OD Alex im Dschungel mit GPS-Navi Ben Wiesenfarth

GPS-Test - Navis zum Wandern im Test

Duell der GPS-Giganten

Die neuen GPS-Geräte: Mit Touchscreen-Display und zig Extras buhlen die Hersteller Garmin und Magellan um die Gunst der Käufer. Mit welchem lässt sich am besten wandern? Unser Test zeigt's

Beim Auto ist die Navigation mit GPS längst Standard. Doch auch immer mehr Outdoorer vertrauen heute beim Wandern auf die Orientierung mit Satellitenhilfe. Statt Karte und Kompass übernimmt ein handygroßer, elektronischer Pfadfinder die Führung. Verlaufen? Ausgeschlossen!

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Doch nicht allein deshalb boomt GPS. Die neueste Gerätegeneration hält nie dagewesene Features und Finessen bereit. Ein starker Empfang, eine exzellente Kartendarstellung dank hochauflösender Displays und das spielerische Handling sollen selbst bekennende GPS-Muffel zum geführten Wandern bekehren. Ob‘s gelingt?

Um das herauszufinden, ließ outdoor je zwei absolute Top-GPS-Geräte sowie zwei Preis-Leistungs-Schlager der Mittelklasse zum Probe-Wandern antreten: Garmins Spitzengerät Oregon 400t gegen Magellans Newcomer Triton 2000 (529 bzw. 599 Euro) sowie das bewährte Garmin Vista HCx gegen das neue Magellan Triton 500 (279 bzw. 289 Euro).

Die Aspiranten mussten ihr Navigationskönnen auf zahlreichen Wanderungen im dichten Forstwegdschungel der Fränkischen Schweiz unter Beweis stellen. Auch Bergtouren durch wegloses Felsterrain und rassige Bike- und Skitouren in den Alpen standen auf dem Testprogramm.

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GPS-Wandern geglückt – das Ergebnis des Tests:

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Wie hilfreich ein GPS-Navi beim Wandern sein kann, merkt man meist erst, wenn man es nicht mehr zur Hand hat.

In puncto Empfang und Genauigkeit liegen alle Konkurrenten auf hohem Niveau. Waren bei früheren Tests Empfangsprobleme in dichten Wäldern und eng eingeschnittenen Tälern der Normalfall, ermitteln die neuesten Geräte selbst unter schwierigsten Bedingungen zuverlässig den Standort. Der Gerätepreis spielt hierbei keine Rolle, auch die günstigen Modelle zeigen die Position bis auf drei Meter genau an.

Ein hervorragender Empfang allein macht aber noch kein gutes GPS-Gerät. Ebenso wichtig ist ein übersichtliches Display, das den Standort mitsamt Umgebung detailliert und gut ablesbar anzeigt. Hier bestechen die Bildschirme der Magellan-Modelle und des Garmin Oregon 400t mit hoher Auflösung und einer sehr feinen Kartendarstellung. Zumindest bei stark bewölktem Himmel und trübem Wetter lies sich damit noch gut wandern.

In heller Umgebung – wie bei diffusem Sonnenschein – mangelt es den Hightech-Bildschirmen jedoch oft an Brillanz, Kartendetails können nur mit Geduld identifiziert werden. Zwar lässt sich die Ablesbarkeit durch volles Aufdrehen der Hintergrundbeleuchtung meist auf ein akzeptables Niveau heben, doch steigert das den ohnehin hohen Strombedarf der feinpixeligen Displays. Wer tagelang ohne Stromanschluss wandern will, kann damit Probleme bekommen.

Kein Wunder also, dass Garmin für das Oregon 400t GPS-gerät die Verwendung leistungstarker Akkus oder teurer Lithium-Batterien empfiehlt. Nur damit lassen sich Laufzeiten von bis zu 15 Stunden erzielen. Die sonst üblichen Alkali-Mangan-Zellen reichen für Tagestouren kaum – was auch für die beiden Magellan-Modelle gilt. Zum Vergleich: Das Mittelklassemodell Garmin Vista HCx hält mehr als dreimal so lang durch wie das Magellan-Spitzenmodell Triton 2000. Liebhaber langer Wander- und Trekkingtouren nehmen dafür das etwas weniger feine Kartenbild gerne in Kauf, zumal das helle Display des Vista HCx oft keine Beleuchtung benötigt.

In Sachen Bedienungsfreundlichkeit verdienen sich die Spitzenmodelle von Garmin und Magellan Bestnoten. Mit ihrer Touchscreen-Bedienung lassen sich nicht nur die vielen Basisfunktionen – GoTo-, Routen- und Tracknavigation – im Nu aufrufen, sondern auch Extras wie Kompass und Höhenmesser auf Anhieb bedienen – beim ambitionierten Wandern essentiell. Apropos Höhenmesser: Hier liegen die beiden Garmin-Geräte eindeutig vorn: Sie liefern von den absolvierten Höhenmetern bis zur Druckgrafik für die Wettervorhersage ähnlich viele Daten wie eine Multifunktionsuhr. Bei den Magellan-Höhenmessern beschränken sich die Angaben auf Höhe und Umgebungsdruck.

Die GPS-Navis im Detail:

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GPS - Was kostet's wirklich?

Prinzipiell kostet die GPS-Navigation heute nicht mehr die Welt: Basisgeräte wie das Garmin Etrex besitzen alle nötigen Funktionen von der Routen- bis zur Tracknavigation und sind bereits für unter 100 Euro zu haben. Erfreulich dabei: Bei Empfang und Genauigkeit muss man keine Abstriche machen.

