Böhmische Schweiz: Zum Prebischtor

Nirgendwo trinkt sich ein Bier besser als unter Europas größter Sandsteinbrücke.

Böhmische Schweiz, Tschechien

Florian Manhardt
Länge 16,58 Kilometer
Dauer 06:14 Std.
Schwierigkeitsgrad medium
Höhenunterschied 768 Meter
Höhenmeter absteigend 784 Meter
Tiefster Punkt 160 m ü. M.
Höchster Punkt 465 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download

Anspruch


Die Tour ist nicht schwierig, verlangt jedoch etwas Kondition. Teilweise geht es recht steil auf und ab, aber immer auf gut ausgebauten Wanderwegen.



Anfahrt


Per Auto über die B172 bis Hřensko, am Ortsausgang parken. Mit der S-Bahn Linie 1 bis Schöna, per Fähre nach Hřensko übersetzen.



Ausgangspunkt


Der Rundwanderweg startet gleich hinter dem großen Parkplatz am oberen Ortsausgang von Hřensko.



Einkehr


Nachdem man die Aussicht auf das Prebischtor genossen hat, trinkt man am besten ein kühles Radler am Kiosk mit Bierbänken direkt unter dem Naturwunder. Die nächsten Einkehrmöglichkeiten gibt es erst im einstigen Kurort Mezní Louka (Rainwiese). meznilouka.cz




Beste Zeit


April–Oktober. Edmundsklamm, Wilde Klamm nur mit Booten durchquerbar, die im Winter nicht fahren.




Karte


Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz, 1:33.000, Sachsen Kartografie GmbH, 6,90 Euro.




Infos


herrnskretschen.de. Das Prebischtor schließt um 18 Uhr. Eintritt 3 Euro. Letztes Boot: 17 Uhr, Fahrt durch beide Klammen: 6 Euro.



outdoor-Tipp


Unbedingt hinter dem Kassenhäuschen auf die Aussichtsplattform steigen: Hier öffnen sich einzigartige Blicke auf Prebischtor und Felsenriffe. Der Bootsbetrieb in Edmundsklamm und Wilder Klamm ist im Winter eingestellt, und das Prebischtor hat eingeschränkt geöffnet (Fr–So 10–16 Uhr, bei schlechtem Wetter geschlossen).





Route


Vom Parkplatz aus der Straße bergauf folgen, bis es links in den Wald geht (Markierung roter Strich). Der Weg zum Prebischtor (Pravčická brána) führt serpentinenartig hinauf, Reste von Pflastersteinen zeugen von alten Handelswegen. Das ehemalige Hotel Falkennest scheint direkt in den Fels gebaut. Fürst Clary-Aldringen ließ es 1881 anstelle des seit 1826 existierenden Wirtshauses errichten. Noch heute wird es mit einem Drahtseilaufzug beliefert.

Hinter dem Eintrittshäuschen führen steile Treppen zu den Aussichtsplattformen, von denen man nicht nur auf die 26 m lange Sandsteinbrücke blickt, sondern auch auf die hier typischen Felsriffe. Nach einer Rast unter der Felsbrücke wechselt man unterhalb des Prebischtors auf den Gabrielensteig (Markierung schräger grüner Strich). An der Flügelwand entlang läuft man zwischen Tannen auf weichem Sandboden.

Im einstigen Luftkurort Mezní Louka (Rainwiese) geht es rund um die Gasthäuser, das historische Hotel und den Campingplatz immer lebhaft zu. Hier kreuzen sich mehrere Wanderwege. Zu den Klammen geht es auf dem Weg mit der Markierung blauer Strich. Wieder säumen unzählige Nadelbäume den Weg. Durch den Soorgrund (keine Markierung!) geht es zur Kamenice. Neben dem Flüsschen verläuft ein schmaler Steg, Algen wiegen sich in der Strömung, dazwischen Forellen.

​Bald geht es nur per Boot weiter. Die Klammen sind eine verwunschen kühle Welt aus schroffen Felswänden und überwucherten Ufern, ein idealer Lebensraum für Eisvogel, Fischotter, Lachs, Wasseramsel und Feuersalamander. Vom Schluchtende ist es nicht mehr weit bis Hřensko.




07.08.2018
Autor: Rebecca Salentin
© outdoor