Tessin: Auf den Pizzo Muretto im Valle Maggia

Die spektakuläre Route auf den Pizzo Muretto hat alles, was das Tessin nur bieten kann: Steile Anstiege, saftige Bergwiesen, wilde Bachüberquerungen, alpine Einsamkeit und zum Schluss endlose Steintreppen.

Tessin, Schweiz Schweiz

Foto: Ben Wiesenfarth
Länge 15,78 Kilometer
Dauer 11:09 Std.
Schwierigkeitsgrad medium
Höhenunterschied 2023 Meter
Höhenmeter absteigend 2019 Meter
Tiefster Punkt 352 m ü. M.
Höchster Punkt 2107 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download

Wanderung im Tessin mit Überschreitung des Passes am Pizzo Muretto

Anforderung
Die konditionsfordernde Wanderung, setzt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus. Leichte Kletterstellen.

Anfahrt
Durch das Maggiatal nordwärts bis zur Ortschaft Coglio. Von der Bus­station an der Hauptstraße führt eine Straße direkt in das Dorf hinein.

Ausgangspunkt
Haltestelle Coglio (352 m)

Einkehr
Unterwegs keine. In Coglio ist das Ristorante Cristallina mit Sitzgelegenheit im Garten sehr zu empfehlen, Tel. 0041/917531141

Übernachtung
Eco-Hotel Cristallina in Coglio, Tel. 0041/917531141

Karte
Bassa Vallemaggia, Trekking Trails, Quadraconcept /Tenero-Tourismo, Maßstab 1:25000, 26 CHF

Beste Zeit
Mai bis September

Buchtipp
Bergwandern im Tessin, Marco Volken/Remo Kundert, AT Verlag 2010, 34,90 Euro

Info
Ticino Tourismus
Via Logano 12
6501 Bellinzona (CH)
Tel. 0041/91825/7056
www.ticino.ch

outdoor-Tipp
Wer die Tour um einen Tag erweitern und die klare Höhenluft so richtig genießen möchte, kann ab dem zweiten Bergsee die Route nach rechts hangaufwärts wählen und gelangt nach anderthalb Kilometern zur Alpe die Spluga (1838 m). Nach einer gemütlichen Übernachtung führt hier eine Kammwanderung über den Aussichtspunkt von Pian die Nadro (1906 m) und durch die kleine Siedlung Costa (1503 m) wieder ins Tal zurück.

Route
Von der Via della Postella aus beginnt im südlichen Teil des Dorfes Coglio der Wanderweg Richtung Spin. Schnell geht es durch dichten Wald den steinernen Weg hinauf. Nach einer halben Stunde gelangt man an die Siedlung Spin (893 m). Der Weg führt links vorbei in lichten Wald hin­ein. Er fällt leicht ab, bis er einen Gebirgsbach quert. Im Sommer eher ein kleines Rinnsal, kann das Wasser vor allem nach der Schneeschmelze im Frühling hoch, wild und für Wanderer gefährlich werden. Ab hier wandelt sich der gemütliche Wanderweg in einen anspruchsvollen Alpinanstieg, der enorm steil und schnell nach oben führt. Die blau-weiße Markierung als Bergroute ist durchaus gerechtfertigt, da manche Absätze am besten auf allen Vieren zu erklimmen sind. Weiter oben gibt es leichte Kletterpassagen, bevor ein schmaler Weg auf einer ersten Hochebene links weiterführt. Im weiteren steten Aufstieg gelangt man zu einem kleinen Bergsee (2000 m). Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Überschreitung des Passes am Pizzo Muretto (2070 m). Der Sattel lädt ein, nach Süden wie nach Norden eine malerische Gipfelkulisse zu genießen, und öffnet den Blick auf den ersten Teil des Abstiegs: einen steilen Hang im Zickzackkurs hinab auf einen weiteren, kleineren See zu. Direkt an der Nordseite des Sees entlang talwärts weitergehen und anschließend der Beschilderung Richtung Alpe die Sopra (1923 m) folgen. Steil, aber abwechslungsreich und gut zu gehen, schlängelt sich der Weg erst durch hohes Gebüsch- und Graswerk hinab zur Alpe, über ein flaches Flussbett und auf festem Weg durch Wälder hindurch das Valle di Giumaglio hinab. Fast 2,5 Stunden vor Ende der Runde beginnen langsam die ers­ten Treppenstufen, werden immer häufiger und münden in eine endlos scheinende Steintreppe von der Capella di Cima (585 m) bis hinunter ins Tal. Der Weg endet in Giumaglio und erreicht nach 500 Metern entlang der Straße wieder Coglio.

08.04.2011
Autor: Uta Leidenberger
© outdoor
Ausgabe 03/2011