Hohe Tauern: Bergwanderung auf das Säuleck

"Damen-Dreitausender" wird das Säuleck (3086 m), der Nachbar der vergletscherten Hochalmspitze (3.360 m), auch genannt. Es ist ein vergleichsweise einfacher Dreitausender der Hohen Tauern. Trotzdem muss man sich auf eine anstrengende Tour einstellen, wenn man es an einem Tag schaffen möchte.

Tirol, Österreich Österreich

Foto: © Marco Barnebeck / PIXELIO
Länge 18,44 Kilometer
Dauer 10:38 Std.
Schwierigkeitsgrad schwer
Höhenunterschied 1840 Meter
Höhenmeter absteigend 1839 Meter
Tiefster Punkt 1489 m ü. M.
Höchster Punkt 3038 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download

Anspruch
Technisch und konditionell sehr schwere Wanderung, wenn sie als Tagestour angesetzt ist. Sie erfordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und etwas Orientierungsvermögen.

Anfahrt
Südlich vom Bahnhof Mallnitz links zum Wirtshaus Dollnig abbiegen und der Straße in einigen Kurven aufwärts folgen, bis die Einfahrt rechts auf den Parkplatz abzweigt.

Ausgangspunkt
Wanderparkplatz rechts von der Straße am Dösenbach, 1449 m.

Einkehr
Arthur-von-Schmid-Haus, 2281 m, bew. Anfang Juni bis 10. Oktober, Tel. 0043/664/1122827, www.kletterzentrum.moelltal.at

Übernachtung
Arthur-von-Schmid-Haus, 2281 m, bew. Anfang Juni bis 10. Oktober, Tel. 0043/664/1122827, www.kletterzentrum.moelltal.at

Beste Zeit
Juli und August.

Karte
Alpenvereins-Karte Nr. 44, Hochalmspitze–Ankogel, 1 : 25000, 9,80 Euro.

Buchtipp
Glockner-Region, Heiligenblut, Mölltal, Kreuzeckgruppe, Walter Mair, Bergverlag Rother 2008, 12,90 Euro.

Info
Nationalpark-Region Hohe Tauern Kärnten, Döllach 1, A-9843 Großkirchheim, Tel. 0043/4825/20049, tourismus@nationalpark-hohetauern.at, www.nationalpark-hohetauern.at; Tourismusverein Mallnitz, A-9822 Mallnitz 11, Tel. 0043/4784/290, Info@mallnitz.at, www.mallnitz.at

Route
Vom Parkplatz aus folgt man dem Forstweg am Bach entlang in lichten Wald und überquert das Gewässer bald rechts über eine Brücke. Die Forststraße zieht zur Eggeralm und anschließend über Wiesen weiter ins Tal hinein. Später führt sie etwas steiler durch Wald aufwärts zur Konradhütte an der Konradlacke. Nach der Hütte wandelt sich die breite Forststraße bald zu einem hübschen Wanderpfad, der später durch feuchtes Wald- und Wiesengelände kurz darauf eine Steilstufe emporzieht. 

Bevor es aber richtig aufwärts geht, kommt man noch an einem Schild vorbei, auf dem die Wirte des Arthur-von-Schmid-Hauses darum bitten, ihren Hasen unterwegs Gras zu 
pflücken. Daneben hängen Plastiktüten für das Futter. Nach etwas schweiß­treibenden 350 Höhenmetern ist die Steilstufe überwunden. Hinter einer grünen Hochebene wartet aber ganz hinten schon die zweite Steilstufe. In sanfter Steigung führt der Pfad zunächst über die Hochebene. Auf einer Brücke nach rechts den Dösenbach überqueren und bald wieder etwas steiler und steiniger auf der rechten Flankenseite aufwärtssteigen. Später quert man nach links, kommt erneut über den Dösenbach und steht anschließend vor dem Arthur-von-Schmid-Haus. Hier links halten und dem steinigen Pfad erneut durch eine Steilstufe aufwärtsfolgen. Nach diesem gras- und felsdurchsetzten Wegabschnitt leiten die weiß-roten Markierungen durch eine regelrechte Stein- und Felswüste und in einem weiten Rechtsbogen schließlich zu einer Art Wegverzweigung auf 2762 Metern Höhe hinauf. Dort rechts halten und den Mar­kierungen, teilweise unter Zuhilfe­nahme der Hände, bis zum Gipfel 
des Säulecks folgen.

Beim Abstieg kann man an der Wegverzweigung auch geradeaus gehen und später zum Schneefeld unterhalb der Mallnitzer Scharte absteigen. Von hier führt ein gehtechnisch und geologisch spannender Pfad über einen Blockgletscher zum Dösener See und weiter zum Arthur-von-Schmid-Haus. Diese Variante taugt natürlich auch für den Aufstieg.

outdoor-Tipp
Am meisten Spaß macht die Tour, wenn man sie auf zwei Tage aufteilt Der erste Tag bringt einen zur Hütte hinauf (Arthur-von-Schmid-Haus; ca. 2–3 Std., 8 km, 800 Hm), dort übernachten. Wer mag, kann dort oben auch einen Klettersteigkurs bei Bergführer Wolfgang Schupfer belegen, der auf der Hütte ein Kletterzentrum betreibt.

Wer gleich ein paar Tage oben bleiben will, kann sich auch noch weitere benachbarte Gipfel erschließen: Maresen- und Hochalmspitze (für beide hoch­alpine Kenntnisse nötig), Steinernes Mandl (nur mit Gletscherfahrung) oder das Reißeck.

11.09.2009
Autor: Mirjam Hempel
© outdoor
Ausgabe 08/2009