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Südnorwegen Fjordline
Foto: Jens Klatt

SÜDNORWEGEN-EXPERIENCE

Kooperation
Vier outdoor-Leser hatten das Glück, eine mehrtägige Test-Wanderreise am norwegischen Hardangerfjord zu gewinnen. Was sie dabei alles erlebt haben, erfahrt ihr hier. Eine Aktion von Südnorwegen-Reisen, Fjord Line, Visit Norway & outdoor ...

Niemand spricht. Zum ersten Mal, seit wir vorgestern im dänischen Hirtshals zusammengekommen sind, verstummt das muntere Plaudern. Stattdessen schauen wir andächtig über den Sørfjord, einen Seitenarm des Hardangerfjords in Südnorwegen. Auf 1100 Metern über dem Meeresspiegel fällt es schwer, die Proportionen der Welt unter uns zu begreifen: die grünen Baumreihen der Obstplantagen am Ufer, darüber die grauen, massiven Steilhänge, getoppt von den grellen Schneemassen des Folgefonna-Gletschers – und das alles unter einem blauen Himmelszelt.

So exquisit das Wetter, so exquisit unsere Situation: Wir dürfen einen Trip von Südnorwegen-Reisen testen, bevor er offiziell angeboten wird. Der Oldenburger Veranstalter hat sich auf Touren für Leute spezialisiert, die ihr eigenes Auto nach Südnorwegen mitbringen wollen. Die Fjord Line-Fähre und die Unterkünfte sind auf diesen Reisen vorgebucht, und regulär würde unser Trip zwei Wochen dauern. Er führt dann auch auf die größte Hochebene Europas, die Hardangervidda. Wir beschränken uns auf den Hardangerfjord und seine Verästelungen und testen einen Ausschnitt von vier Tagen.

Foto: Fjord Line

Bequemer Weg nach Norwegen: Auf einer Fjord Line-Fähre schippert man mit seinem Auto bequem nach Bergen.

Hunderte hatten sich für den Trip beworben, vier bekamen den Zuschlag: Ingo Treml und Nadine Geuke aus Köln, sowie die Zwillinge Kristin und Kathrin Haase aus Hamburg. Außerdem dabei ist der Guide Lutz Müller, der seit fast dreißig Jahren Reisen nach Norwegen leitet. Und ich begleite das Team als Fotograf.

»Sind das Wale da unten?« Ingo bricht die Stille und zeigt hinunter zum Fjord. »Da, diese vielen kleinen Schatten unter der Wasseroberfläche direkt neben den Booten.« Doch dann rauscht wenige Meter unter uns ein Paraglider durchs Bild und erstickt die Waldiskussion im Keim. Möglich ist hier alles, denke ich mir. Schon die Fährfahrt mit der Fjord Line vom dänischen Hirtshals nach Bergen hat mir gefallen. Abends einchecken, gemütlich dinieren, morgens aufwachen und bis zur Ankunft die blaue Weite und zauberhafte Küstenlandschaft genießen.

Ingo und Nadine waren noch nie in Norwegen, ihre Begeisterung ist unübersehbar. Kathrin und Kristin haben es schon bis zum Nordkap geschafft – kurz nach dem Abi, ohne Geld und Plan. Heute, 15 Jahre später, haben sie viel von der Welt gesehen, aber der Ausblick hier lässt auch sie die Kamera zücken.

Foto: Jens Klatt Südnorwegen Fjordline

Von links nach rechts: Guide Lutz Müller, Kathrin und Kristin Haase, Nadine Geuke, Ingo Treml.

Unser Wanderweg trägt nicht weniger als den Adelstitel Dronningstien, der »Königinnenweg«. Auch als Königin-Sonja-Panoramatour kennt man ihn, denn die norwegische Monarchin Sonja ist eine leidenschaftliche Wanderin – und dies eine ihrer Lieblingstouren in der Hardangerfjord-Region. Der Weg startet bei Kinsarvik, führt anfangs steil bergauf entlang einer Schotterstraße, flacht dann aus und verläuft die meiste Zeit parallel zum Fjord – aber eben 1000 Meter oberhalb. 17 Kilometer kommen zusammen, bevor die Wanderung in Lofthusa endet.

