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Sicherheit auf Skitouren

14 Tipps für eine sichere Skitour

Ein Restrisiko fährt auf Skitouren immer mit. Was ihr tun könnt, um es zu minimieren, erfahrt ihr hier ...

Informationen einholen

Ob Wochenende oder Kurzurlaub: Wohin die Reise geht und welche Touren möglich sind, entscheiden vor allem zwei: Petrus und die Schneesituation. Beginnen Sie drei Tage vor der Tour, Wetter- und Lawinenlageberichte zu checken. Gute Wettervorhersagen finden Sie etwa unter wetter.com, Schneefallprognosen und Schneehöhen stellt beispielsweise die Seite de.snow-forecast.com anschaulich dar. Anhand dieser Informationen können Sie bereits Schlüsse zur Gefahrenlage vor Ort treffen. Entscheidend für die Tourenplanung ist allerdings der Lawinenlagebericht (s. Snowcard). Er informiert über die Lawinengefahr in einer fünfstufigen Skala und beschreibt besonders gefährdete Bereiche, die Schneedeckenstabilität sowie die Auslösewahrscheinlichkeit von Lawinen.

Routen festlegen

Mit dem Wetter- und Lawinenlagebericht im Kopf beginnen Sie jetzt Ihre Tourenplanung. Beziehen Sie dazu unbedingt auch Ihr fahrerisches Können mit ein (sowie das ihrer potenziellen Mitfahrer), und legen Sie bei wackliger Wetterlage zusätzlich zur Wunschtour auch ein alternatives Schlechtwetterziel fest. Das reduziert die Gefahr, am eigentlichen Ziel auch bei ungünstiger Lage festzuhalten, frei nach dem Motto: »Wird schon schiefgehen.«

Mitfahrer aussuchen

Skitouren machen in Gruppen nicht nur viel mehr Spaß, sondern sind auch deutlich sicherer als Solounternehmungen. Berücksichtigen Sie bei der Wahl Ihrer Partner auch deren Fahrkönnen und Erfahrung.

Fahrplan aufstellen

Ein realistischer Zeitplan verhindert, dass Sie auf Tour in die Bredouille kommen oder sogar biwakieren müssen. Gründen Sie Ihre Berechnungen nicht nur auf Fitnessgrad der Teilnehmer und auf der Tour zu bewältigende Höhenmetern, sondern beziehen Sie auch die Schneelage, das Wetter sowie ausreichende Pausenzeiten mit ein. Letztere sollten so bemessen sein, dass sie zu einer wirksamen Erholung beitragen und damit die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit erhalten – auch das erhöht maßgeblich die Sicherheit. Neben Start- und Zielzeitpunkt sollte Ihr Zeitplan auch einige Zwischenziele enthalten, die zu einer bestimmten Uhrzeit erreicht sein sollten.

Touren-Equipment überprüfen

Nichts ist ärgerlicher, als am Ausgangspunkt der Tour ohne Felle oder Sonnenbrille dazustehen. Wer das ausschließen möchte, legt beizeiten eine Packliste speziell für Skitouren an. Schnell gemacht, bügelt sie nicht nur Vergesslichkeiten aus, sondern beseitigt auch Zweifel während der Anreise (»... hab ich wirklich die Handschuhe eingepackt?«). Steht die erste Tour der Saison bevor, sollten Sie zirka eine Woche vorher Ihre Ski auf Beschädigungen und Ihre Felle auf Klebkraft checken – so bleibt Zeit für kleinere Servicearbeiten. Alles andere legen Sie einen Werktag vor Tourenstart bereit. Checken Sie vor allem die Batterien von Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), Stirnlampe und GPS, und überprüfen Sie kurz deren Funktion.

Ausrüstung packen

Einen Abend vorher kommen dann Ski, Felle, Stöcke und Skischuhe ins Auto, das Smartphone wird aufgeladen und der Rucksack gepackt: Neben der Sicherheitsausrüstung (Lawinenschaufel, -sonde und LVS) dürfen ein zweites Paar Handschuhe, Mütze, Ski- und Sonnenbrille genauso wenig fehlen wie ein auf Vollständigkeit überprüftes Erste-Hilfe-Set, Wärmejacke für Pausen, Biwaksack für Notfälle sowie Topokarte und Proviant.

Sicherheit maximieren

Gehen Sie öfter auf Skitour, sollten Sie die Anschaffung eines Lawinen-Airbag-Rucksacks in Betracht ziehen. Er macht zwar nicht die Sicherheitsausrüstung überflüssig, minimiert aber wie kein anderes Ausrüstungsteil die Gefahr einer Verschüttung.

Nachricht hinterlassen

Bevor Sie ins Bett steigen, checken Sie noch einmal Lawinenlage- und Wetterbericht. Keine Änderungen? Dann informieren Sie Daheimbleibende noch über den groben Routenverlauf und den spätesten Zeitpunkt Ihrer Rückkehr – dann können Rettungskräfte im Falle einer ausbleibenden Nachricht von Ihnen sofort aktiv werden und gezielt suchen.

