Valle di Bosco Gurin: Von Bosco Gurin bis Corino

Bosco Gurin steht für Superlative: Als höchstgelegene Ortschaft im Tessin ist das Dorf idealer Ausgangspunkt für vielfältige Panoramawanderungen, wie diese Tour entlang des Bergrückens "Üssera Staful".

Tessin, Schweiz Schweiz

Foto: Ben Wiesenfarth
Länge 11,66 Kilometer
Dauer 06:48 Std.
Schwierigkeitsgrad medium
Höhenunterschied 1067 Meter
Höhenmeter absteigend 1482 Meter
Tiefster Punkt 1085 m ü. M.
Höchster Punkt 2406 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
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Anspruch



Die Bergwanderung verlangt etwas Kondition. Bei den vielen Höhenmetern im Abstieg sind Stöcke ratsam.



Anfahrt


Den Ort erreicht man besser mit dem Auto als mit dem Bus: das Maggiatal bis Cevio aufwärts, hier links ins Valle di Bosco Gurin, bis die Straße am Ortseingang endet. Der öffentliche Bus fährt viermal täglich ab Locarno (ca. 1,5 Stunden) mit Umsteigen in Cevio.



Ausgangspunkt


Dorfplatz oder gebührenpflichtiger Parkplatz von Bosco Gurin (1503 m)


Einkehr


Hotel Bosco Gurin, Tel. 0041/917590202


Beste Zeit


Mai bis September



Karte


Bassa Vallemaggia, Trekking Trails, Quadraconcept/Tenero-Tourismo, Maßstab 1:25.000, 26 CHF




Infos


Ticino Tourismus
Via Logano 12
6501 Bellinzona (CH)
Tel. 0041/918257056
www.ticino.ch




outdoor-Tipp


Das Dorf wurde im Mittelalter von Bauern aus dem Oberwallis (Walser) besiedelt, die ihren gurinerdeutschen Dialekt mitbrachten. Er wird heute noch – neben dem Italienischen – gesprochen. Das Museum des Ortes gibt einen Einblick in die damaligen Lebensbedingungen. Es ist zudem das einzige Haus des Dorfes, das einen "Seelenbalg" besitzt: ein Fenster, das nach dem Walser Brauch nur beim Tod eines Kranken geöffnet wurde, um seine Seele zu verabschieden. Hütte offen ab April bis Ende Oktober, montags geschlossen.


Route


Von der Dorfmitte ab nordwärts an den neueren Häusern vorbei und am Ende der Straße links auf den markierten Wanderweg. Er steigt bergauf und befindet sich den ganzen Tag über in einer wunderbaren Sonnenlage. Der Weg ist anfangs noch breit und im Sommer von blühenden Wiesen und Weiden umgeben. Nach einem kurzen Waldabschnitt geht es recht steil hinauf zum Endra Staful (1927 m), wo links der Weg zum Schwarzsee (2315 m) und zum Üssera See (2393 m) abzweigt. Der Anstieg lohnt jeden steilen Höhenmeter auf dem schmalen Steilhang: Eingebettet in die kargen Felsen der Höhe wiegen sich die Seen auf dem Vordach des Pizzo d‘Orsalia in der Sonne und laden zum wohlverdienten Verweilen ein.

Der Weg biegt rechts ab und führt im leichten Bogen auf den unteren, ursprünglichen Wanderweg zurück, die beiden treffen sich auf der Höhe von Üssera Staful (2038 m) wieder. Wer das Steilstück über die Seen weglassen möchte, kommt nach etwa einem Kilometer ab Endra Staful hier vorbei. Nun geht es ein schönes Stück recht gleichmäßig, im leichten Auf und Ab am Hang entlang bis zum Sattel Cresta (2003 m). Von der Sonne ausgedörrtes Gras, grüne oder schon goldgelbe Lärchen, Wacholderstauden und Heidelbeeren: Der Hang hat trotz seiner Kargheit ein buntes Bouquet an Farben und rauer Naturvielfalt zu bieten. Besonders zu genießen ist von hier oben die Aussicht hinab in das Valle Maggia und über die Weite der Tessiner Berggipfel. Weiter durch schönen Lärchenwald bergabwärts liegt die Alpe Màter und einen weiteren Kilometer dahinter Corte Antico. Dort beginnt der steile Abstieg südwärts, der im Zickzackkurs bis Campioi (1423 m) führt und bald auf die Hochtal­ebene in Camanoi (1136 m) leitet. Schnell ist von hier aus die Busstation in Corino (1039 m) erreicht. Der letzte Bus nach Bosco Gurin zurück geht um 18.33 Uhr, in Richtung Cevio um 18.59 Uhr.



08.04.2011
Autor: Uta Leidenberger
© outdoor
Ausgabe 03/2011