Borgefjell

Wild und einsam: Im norwegischen Borgefjell erlebt man die Weite nordischer Landschaft meist allein. Wer den Park erkunden will, muss sich Wege selbst bahnen, Flüsse queren und auf Hüttenkomfort verzichten.

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Karte

Foto: Boris Gnielka

Über 1500 Quadratkilometer erstreckt sich das Borgefjell, 1100 davon liegen im Nationalpark. Er besteht überwiegend aus nordischem Fjell: eine karg-hügelige Landschaft, in der Steine, Moose, Flechten, Gräser und niedere Strauchgewächse das Sagen haben. Bäume wachsen nur auf gut fünf Prozent der Nationalparkfläche. Für Abwechslung sorgen zahlreiche Flüsse, viele große wie kleine Seen und das Gebirge um den höchsten Berg des Parks, den 1703 Meter hohen Kviggtind.

Anspruch

Borgefjellaspiranten sollten grundsätzlich trekkingerfahren und trittsicher sein sowie ein sehr gutes Orientierungsvermögen besitzen. Auch eine gesunde Grundkondition schadet nicht: Zwar sind die Tagesetappen der Runde recht kurz, doch stehen stundenlange Geröllpassagen ebenso auf der Tagesordnung wie langwierige Flussdurchquerungen. Da es im zentralen Borgefjell weder Wege noch Hütten oder Handyempfang gibt, können Sie nicht mit Hilfe rechnen und sollten sich entsprechend vorsichtig bewegen.

Lage

250 Kilometer nördlich von Trondheim liegt das Borgefjell im Osten Norwegens zwischen 65. und 66. Breitengrad – und 150 Kilometer südlich des Polarkreises.

Anreise

http://Mit Auto und Fähre (ab 137 Euro, www.colorline.com) über Dänemark nach Norwegen, am besten Oslo. Von hier aus auf der gut ausgebauten E 6 über Trondheim nach Majavatn. Einige Meter hinter Majavatn rechts auf einem Schotterweg nach Tomaslia und am Ende der Straße parken. Die Parkgebühr von 20 Norwegischen Kronen pro Tag sind in den bereitgestellten Kasten zu werfen.
Mit der Bahn über Oslo und Trondheim nach Majavatn. Von dort zu Fuß (4 km) nach Tomaslia.

Beste Reisezeit

Am besten eignen sich August und vor allem September. Im Juni und Juli erschweren viele Schneefelder und wilde Schmelzwasserbäche das Vorankommen, im Oktober einsetzende Schneefälle.

Verpflegung

Da es im Borgefjell keine Möglichkeit gibt, Proviant nachzukaufen, müssen Sie die gesamte Verpflegung nebst Brennstoff selbst tragen. Tipp: Nehmen Sie spezielles Trekkingfutter mit, wie das von Simpert&Reiter . Die vielen leckeren Gerichte sorgen unterwegs für Abwechslung und sind flott zubereitet: Da Sie sie nicht kochen, sondern nur mit kochendem Wasser aufgießen müssen, sparen Sie zudem Brennstoff.

Übernachtung

Da es nur eine (verschlossene) Wanderhütte im Borgefjell-Nationalpark gibt, kommt nur das Zelt in Frage. Es sollte wenig wiegen und starke Winde aushalten, da man es oft nur auf exponierten Flächen aufbauen kann. Tipp: Mit einem kompakten Zelt findet man eher geeignete Plätze. Achten Sie dennoch auf eine halbwegs geräumige Apsis, in der Sie genug Platz haben, um darin bei Regenwetter zu kochen und nasses Gepäck zu lagern.

Bücher

Peter Merz, Skandinavien Nationalparks. Mit Finnland. Bildband, 192 Seiten, Bruckmann Verlag 2002.

Karten

Statens Kartenverk, 1 : 50000, Blätter Majavatn 1925/III, Borgefjellet 1925/II; 9,25 Euro.

weitere Infos

Norwegisches Fremdenverkehrsamt, Tel. 0 40/ 2 29 41 50;

Foto: Boris Gnielka

21.03.2006
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 03/2006