Unterwegs treffen wir zwei Norweger, Per und Erika, und kommen ins Gespräch. Erika arbeitet als Wanderführerin in der Nähe, oft guidet sie Wanderungen zur Trolltunga – eines der meistfotografierten Motive Norwegens. Den Dronningstien findet Erika aber »viel schöner als die Trolltunga-Tour«. Der Weg hier sei abwechslungsreicher, spannender – und die Aussicht königlich.

In Norwegens Obstgarten

Das letzte Stück des Dronningstien führt über die Munketrappene, die Mönchstreppen, steil hinab nach Lofthus. Erbaut haben sie englische Mönche, die im 14. Jahrhundert am Hardangerfjord mit dem Anbau von Äpfeln, Pflaumen und Kirschen begannen und der Region damit den Beinamen »Obstgarten Norwegens« bescherten.

Auch wenn er auf dem gleichen Breitengrad wie Südgrönland liegt, besitzt der Meeresarm ein ausgesprochen mildes Klima. Jetzt im Spätfrühling blühen unten am Wasser die Obstbäume, im Hintergrund schickt der Folgefonna-Gletscher sein Schmelzwasser über Wasserfälle in den Fjord. Apropos Wasserfälle: Gestern ließ uns der Steindalsfossen staunen. Er donnert direkt neben der Straße nach Norheimsund hinab, aber es führt auch ein Weg hinter dem 50 Meter hohen Wasserfall entlang.

Foto: Jens Klatt

Der Steinsdalsfossen ist einer der meistbesuchten Wasserfälle Norwegens.

Kurz danach hat uns die erste Wanderung zum Vøringsfossen gebracht. Stolze 182 Meter stürzt er in die Tiefe, davon 145 im freien Fall. Der Vøringsfossen ist eine Art Sinnbild des frühen Norwegen-Tourismus. Der Wanderweg, der von unten durch das Måbødalen zum Fuße des Wasserfalls führt, wurde 1871 angelegt, als der damalige schwedische Prinz Oscar den Vøringsfossen besichtigen wollte.

Zur Finanzierung dieses Bauprojekts verlangte man in den Anschlussjahren eine Maut von Wanderern, aber dank andauernder Proteste wurde sie bald wieder abgeschafft. Auch am Folgetag freuen wir uns über mautfreie Pfade und erkunden die Bergwelt am Fyksefjord, einem kleineren Seitenarm des Hardangerfjords. Der Rundweg leitet vom Weiler Bjørke über Almwiesen und Wälder zur Alm Nyasete, wo sich junge Lämmer über Streicheleinheiten freuen.

Hinter den Holzhütten prasselt ein Wasserfall über eine Felswand, und wir füllen unsere Flaschen auf. »Hier könnte ich bleiben«, meint Ingo. Aber nicht zu lange: Morgen steht eine Bergen-Stadttour mit Fischereihafen und dem Hanseviertel »Bryggen« auf dem Programm, und dann geht es wieder heim. Aber wir sind uns jetzt schon einig: Gut zu wissen, dass man für eine Langversion dieser Fjord-Wanderreise wiederkommen kann.

Foto: Jens Klatt Südnorwegen Fjordline

Bei der Stadtbesichtigung in Bergen sind die Holzhäuser des Hanseviertels »Bryggen« ein Muss.

Höhepunkte von Hardangerfjord und Hardangervidda

Die individuelle Wanderreise »Hardanger – Fjordwandern für Genießer« führt Sie zwei Wochen lang zu den Traumlandschaften Südnorwegens. Das Programm beinhaltet die Fährüberfahrt inklusive Pkw von Hirtshals nach Bergen, Übernachtungen mit Frühstück sowie Tourenbeschreibungen. Buchbar ist es im Zeitraum Mai bis Juni und August bis Oktober, der Preis beträgt ab 1355 Euro pro Person.

Details und Buchung: www.suednorwegen-reisen.de

Fjord Line - Infos unter www.fjordline.com

Visit Norway - Infos unter www.visitnorway.de