Tessin: Zum Wasserfall von Foroglio im Bavonatal

Den großen Wasserfall von Foroglio muss man als Tessin-Wanderer gesehen haben: Das großartige Naturschauspiel liegt an dem gemütlichen Talweg von San Carlo nach Cavergno entlang des Ufers der Bavona.

Tessin, Schweiz Schweiz

Foto: Ben Wiesenfarth
Länge 13,08 Kilometer
Dauer 03:56 Std.
Schwierigkeitsgrad leicht
Höhenunterschied 192 Meter
Höhenmeter absteigend 791 Meter
Tiefster Punkt 449 m ü. M.
Höchster Punkt 1061 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download

Genusswanderung zum Wasserfall Foroglio im Tessiner Bavonatal 

Anspruch

Talwanderung ohne großen Anspruch an Kondition und Erfahrung.

Anfahrt
Mit dem PKW oder per Postbus ab Locarno am Lago Maggiore über Cavergno im Maggiatal bis San Carlo.

Ausgangspunkt
Bushaltestelle Ponte in San Carlo

Einkehr
Grotto »La Froda« in Foroglio, Tel. 0041/9917541181 und Grotto »Bavona da Monica« in Sonlerto, Tel. 0041/917541776, jeweils offen von März bis Ende Oktober

Übernachtung
Pension Basodino in San Carlo

Beste Zeit
Mai bis September

Karte
Wanderkarte Nufenenpass, Swiss­topo 265, 1:50000, 14 CHF;
Bassa Vallemaggia, Trekking Trails, Quadraconcept/Tenero-Tourismo, Maßstab 1:25000, 26 CHF

Buchtipp
Bergwandern im Tessin, Marco Volken/Remo Kundert, AT Verlag 2010, 34,90 Euro

Info
Ticino Tourismus
Via Logano 12
6501 Bellinzona (CH)
Tel. 0041/918257056
www.ticino.ch

outdoor-Tipp
Wer das Val Calnègia intensiver erkunden möchte, kann ab Foroglio eine Tagestour in dieses Seitental des Val Bavona machen. Vom Parkplatz am Dorfeingang gelangt man in etwa fünf Stunden zu den reizvollen Seen Laghi della Cròsa (auf 2116 m beziehungsweise 2153 m). Der Weg ist steil und passiert die Alm von Gerra, die Alpe Cròsa (1508 m) und die Alpe Gradisc (1703 m). Zurück muss man drei Stunden Gehzeit einrechnen.

Route
Von San Carlo (938 m) aus führt der Talweg zunächst auf der schmalen und kaum befahrenen Straße talauswärts bis nach Solerto. Hier biegt der Weg links ab auf eine kleine Wiese und geht vorbei an einem riesigen bewachsenen Felsblock – schmale Treppenstufen erlauben, hier aufzusteigen. Eine Holzbrücke leitet anschließend über den Fluss Bavona: In den Sommer- und Herbstmonaten unscheinbar klein und harmlos, kann das Flussbett nach der Schneeschmelze im Frühjahr auch reißendes Wasser führen. Auf angenehm schattigem Wanderweg, der teils von Mauern eingefasst ist, geht es weiter durch die Siedlungen Sèrta und Faèd bis nach Rosèd. Hier wechselt der Weg die Talseite. Kurz darauf bei einer Abzweigung den oberen Weg wählen, der nach Foroglio führt. Rechts des spektakulären Wasserfalls, der hier aus der Höhe auf ein Meer von Felsbrocken herunterprasselt, beginnt der Abstecher auf markiertem Weg ins Val Calnègia. Er geht durch kühlen Wald hinauf zur kleinen Siedlung Puntid, von wo sich der Fiume Calnègia tosend hinabstürzt. Nun den Bach überqueren und in Teilen weiter über das Geröll des Bachbettes zur Alm Gerra (1045 m). Diese direkt an die Felsen gebauten Steinhütten sind Musterbeispiele der traditionellen Tessiner Rustico-Kultur, in der Mensch und Natur – beziehungsweise Haus und Fels – ineinander verschmelzen. Auf gleichem Wege wieder zurück bis Foroglio und von hier dem markierten Weg immer parallel der Bavona talabwärts folgen. Am Dorfende von Ritorto steigt der Weg im flachen Wald kurz bis auf 700 Meter an, bis er in Sabbione wieder absteigt. Er quert die Straße noch ein letztes Mal und endet nach etwa einer weiteren halben Stunde an der Hängebrücke von Cavergno.      

08.04.2011
Autor: Uta Leidenberger
© outdoor
Ausgabe 03/2011