Bergwanderung auf die Wildspitze (3.770 m)

Der Aufstieg auf Tirols höchsten Berg - die Wildspitze - ist von Vent aus am leichtesten und schnellsten. Für konditionell starke Wanderer ist diese Tour an einem Tag zu machen; es empfiehlt sich aber, eine Nacht auf der gemütlichen Breslauer Hütte zu verbringen. So akklimatisiert man sich auch besser.

Tirol, Österreich Österreich

Foto: Bernd Ritschel
Länge 17,99 Kilometer
Dauer 10:45 Std.
Schwierigkeitsgrad schwer
Höhenunterschied 1884 Meter
Höhenmeter absteigend 1864 Meter
Tiefster Punkt 1890 m ü. M.
Höchster Punkt 3716 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download

Anspruch
Der Anstieg auf die Wildspitze von Vent aus umfasst eine leichte Gletscherpassage. Die größte Schwierigkeit der Tour ist der steile Anstieg zum Mitterkarjoch mit einer Neigung um die 40 Grad. Sonst ist die Bergtour auf die Wildspitze eine eher einfache Gletschertour, wenn einem der Umgang mit Steigeisen, Seil und Pickel vertraut ist. Sehr beliebte Tour, an Wochenenden am besten meiden.

Anfahrt
Von München über Salzburger (A 8) und Inntalautobahn bis Abfahrt Ötztal. Alternativ über Garmisch – Mittenwald (B 2) – Zirlerberg – Inntalautobahn Richtung Bregenz bis Abfahrt Ötztal. Von hier der Ötztaler Straße (B 186) folgen und dann vor Zwieselstein nach Vent abzweigen.

Ausgangspunkt
Start ist im Venter Dorfzentrum beim Sportladen »Sport 2000«.

Einkehr
Breslauer Hütte, 2844 m, geöffnet Mitte Juni bis Ende September, Tel. 0043/5254/8156.

Übernachtung
Verschiedene Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplatz in und um Vent. Informationen und Buchung über www.vent.at oder Tel. 0043/57200/260. Oder hoch oben auf der Breslauer Hütte, 2844 m, geöffnet von Mitte Juni bis Ende September, 67 Schlafplätze in Zimmern, 99 Matratzenlagerplätze, 40 Notschlafplätze.

Beste Zeit
Je nach Schneelage kann man diese Bergtour auf die Wildspitze gefahrlos von Anfang Juli bis Mitte September wandern.

Karte
Freytag und Berndt, Nr. 251, Ötztal-Pitztal-Kaunertal-Wildspitze, 1 : 50000, 6,90 Euro.

Buchtipp
Stubaier Alpen alpin, Walter Klier, Bergverlag Rother 2006, 22,90 Euro.

Info
Ötztaler Tourismus – Büro Vent, Venter Straße 28, A-6458 Vent, Tel. 0043/57200/260, vent@oetztal.com, www.vent.at

Route
Der Weg beginnt direkt in der Ortsmitte und führt gleich steil unter dem Sessellift entlang. Mit dessen Hilfe könnte man den Aufstieg um eine atemsparende Stunde verkürzen. Von der Bergstation weg quert der Weg unterhalb des Wilden Mannle in das Tal des Rofenbachs.
Den Bach auf einer stabilen Brücke überqueren, dann unterhalb der Zunge des Rofenkarferners eher gemächlich nach oben wandern. Die folgenden 250 Höhenmeter geht es in steilen Kehren zur Breslauer Hütte hinauf. Hinter der Hütte nach rechts (Westen) halten und über die verblockte Moränenlandschaft dem Mitterkarferner entgegen. Dabei immer den Steinmännchen folgen. Über den Ferner wandert man zunächst noch geradeaus, bis die Spuren nach rechts (Norden) abdrehen. Jetzt die sehr steile Eis- und Felsrinne hinauf, um anschließend auf einer Höhe von 3470 m das Mitterkarjoch zu erreichen. Auf ungefähr halber Höhe zum Joch ist die Eisrinne von einem Felsriegel unterbrochen, den man links, westlich, erklettern muss. Als weitere Möglichkeit kann man den unteren Teil des Jochs an der östlichen Seite über groben Schutt bewältigen (Seilsicherungen teilweise vorhanden). Welche Variante sinnvoller ist, hängt von der Schneelage ab.

Vorsicht beim Abstieg: Aufgrund der Sonneneinstrahlung weicht die Schneedecke am Nachmittag zunehmend auf. Somit ist besondere Vorsicht geboten. Vom Joch quert man unter einem steilen Firnrücken fast eben in das Gletscherbecken des Taschachferners. Das Gebiet wird nun zunehmend spaltenreicher, der Gletscher immer steiler, und man erreicht ein wiederum etwas flacheres Firnfeld. In einem Rechtsbogen weiter zum Gratansatz des Südgipfels (manchmal Randkluft). Eine oftmals vereiste Firnscheide führt nun zum Südgipfel empor.

outdoor-Tipp
Mit einer Übernachtung auf der Breslauer Hütte kann man die Tour auf die Wildspitze auch auf zwei Tage verteilen. So eignet sie sich auch für Einsteiger, die unter kundiger Führung auf den Gipfel wollen.

27.08.2009
Autor: Tobias Attenberger
© outdoor
Ausgabe 07/2009