Krass: Schon bei leichtem Frost wird’s von unten kalt – laut R-Wert müsste die Matte aber minus 20 Grad trotzen, sagt outdoor-Redakteur Ralf Bücheler. Mit dem R-Wert, der für den Widerstand einer Isomatte gegen Wärmedurchgang steht, geben die meisten Hersteller an, wie gut die Outdoormatratze isoliert. Bei den 15 Modellen im Test liegen die Werte zwischen 3,0 und 6,9. Damit decken die Kandidaten auf dem Papier ein Temperaturspektrum von knapp unter dem Gefrierpunkt bis unter minus 25 Grad ab. Bei zehn der Testteilnehmer handelt es sich um Leichtluftmatratzen. Sie kosten 150 bis 305 Euro und isolieren durch Kunstfasern, einen Daunenwollmix, wärmereflektierende Metallfolien, viele kleine Luftkammern – oder eine Kombination daraus. Die Bandbreite reicht von Federgewichten, die unter 400 Gramm wiegen und verpackt kaum mehr Platz brauchen als eine 1-Liter-Flasche, bis zum extrabreiten, rund doppelt so schweren Komfortmodell. Unsere Favoriten und alle Details zu den neuen Isomatten hier:
Die Top-Modelle aus unseren Tests
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So testet outdoor die Isomatten
- Isolation: Die Wärmeleistung einer Isomatte spielt eine große Rolle. Forschungen an der Eidgenössischen Materialprüfanstalt (EMPA) in St. Gallen zeigen, dass über die Camping-Unterlage drei bis vier Mal so viel Wärme verloren geht wie über den Schlafsack. Man sollte also auch bei der Isomatte auf ein ausreichend warme Matte für seine Einsätze achten. Die Wärmeleistung einer Isomatte spielt daher auch in unseren Tests eine große Rolle. Renommierte Hersteller geben die Wärmeleistung ihrer Isomatten mittels des R-Wertes (Wärmedurchgangswiderstand) an. Je höher der Wert, desto besser die Isolation. Das Messverfahren hat aber zwei für die Praxis sehr relevante Schwächen: Es berücksichtigt vor allem die Bodenkälte, weniger die Umgebungsluft, und stellt nur einen Mittelwert dar. Punktuell kalte Stellen fallen so weniger ins Gewicht. (zu den Tücken des R-Wertes weiter unten noch mehr).
- Temperaturbereich: Unsere aufwendigen, seit vielen Jahren bewährten Isolationsmessungen berücksichtigen Bodenkälte und Umgebungsluft. Entscheidend ist aber der Praxistest. Kommt eine Matte früher ans Limit als in den Isolationsmessungen, bestimmt das die untere Grenztemperatur. Damit du einen Anhaltspunkt hast, bis zu welchen Temperaturen sich die Isomatten einsetzen lassen, geben wir für jedes Modell zwei Temperaturlimits an: Für Frostbeulen gilt der erste Komfortwert, für Hitzköpfe die zweite Limitangabe (siehe Testbriefe oben). Beide Werte gelten für eine voll aufgeblasene Matte.
- Praxistest: Den Schlafkomfort und die Handhabung überprüfte unsere Testcrew in Dutzenden von Nächten. Tipp: Um die ideale Härte zu erreichen, die Isomatte immer prall füllen und bei Bedarf etwas Luft ablassen – das funktionierte bei allen Testmodellen gut.
- Qualität: Hier spielen nicht nur die Langlebigkeit und Verarbeitungsqualität eine Rolle, sondern auch die Nachhaltigkeit, etwa Recycelfasern und CO²-Kompensation.
Weitere Tipps zu Isomatten bekommt ihr in unserem Podcast
Wärmeleistung im Check
Trotz der zum Teil starken Abweichungen zwischen R-Wert und Realität isolieren fast alle Kandidaten gut genug für den Dreijahreszeiteneinsatz in unseren Breiten, kältefeste Personen können sie auch bei leichtem Frost einsetzen. Möchte man mehr Reserven fürs Hochgebirge oder Nordlandtouren, empfehlen sich die Leichtluftmatratzen von Zenbivy (Temperaturlimit: 3/–5 °C), Big Agnes und Therm-a-Rest (beide 0/–8 °C) – oder die zwei Kältekiller in dieser Kategorie: Exped Ultra 6.5R (–7/–15 °C) und Grüezi Bag Downwool Mat Trekking (–10/–18 °C). Die wärmste selbstaufblasende Matte ist die Nemo Flyer Cloud (0/–8 °C), gefolgt von der Exped SIM 2.5 (3/–5 °C) und Sea to Summit Pursuit (4/–4 °C). Die günstige Easy Camp Kestrel (12/5 °C) empfiehlt sich für Schnellfrierer nur für Sommernächte.
Wichtig auf Zelttouren und beim Bikepacking: das Wärme-Gewichts-Verhältnis. Hier haben die Leichtluftmatratzen klar die Nase vorn, allen voran die Therm-a-Rest Neoair Xlite (380 g, Temperaturlimit: –8 °C) – »seit Jahren der Platzhirsch in diesem Kriterium«, sagt Boris Gnielka. Auch die frisch überarbeitete Exped Ultra 6.5R (465 g, –15 °C) landet in der Spitzengruppe, speckt sie bei tgleicher Wärmeleistung im Vergleich zum Vorgänger doch um 145 Gramm ab. Und bei der neuen Rab Ultrasphere 5 handelt es sich um das erste von uns getestete Modell, das weniger als 350 Gramm wiegt und dennoch leichtem Frost trotzt. Die Leichtluftmatratzen von Vaude, Sea to Summit und Robens schneiden sehr gut ab, der Rest gut – und liegen damit auf einem vergleichbaren Niveau wie die besten selbstaufblasenden Isomatten, die Sea to Summit Persuit (570 g, –4 °C) und Nordisk Grip (475 g, 0 °C).