Das beste Preis-Leis­tungs-Verhältnis bieten Geräte der "Golfklasse": Für 200 bis 400 Euro bekommt man Allround-Empfänger mit Farbdisplay, die Topgeräten in puncto Funktionsumfang kaum nachstehen. Nur wer alle Raffinessen der GPS-Navigation auskosten will, braucht ein Gerät der Nobelklasse.

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Das Kartenmaterial muss man meist extra erwerben.
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Autor Uli Benker blickt auf jahrelange Erfahrung mit GPS-Geräten und ihrer Entwicklung zurück.

Die hat ihren Preis: ab 450 Euro.
Doch dabei bleibt es nicht: Anders als bei Auto-Navis benötigt man für Outdoor-Geräte zusätzlich aufladbare Topokarten (vektorisiert). Je nach Land werden dafür 75 bis 300 Euro fällig. Deutschland z. B. ist bei Garmin und Magellan ab 150 Euro zu haben, die Schweiz für 300 Euro.

Wer jedoch Touren am PC ganz genau planen möchte, braucht zusätzlich spezielle Karten (Rasterkarten). Sie erscheinen auf dem PC-Monitor wie eine Papierkarte, was die Planung vereinfacht. Außerdem unterscheiden oft nur diese Karten zwischen Fahrwegen und Pfaden – für Wanderer extrem wichtig. Allerdings: Aufs GPS kann man sie nicht laden, sondern nur die geplante Route. Sie erscheint im GPS-Display als Linie – zusätzlich zu der aufgeladenen Karte, die als Hintergrund dient. Für Deutschl­and gibt es Rasterkarten zum Beispiel von Magic Maps ab 100 Euro.

Für das Komplettpaket zahlt man am Ende also rund 1000 Euro, zumindest wenn man ein Mittelklassegerät mitsamt Karten von Deutschland, Österreich und der Schweiz kauft.

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Die Topmodelle & Fachvokabular: Sprechen Sie GPS?

Zusatzfunktionen findet man vor allem bei den Topmodellen. So besitzt das Oregon 400t eine Topo-Karte von Europa (1:100 000), wobei die Schweiz, Türkei und Norwegen (noch) fehlen. Zwar erreicht die Karte nicht die Exaktkeit zugekaufter Karten, reicht aber für viele Touren.
Unterm Strich zeigt sich: Alle Testgeräte, vor allem die Spitzenmodelle, liegen auf höchstem Niveau.

Doch lohnt der tiefe Griff ins Portemonnaie nicht unbedingt. Einsteiger wie versierte Nutzer finden im Garmin Vista HCx einen tollen Begleiter fürs Wandern und Biken, für Mehrtagestouren ohne Stromversorgung ist das Ausdauerwunder sowieso erste Wahl.

Wer es luxuriöser mag, muss mehr investieren: Spielerisches Handling, detaillierte Kartendarstellung, Topokarte von Europa – das bietet nur Garmins Top-Modell. Auch der Magellan Triton 2000 macht die Navigation zum Genuss, Zusatzfunktionen wie Lampe, Kamera, MP3-Player sind für Verspielte ein Fest.

Doch perfekt sind beide Spitzengeräte nicht. Das recht düstere Display bietet noch Verbesserungspotenzial, und der hohe Stromverbrauch beschränkt den Einsatzbereich bei beiden Top-Geräten auf Tages- und Wochendwanderungen. Doch wer genau dafür ein sehr gutes Komfortgerät mit allen Finessen sucht, sollte beherzt zugreifen!

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Autor Uli Benker blickt auf langjährige Erfahrung mit GPS-Geräten zurück.

Sprechen Sie GPS? Die wichtigsten Begriffe

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"GOTO" - GPS für "Führ mich hin".

Aufladbare Karten Straßen- und topografische (Vector-)Karten, die man auf GPS-Geräte laden kann. Achtung: Die Karten eines Herstellers lassen sich nicht auf die Modelle eines anderen übertragen, beim Kauf deshalb unbedingt das Angebot des GPS-Herstellers checken!

GoTo Einfachste Navigationsart. Das GPS-Gerät zeigt dabei die Richtung und Entfernung zu einem Wegpunkt als Luftlinie an. Route Geplante Strecke, die durch eine Reihe von Wegpunkten festgelegt wird. Mit der Routenfunktion navigiert man dann von einem Punkt zum nächsten.

Routing GPS-Geräte mit Routingfunktion erstellen automatisch eine Straßenroute mit allen Abzweigungen. Dazu sind routingfähige Karten nötig, die man auf das GPS-Gerät überträgt. Für Garmin zum Beispiel braucht man MapSource City Navigator.

Peilkompass Eine Zusatzfunktion in manchen GPS-Geräten zum Bestimmen der Richtung. Weiterer Vorteil: Der Kompass zeigt beim Navigieren auch im Stand die Wegrichtung an, was GPS-Geräte ohne integrierten Kompass nicht können.

Track/Trackback Mit dieser Funktion kann man eine Tour als Track aufzeichnen, speichern und mit Trackback wieder zur Navigation nutzen, zum Beispiel auch wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Wegpunkt Gespeicherte Position, vor Ort mit dem GPS bestimmt oder aus der Karte bzw. vom PC aufs GPS-Gerät übertragen.

Rasterkarte Topografische (Wander-) Karten, die wie eine gedruckte Karte aussehen, sich aber nicht aufs GPS-Gerät laden lassen. Ideal zur Planung am PC.

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