Sportklettersteige - das müssen Sie vorher wissen

Sportklettersteige - sowohl für Anfänger als auch für Ambitionierte

Sportklettersteige müssen nicht immer rassig und voller Nervenkitzel sein. Es gibt auch sportliche Herausforderungen für weniger Versierte. Und natürlich auch die Höhepunkte für alle Wagemutigen.
Foto: Bernd Ritschel OD 0809 Faszination Sportklettersteig

Zuerst steil nach oben und danach auf die wacklige Brücke - auch für Einsteiger oftmals machbar.

Wem solche Abenteuer zu wagemutig vorkommen, der kann sich auch langsam an das Klettersteiggehen herantasten – und muss dafür nicht einmal unbedingt in die Alpen fahren. Kurio­serweise haben sich mitten in Deutschland, fern der Berge, auch zwei Klettersteige einen Namen gemacht. Einer davon verläuft bei Boppard am Mittelrhein. Zehn Leitern, 130 Trittbügel und 180 Meter Drahtseil wurden hier verbaut, ein guter Weg, um die Basistechnik für Klettersteige zu erlernen. Alternativ geht man den sieben Kilometer langen Calmont-Klettersteig bei Bremm an der Mosel, der zweieinhalb Stunden lang durch die steilsten Weinhänge Europas führt. Höhenrauschpotenzial bietet er nicht, doch einen Einblick in das Klettersteiggehen vermittelt er schon. Alternativ begibt man sich in einen der vielen Hochseilgärten in Deutschland – eine gute Schule für den Umgang mit Nervenkitzel.

Die Nase vorn bei den fun- und action-orientierten Stei­gen haben jedoch die Franzosen. Vor allem im Süden, zwischen dem Val d‘Isère und Nizza, durchziehen schwindelerregende Eisenwege die Berge, zum Beispiel die Cascade de la Fraîche bei Pralognan La Vanoise. Bei den typischen Vertretern der französischen Art werfen sich aberwitzige Drahtseilbrücken über Abgründe, gischten Wasserfälle neben Aufstiegen zu Tal, und nach getaner Akrobatik winkt oft ein Bad im na­hen Meer; dazu brennt die Sonne auf die hitzeflirrenden Felswände – ein unwiderstehlicher Mix aus Adrenalin und Naturerlebnis, gewürzt mit einem Spritzer Kinderspielplatz-Nostalgie. Damals stürzte man sich ebenso unbeschwert in Abenteuer, jedwedes Risiko völlig verkennend. Durch die perfekten Sicherungstechnik heute kann man wieder in das Gefühl des schwerelosen Fliegens tauchen – geht etwas schief, fängt einen jetzt eben statt des Papas ein Karabiner auf.

16.09.2009
Autor: Kerstin Rotard
© outdoor
Ausgabe 08/2009