Adressen speichern

Speichern Sie für den Fall der Fälle die Adressen der lokalen Lawinenlageberichte (s. Safety-Card) sowie die Rufnummern der örtlichen Rettungsdienste in Ihr Handy. Welche das sind, steht auf outdoor-magazin.com/notrufnummern.

Wenn‘s fix gehen muss, ist die 112 jedoch erste Wahl – sie genießt Priorität, bleibt also auch bei überlastetem Netz verfügbar. Außerdem wählt sich Ihr Handy beim Wählen der 112 immer in das stärkste Netz ein – und sucht nicht nach dem Ihres Providers. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie Ihr Gerät einschalten, ohne die SIM-Karte zu entsperren.

LVS-Geräte prüfen

Die Anreise liegt hinter Ihnen, der morgendliche Lawinenlagebericht enthält keine Hiobsbotschaften, und die Freunde sind startklar? Dann steht der Tour nur noch eines im Wege: Ein kurzer Partnercheck der Sicherheitsausrüstung sowie eine Überprüfung sämtlicher LVSGeräte. Dazu schalten alle Fahrer ihr LVS-Gerät aus. Dann aktiviert ein Fahrer den Sendemodus seines Gerätes, die anderen schalten nacheinander in den Suchmodus und prüfen, ob sie das Signal des »Testers« empfangen. Anschließend stellen alle ihr LVS-Gerät auf Senden, legen es an und passieren im Zehn-Meter-Abstand den Tester, der dazu sein LVS-Gerät auf Suchen gestellt hat. So sieht er, ob alle LVS-Geräte der Gruppe wirklich senden. Abschließend aktiviert auch der Tester den Sendemodus seines Gerätes und legt sein LVS an.

Richtig führen

Lassen Sie nicht das schnellste, sondern das erfahrenste Gruppenmitglied führen. Seine Aufgabe besteht nämlich darin, eine möglichst kraftschonende, aber auch sichere Aufstiegslinie zu wählen. Dabei helfen ihm nicht nur seine Erfahrung, sondern auch die Aussagen des Lawinenlageberichts über besonders gefährdete Zonen und Hangausrichtungen. Weil die größte Gefahr von Schneebrett und Nassschneelawinen von Hängen über 30 Grad Neigung ausgeht, sind solche Bereiche generell mit Vorsicht zu befahren – und im Zweifel zügig und mit großen Entlastungsabständen zu passieren. Herrscht über die Hangneigung Unsicherheit, helfen die DAV-Snowcard (av-snowcard.de) oder eine Smartphone-App für Wintersportler weiter (gibt es etwa von Ortovox oder Mammut).

Effektiv pausieren

Damit es durch zu häufiges Stehenbleiben nicht zu Verzögerungen kommt, sollten sowohl Umzieh-, als auch Orientierungs- und Vesperpausen gemeinsam beschlossen werden – das gilt vor allem für Gruppen mit mehr als drei Personen. Wo pausiert wird, legt am besten der erste Fahrer anhand des Geländes, der Lawinengefahr sowie der herrschenden Windverhältnisse fest.

Gelände scannen

Auch wenn der Gruppenerste die Route festlegt, sollten alle Fahrer die Augen offen-, Entlastungsabstände einhalten und das Gelände regelmäßig auf mögliche Gefahrenstellen scannen. Diese beschränken sich nicht allein auf Offensichtliches wie Wächten. Eine große Gefahr geht von Bereichen mit instabiler Schneedecke aus. Hinweise auf eine solche liefern beispielsweise windgeformte Strukturen und mit Triebschnee gefüllte Vertiefungen. Auch hinter Graten, Kuppen und Bergrücken kann sich gefährlicher Triebschnee ablagern.

Kurs belegen

Und wenn doch mal eine Lawine abgeht? Dann heißt es: schnell und sicher handeln. In einer solchen Stresssituation gelingt das jedoch nur dem souverän, der das vorher bereits geübt hat. Wo? Am besten bei einem Safety-Kurs. Auf einem solchen kann man sein Urteilsvermögen schärfen, ohne schlechte Erfahrungen sammeln zu müssen.

Tourenski-Safety-Card

Telefoninfos:
Vorarlberg: 00 43/5 57 42 01 15 88
Steiermark: 08 00/31 15 88
Bayern: 0 89/92 14 15 55
Südtirol: 00 39/04 71/27 11 77
Schweiz: 162 (Wetterprognose)

Die Lawinenlageberichte gibt‘s unter:
D: lawinenwarndienst-bayern.de
A: lawine.at
Kärnten: lawine.ktn.gv.at/143241_DE
Salzburg: lawine.salzburg.at
Tirol: lawine.tirol.gv.at
CH: slf.ch
F: avalanches.org
I: sian.it/infoMeteo
Alpenraum: lawinen.org

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