od-2015-vaude-winter-skitour-1 (jpg) Vaude / Alexander Fuchs

Skitouren-Grundkurs: Tipps für die perfekte Tour

Sicher auf Skitour - Safety Check

Sicher ist sicher: Hier finden Sie die besten Tipps für ungetrübten Tourenspaß und das richtige Safety-Equipment.

Abenteuerlust, Sehnsucht nach Stille und ungestörter Naturgenuss. Alles Gründe, die Skitourengehen boomen lassen.

Kompletten Artikel kaufen
od-2018-tourenski-test-aufmacher-2 (jpg)
Skitour-Sammlung: Equipment, Touren, Tests
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 200 Seiten)
5,99 €
Jetzt kaufen

"Das Faszinierende daran ist, dass man gehen kann, wohin man will. Man legt seine eigene Spur ins Gelände und ist frei von angelegten Wegen", schwärmt etwa Wolfgang Pohl, Leiter der Bergschule Vivalpin.

Und die moderne Ausrüstung, von der Funktionsbekleidung über leichte Ski bis hin zum ideal angepassten Rucksack, sorgt ­dafür, dass sich jeder voll und ganz auf sich und die Bergwelt konzentrieren kann. Fakt ist aber auch, dass das Risiko immer mitfährt. In diesem Artikel zeigen wir, wie man es reduziert.

Know-how aneignen

"Denken statt schaufeln!" sagt Lawinenpapst Werner Munter. Zu Recht, denn Wissen hilft, Risiken klein zu halten. Wissen, das Sie sich am besten über Kurse aneignen sollten. Darin lernen Sie, wo Risiken liegen, wie Sie den Lawinenlagebericht interpretieren und das Gelände sowie die Topokarte richtig lesen.

Nahezu jede Skischule und etliche Veranstalter bieten Lawinenseminare unter Anleitung von Bergführern an, zum Beispiel der DSV (www.ski-online.de) oder der SAAC (www.saac.at).

Skitour richtig planen und Informationen einholen

Prävention beginnt bereits bei der Planung. In jedem Fall sollten Sie zusätzlich zur eigentlichen Tour ein moderateres Ausweichziel festlegen. Sonst besteht die Gefahr, dass man den ursprünglichen Tourenwunsch mit der Brechstange umsetzen will, trotz gefährlicher Vorhersage. "Wird schon klappen!" ist ein oft gehörter letzter Satz.

Vor der Tour sollte der Wetter- und Lawinenlagebericht gelesen werden. Er teilt die aktuelle Lawinensituation in fünf Gefahrenstufen ein, dazu informiert er über die Schneeverhältnisse, Windstärken, Temperaturen und über den Schneedeckenaufbau. Auf seiner Grundlage sollte man dann entscheiden, ob das ursprüngliche Ziel oder zumindest das Ausweichziel möglich ist.

Ausrüstungs-Check: Alles Wichtige dabei?

Checken Sie, ob Sie alle wichtigen Orientierungsmittel beisammen haben:

  • Tourenführer
  • Karte
  • Kompass
  • eventuell GPS-Gerät
  • Stirnlampe für Notfälle

Legen Sie eine Liste zum Abhaken an, dann vergessen Sie nichts. Ebenfalls mit müssen ein digitales Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Lawinenschaufel und Lawinensonde. Am besten packen Sie die Ausrüstung schon zwei Abende vor Tourenstart und checken sie auf Funktionstüchtigkeit. Dann haben Sie noch einen Tag Zeit, Fehlendes zu organisieren.

Besonders wichtig: frische Batterien für LVS- und GPS-Gerät sowie Stirnlampe. "Übrigens sollte man sich von dem ­Gedanken entfernen, dass grundsätzlich alles wenig wiegen muss", sagt Martin Hafenmair, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und Ausbilder im Deutschen Skilehrerverband. "Vielmehr muss der Fokus auf Funktionalität liegen. Die Schaufel sollte zum Beispiel aus solidem Metall bestehen, nicht aus Kunststoff. Auch eine stabile Sonde ist Pflicht."

Weiterhin gehört ein Erste-Hilfe-Set mitsamt Rettungsdecke oder Biwaksack mit an Bord.

