanze riecht sehr frisch, leicht herb, grünlich-gurkig. Das würde man nicht vermuten, wenn man an getrocknetem Speik schnuppert: Da denkt man eher an Schweißfüße.

Speik war bereits in der Antike bekannt und beliebt. Sein Duft soll zugleich entspannen und beleben. Wie funktioniert das?

Ja, Speik besitzt eine lange Geschichte als Heil- und Duftpflanze. Er wurde schon vor 2500 Jahren in den Vorderen Orient exportiert und mit Gold aufgewogen. Der Duft vom Speik-Extrakt wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem und zugleich anregend auf das vegetative Nervensystem. Das bedeutet: Speik entspannt, ohne müde zu machen, beziehungsweise erfrischt, ohne aufzuputschen. Je nachdem, wie man selbst gerade drauf ist.

Wie kam es dazu, dass Firmengründer Walter Rau 1928 auf die in Deutschland damals in Vergessenheit geratene Pflanze aufmerksam wurde?

Walter Rau kam ja bereits aus einer Seifenherstellerfamilie aus Stuttgart. Er wollte aber etwas anderes produzieren als die damals verbreitete Kernseife. Sein Schwager – ein Arzt, der auch homöopathisch arbeitete – legte ihm Baldrian nahe, und so stieß er bei seiner Recherche bald auf die Unterart Speik.

Was tat er dann?

Er bestellte sich die Pflanze, die damals noch auf dem Weltmarkt verfügbar war, zog den Extrakt heraus und begann, mit Zusammensetzungen für eine pflegende Seife zu experimentieren. Als er damit zufrieden war, färbte er sie noch mit Lebensmittelfarbe lachsrot: ein Markenzeichen.

Am Anfang des Unternehmenserfolges stand die Speickseife. Wann und warum wurde das Sortiment ausgebaut?

Schon in den 1930er Jahren. Damals wurde Körperpflege zunehmend zum Thema, und so stellte Speick Naturkosmetik zum Beispiel recht schnell auch Rasiercreme her. Die meisten Duschgels, Bodylotions und die Männerpflege-Produkte sind aber erst in den letzten Jahrzehnten hinzugekommen – eine Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach Naturprodukten.

Speick Naturkosmetik
Speick Naturkosmetik
"Eine Seife, die nicht nur säubert, sondern auch pflegt" war das Ziel von Walter Rau. Ergebnis: die kräftig duftende Speickseife.

Nachdem die Österreicher ihn jahrhundertelang in großen Mengen exportiert hatten, war Speik vom Aussterben bedroht und wurde 1936 unter Naturschutz gestellt. Ihre Firma behalf sich jahrzehntelang mit nachgezüchteten Pflanzen. Die überzeugten aber nicht?

Nein. Wir hatten zum Beispiel im Schwarzwald Felder, die im Vierjahres-Turnus bewirtschaftet und abgeerntet wurden, aber die Erträge waren eher mickrig. Außerdem ist die Qualität von gezüchtetem Speik einfach nicht vergleichbar mit der von Wildpflanzen aus den Kärntner Alpen.

Wie haben Sie es geschafft, 1987 von den österreichischen Behörden eine Sondererlaubnis für das Ernten von wildwachsendem Speik zu bekommen?

Naja, etwas zäh war das schon. Wir haben aber in Feldstudien vor Ort nachgewiesen, dass die Pflanze besser wächst, wenn regelmäßig kleine Mengen gepflückt werden. Inzwischen ist das Ganze rechtlich abgesichert, nur Speick Naturkosmetik darf Speik ernten.

Heute kann man Speick-Produkte in Bioläden und Drogerien in ganz Deutschland kaufen, zudem exportieren Sie in 36 Länder. Dabei stammt der Speik-Extrakt aus Pflanzen, die von zwei Bauernfamilien in den Kärntner Nockbergen gesammelt werden. Wächst Speik dort in großen Mengen, oder ist er extrem ergiebig?

[lacht] Betriebsgeheimnis! Dazu äußern wir uns nicht. Aber Sie können ganz sicher sein: In jedem Speick-Produkt steckt Speik-Extrakt drin.

Ihr Unternehmen hat schon diverse Nachhaltigkeits-Auszeichnungen erhalten. Nun ist aktuell Verpackungsmüll ein großes Thema. Wird es in naher Zukunft auch verpackungsfreie Speick-Produkte geben, zum Beispiel Shampoo zum Abfüllen in sogenannten Unverpackt-Läden?

Bei Seife ist das leicht, da reicht eine Banderole. Und Seife geht gerade regelrecht durch die Decke, bei keinem unserer Produkte wächst die Nachfrage derzeit so wie bei Haarseife. Nur wollen Verbraucher oft makellose Ware, und unverpackte Seife bekommt schneller kleine Macken als verpackte. Wirklich nachhaltige Lösungen bedeuten auch Verzicht, aber kaum jemand will verzichten. Das macht mich manchmal wahnsinnig! Bei Flüssigprodukten wie Shampoo zum Selberabfüllen stehen uns teilweise sehr strenge Hygienevorschriften im Weg. Aber da sind wir auch am Ball und bieten neben gänzlich unverpackten Seifen bereits viele unserer Produkte in Fünfliter-Kanistern an.

Speick Naturkosmetik - Valentin und Wikhart Teuffel
Speick Naturkosmetik

Familien-Power bei Speick Naturkosmetik: Wikhart Teuffel (rechts), Enkel des Speick-Gründers Walter Rau, führt das mittelständische Unternehmen aus dem schwäbischen Leinfelden-Echterdingen in dritter Generation. Junior-Chef ist sein Sohn Valentin. Die Firma schreibt ökologische Nachhaltigkeit ebenso groß wie soziale und erhielt dafür unter anderem bereits den CSR-Preis der Bundesregierung. Ihre Produkte überzeugen auch immer wieder in Tests.

Weitere Infos auf speick.de

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