Mit Ski und Pulka durchs norwegische Jotunheimen

Eine Skitour durchs Jotunheimen-Gebirge gehört zum schönsten, was der skandinavische Winter zu bieten hat.

Jotunheimen, Norwegen Norwegen

Foto: Till Gottbrath
Länge 102,70 Kilometer
Dauer 04:17 Std.
Höhenunterschied 1649 Meter
Höhenmeter absteigend 1727 Meter
Tiefster Punkt 664 m ü. M.
Höchster Punkt 1528 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download

Anspruch:
Mit einer Pulka ist man unabhängig von den Hütten und kann sich seine Etappen selbst abstecken. Es ist aber auch möglich, diese Tour mit Hütten­übernachtungen zu machen. Die Hütten öffnen meist eine oder zwei Wochen vor Ostern. Die Tour erfordert solide Erfahrungen mit Wintertouren. Am einfachsten und sichersten geht man sie als geführte Tour mit Hütten­übernachtungen, wie sie der DNT (Norwegischer Touristenverein) anbietet.

Beste Zeit:
um Ostern (möglichst früh buchen).

Anreise:
Ryan Air fliegt zwar nach Oslo, hat aber auch Nachteile: Zeit und Kosten für die Anreise nach Frankfurt-Hahn und recht hohe Kosten für das Übergepäck müssen eingerechnet werden. Bei früher Buchung zahlt man bei SAS oder Lufthansa kaum mehr und hat es vor allem mit Sportgepäck bequemer. Aus Norddeutschland evtl. Anreise per Fähre. Norwegens Bussystem ist gut: Man kann von Oslo nonstop nach Lom (Startpunkt) und von Beitostølen wieder zurückfahren. Die Preise sind gemessen am allgemeinen Niveau sehr günstig.

Ausrüstung:
Pulkas (Zugschlitten), wenn man im Zelt übernachten will. Wer in Hütten übernachtet, kommt auch mit einem Rucksack aus.

Ski: "Norsk Fjellski", evtl. unter "Backcountry" schauen. Sie sind breiter als Langlaufski, haben Stahlkanten und können mit Steigwachs gewachst werden (trotzdem Felle mitnehmen). Es gibt sie z. B. von Madshus, Åsnes, Fischer oder Salomon.

Bindung: Viele Norweger benutzen die alte 75er-Nordic-Norm mit drei Pins
(Telemark). Praktischer ist von Rottefella die NNN-BC oder von Salomon die Bindung nach der SNS BC-Norm.

Tipp: Möglichst nicht die Automatik-Version wählen, sondern die mit manueller Bindungsschließung (weniger vereisungsanfälig). Schuhe z.B. von Salomon, Madshus oder Alfa. An der Kleidung nicht sparen! Das Thermometer kann bis –30 °C fallen. Funktionswäsche, mehrere Lagen Fleece, Goretex-Jacke und -Überhose, Daunenjacke, Gesichtsschutz, mehrere Handschuhe (mit Möglichkeit zum Lagensystem).

Wichtig: Schneesäge, mehrere Schaufeln, ein Lawinenverschüttetensuchgerät pro Kopf.

Orientierung:
Statens Kartverk, 1:50.000 Jotunheimen Aust Nr. 2503, Vest Nr. 2505 (geografische Buchhandlungen; in Oslo beim DNT), Kompass und GPS sind bei Selbstorganisation ein Muss.

Verpflegung:
Auch wer in Hütten übernachtet, sollte einen wintertauglichen Kocher (Benzinkocher) dabeihaben. Dazu am besten Trekkingmahlzeiten und für Zwischenstopps Polarbrød – gefriert nicht, schmeckt auch bei Kälte.

Info:
www.visitnorway.com; www.turistforeningen.no – Seite des DNT; Hüttenübernachtungen für Mitglieder günstiger.

24.01.2008
Autor: Till Gottbrath
© outdoor
Ausgabe 01/2008