PDF
Hier können Sie sich die outdoor-Skitouren-Packliste herunterladen0,03 MByte
Lawinen-Airbag-Rucksack-Test - Alle Systeme
Lawinen-Airbag-Rucksack-Test - Alle Systeme
Passionierte Freerider können das Verschüttungsrisiko mit einem Lawinenairbag-Rucksack herabsetzen. Das Lawinenairbag-System hat seine Tauglichkeit inzwischen bei zahlreichen dokumentierten Lawinenunfällen unter Beweis gestellt. Die Investition liegt aber bei rund 700 Euro. Aber Vorsicht – das Tragen eines solchen Airbags ist kein Grund für erhöhte Risikobereitschaft und ersetzt selbstverständlich auch nicht das Tragen eines LVS-Geräts. Mehr über die Funktionsweise von Lawinen-Airbags gibt es in diesem Video:

Kopf und Rücken schützen

"Helme werden von Skitourengehern immer noch belächelt – sorgen aber gerade im felsigen Gelände für Sicherheit, außerdem schützen sie den Kopf vor Kälte", sagt Hafenmair. Auch zu Rückenprotektoren rät er: "Wer sie als störend empfindet, greift zu einem Tourenrucksack mit integriertem Protektor!" Ange­boten werden die besonderen Tourenrucksäcke beispielsweise von Deuter oder Ortovox.

Eine spezielle Skibrille ist hingegen nicht unbedingt notwendig. Vor allem bei Schneefall oder trüber Sicht bietet sie jedoch deutliche Vorteile gegenüber normalen Sonnenbrillen. Am besten nimmt man beides mit.

Hafenmairs Vorschlag: "Aufstieg mit Sonnenbrille, Abfahrt mit Skibrille. Hier unbedingt auf den ausreichenden UV-Schutz achten!" Bei sonnigem Wetter empfiehlt sich ein Schutzfaktor von mindestens 3, besser 4.

Jetzt kann's losgehen: Letzte Vorbereitungen

Bevor Sie den ersten Aufstieg wagen und Ihre Wedelspuren durch den Tiefschnee ziehen, sollten Sie die Funktionsfähigkeit Ihrer LVS-Geräte überprüfen, die Topokarte studieren, und das Gelände scannen.

Um Hilfe rufen zu können, speichern Sie ins Mobiltelefon die euro­päische Notrufnummer 112. Außerdem sollten Sie Rufnummern lokaler Lawinenwarndienste eingeben.

Studieren Sie vorab das Gelände anhand einer Topokarte, und machen Sie sich ein Bild über die aktuellen ­Bedingungen vor Ort anhand jüngster Tourenberichte und -bilder.

Prüfen Sie beim Tourenstart die Funktionsfähigkeit sämtlicher LVS-Geräte in der Gruppe. Dazu schalten ­alle Fahrer ihr Gerät aus, bis auf einen.

Dieser "Tester" schaltet in den Sendebetrieb. Jetzt nacheinander alle ausgeschalteten Geräte auf Empfang stellen und checken, ob sie das ­Signal des Testers empfangen.

Anschließend stellen alle ihr Gerät in den Sendebetrieb und legen es an. Im Zehn-Meter-Abstand passieren sie nun den Tester, der sein Gerät jetzt auf "Empfang" gestellt hat. Er kontrolliert damit, ob die anderen Geräte wirklich senden. ­Danach wechselt auch der Tester in den Sendebetrieb, und die Tour kann beginnen.

Prüfen Sie unablässig Ihre Umgebung auf Lawinengefahr. Vorrangig sollten Sie ein Auge werfen auf Hangneigung und -ausrichtung. Lawinengefahr besteht bei Hängen von mehr als 25 Grad, vor allem dann, wenn sie nach Norden zeigen.

Die Hangneigung lässt sich mit einem der vielen Sicherheitstools messen, beispielsweise mit der SnowCard (www.av-snowcard.de), per Skistockmethode oder mittels iPhone und aufgeladener Sicherheits-App.

Auch auf die Neuschneemenge und Windgeschwindigkeit sollten Sie achtgeben. Grundsätzlich gilt: Je mehr Neuschnee und je stärker der Wind, desto größer das Risiko. Liegt in Rinnen oder Mulden viel eingeblasener, lockerer Schnee (Triebschnee), ist Vorsicht geboten.

Schauen Sie auch auf Geländefallen wie Steine, Bäume, oder Felsen, die bei der Abfahrt zum Hindernis werden können.

