Vulkane in Europa

Wandern auf Europas Vulkanen

Foto: colourbox.de Lavastrom Vulkan
Wenn die Erde grollt, Rauch aufsteigt und Lava aus Spalten quillt, steckt bestimmt ein Vulkan dahinter. Wir verraten euch, auf welchen Vulkanen in Europa es sich wandern lässt.

Hvannadalshnúkur

Europas größter Gletscher bedeckt Islands höchsten Berg und zugleich gefährlichsten Vulkan. Seine letzten Ausbrüche hatte der 2110 Meter hohe Gigant, der zum Massiv Öræfajökull gehört, 1362 und 1727. Seit nebenan der kleine Eyjafjallajökull Europa lahmlegte, spekuliert man über einen neuen Ausbruch. Wer hoch möchte – in Island will das jeder mal –, zahlt für die zwölf- bis fünfzehnstündige Wanderung mit Ausrüstung 320 Euro. www.mountainguides.is

Stromboli/Vulcano

Zu Italiens sieben feurigen Perlen, den Liparischen Inseln nördlich vor Sizilien, gehört der Namensgeber aller Vulkane: Vulkano nannten die Römer die Schmiede des Feuergottes Vulcanus. Heute gilt der 925 Meter hohe Berg als »Leuchtturm des Mittelmeers«: Seit 2000 Jahren bricht er fast regelmäßig alle halbe Stunde aus. Unweit davon ragt der Kegel des Stromboli vom Meeresgrund 3000 Meter in die Höhe. Nachts ist es am Rand seines alten Kraters am schönsten, wenn er seine Feuersäulen alle 5 bis 20 Minuten himmelwärts spuckt.

Beerenberg

Der nördlichste Vulkan der Erde wartet auf der von 18 Menschen bewohnten Nordatlantik-Insel Jan Mayen. Das zu Norwegen gehörige Eiland liegt 600 km von Island entfernt. Es besitzt etwa die Größe Kölns und ist touristisch so gut wie gar nicht erschlossen. Vulkanisch aktiv war der 2277 Meter hohe Beerenberg zuletzt 1970, 1973 und 1985. Mit dem Veranstalter »Arktische Abenteuer« geht es 2011 erstmals zu Fuß oder auf Ski auf den Vulkan. www.arktischeabenteuer.de

Ätna

Mit 3323 Metern ist der Ätna der höchste Vulkan Europas. Er explodiert nicht, lässt aber seit 100.000 Jahren Lavaströme fließen. Gipfelkrater-Touren, etwa zum Sonnenauf- oder -untergang, brauchen eine gute Kondition, Schwindelfreiheit und Top-Ausrüstung – wenn die vulkanische Aktivität den Trip überhaupt zulässt. Am besten wandert man mit Guide auf den Gipfel des Vulkans. www.vulkankultour.de

Video: Wochit / outdoor

Hegau

Als hügelige Landschaft schmiegt sich der Hegau um Singen, und auf jedem der größeren Vulkankegel stand einmal eine Burg. Ausbrüche gab es hier zuletzt vor gut 13 Millionen Jahren. Wer dem 180 Kilometer langen Panoramaweg von Engen nach Stockach folgt (Info: hegau.de), gelangt an Burgruinen, Seen und mittelalterliche Städte.

Puy de Dôme

Bekannt aus der Mineralwasserwerbung: In den grünen Hügel der zentralfranzösischen Region Auvergne ragt der 1465 Meter hohe Vulkan Puy de Dôme auf. Von seinem Haupt aus überblickt man die ganze Kette der bis vor 6000 Jahren aktiven Feuerberge. Als Ausgangspunkt für Wanderungen bietet sich Clermont-Ferrand an, die Hauptstadt der Auvergne.

Madeira

Vor 400.000 Jahren soll auf Madeira zum letzten Mal Lava gebrodelt haben. Die gebirgige Vulkan-Insel ragt sichtbare 1862 Meter auf und taucht unter dem Meeresspiegel steil bis zu 4000 Meter tief ab. Eine der vulkanischsten Touren führt über 13 Kilometer von Queimadas durch Lorbeerwald in den Caldeirão Verde, einen grünen Talkessel mit rauschendem Wasserfall, und wieder zurück.

Santorin

Gut möglich, dass es im griechischen Santorin-Archipel in nächster Zeit gewaltig kracht. Eine gewaltige Magma-Blase bläht sich und drückt den alten Krater auseinander. 16 Kilometer ist er groß; ein Kreis aus Inseln bildet seine Ränder. In der Mitte liegen seit 1570 die Kameni-Inseln. Wer die Geschichte Santorins verstehen will, wandert auf der Hauptinsel von Thira nach Ia und schaut vom Kraterrand.

Teneriffa

Mit 3718 Metern bildet der Pico de Teide auf der Kanareninsel Teneriffa den dritthöchsten Insel-Vulkan der Erde. Zuletzt ausgebrochen ist 1909 der Nebenkegel Chinyero. Zwölf Wanderwege durchziehen den weiten Krater.

Island: Die größte Vulkaninsel der Welt im Kurzcheck

27.01.2014
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