Weitere Tipps im Video

PS Lawinen-Vorsorge: Das müssen Sie im Gelände beachten
Lawine Ortovox Vorbereitung Merkmale sondieren schaufeln Notfall Merkmale Gefahrenmuster

Risiko und Sicherheit auf Skitouren hängen primär vom eigenen Verhalten ab. Hier erfahren Sie, wie Sie Hänge sicher befahren, adäquate Entscheidungen in der Gruppe treffen und im Ernstfall reagieren.

Gruppendynamik beachten: In Gruppen gehen Menschen oft ein höheres Risiko ein, denn niemand möchte als Spielverderber dastehen. Durchbrechen lässt sich diese Dynamik, indem sich jedes Gruppenmitglied zunächst selbst ein Bild von der ­Lage verschafft und für sich eine Entscheidung trifft. Anschließend bespricht man die individuellen Beschlüsse zusammen und fällt daraufhin eine Entscheidung.

Hänge sicher befahren: Hänge über 30 Grad immer nur mit großem ­Abstand zu Vorder- respektive Hintermann befahren. Diese "Entlastungsabstände" sollten mindestens zehn Meter betragen. Das reduziert die punktuelle Belastung der Schneedecke – und damit auch das Risiko einer Lawinenauslösung. Halten Sie sich an sichere Geländepunkte, wie etwa dichten Wald oder stark befahrenes Gelände. Überlegen Sie sich im Voraus einen Fluchtweg – für den Fall, dass eine Lawine abgehen sollte. Für solche Fluchtfahrten kommen Nischen, beispielsweise Felsvorsprünge, in Frage. Absolute Notlösung: "Straight Line". Diese direkte Schussfahrt hat zum Ziel, der Lawine einfach davonzufahren.

Schnell reagieren: Ist Ihr Kamerad von einer Lawine verschüttet worden, müssen alle ihr LVS-Gerät vom Sende- in den Empfangsmodus stellen. Wer sich nicht an der Suche beteiligt, stellt sein Gerät aus und setzt einen Notruf ab. Dabei geht er nach der 5-W-Regel vor: Was? Wo? Wer? Wie viele? Und: Warten auf Rückfragen. Alle anderen machen Sonden und Schaufeln für den Einsatz klar und beginnen im Laufschritt mit der Suche. Ist der Verschüttete ­lokalisiert, kommt die Sonde zum Einsatz: Arbeiten Sie sich damit spiralförmig nach außen. Bei Fund die Sonde stecken lassen!

Effektiv schauffeln: Viel mehr Potenzial liegt hingegen im Schaufeln, das zeigen die Statistiken der Bergwacht eindeutig. "Für das Freigraben von Verschütteten wird meist drei bis viermal so lange gebraucht wie für die Suche", so Zehetleitner. Verkürzen kann man die Zeit vor allem dadurch, dass man eine große und stabile Schaufel verwendet. Auch sollte man die richtige Schaufelfeldgröße kennen: Der Radius sollte der Verschüttungstiefe entsprechen – ablesbar ist er an der Sonde. Am besten ist es natürlich, Sie müssen gar nicht erst zur Schaufel greifen. Wie das geht, haben Sie ja bereits gelesen.

PS-Skitouren-Special-2012-Safety-Check-Ortovox-Safety-Academy
Wintersport

Tipps zu Fellen, Tourenski & Skischuhen

Skitouren-Tipps vom Profi
Skitouren-Tipps vom Profi
OD-2012-Alpecin-Skitouren-Team-Südtirol-Sarntaler-Alpen-Alpencross
Camp & Equipment

Tourenski 2018 im Test, neue Boots & Ski-Bindungen

od-2018-tourenski-amplid-ego-trip (jpg)
od-2018-tourenski-amplid-ego-trip (jpg) od-2018-tourenski-armada-tracer-88 (jpg) od-2018-tourenski-atomic-backland-85 (jpg) od-2018-tourenski-atomic-backland-95 (jpg) 39 Bilder
Zur Startseite
Weitere Ausrüstung Wintersport OD Service Kontrollauftrag Lawinenairbags Mammut Airbag 3.0 News Kontrollaufruf für Mammut Airbag 3.0

Safety first: Mammut bittet Kunden den korrekten Einbau der Airbag-Systeme...

Mehr zum Thema Winter
od-0218-Instructor_warm_schlafen_004 (jpg)
Camp & Equipment
UB SK-eRIDE Bike 1
Wintersport
od-2018-skitouren-special-lappland-lodge-1 (jpg)
Skandinavien
od-2018-skitouren-special-kyrgystan-teaser (jpg)
Weltweit