Wahrzeichen Südtirols - die Geislerspitzen

Auf dem Boden des Urmeers Tethys: die Geislergruppe

Foto: IDM-Suedtirol | Josef Hackhofer Geisler Sonnenaufgang
Einst Korallenriff, heute Gipfelparadies – die Geislergruppe, eine der schönsten Berglandschaf­ten der Welt, zählt seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Foto: (c) eckwes/www.PIXELIO.de Geislerspitzen

Prachtvoll und urzeitlich: die Geislergruppe war früher ein Riff.

Im grünen Tal schmiegt sich ein kleines Dorf an die sanften Hügel, dahinter ragt schroffes Gestein majestätisch in den blauen Himmel. Blickt man über das Villnösstal auf die zerklüfteten Gipfel der Geislergruppe, kann man sich vorstellen, wie vor 250 Millionen Jahren Bestien der Urzeit in den Felsspalten des Riffs lauerten. Denn das war die Geislergruppe lange vor unserer Zeit: ein Korallenriff im Urmeer Tethys.

Zwischen dem Sedimentgestein, aus dem das Gebirge zum größten Teil besteht, findet man neben vulkanischen Spuren Lagen aus versteinerten Korallenriffen und Muschelkalk. Dieses Gestein wird als Dolomit bezeichnet. Den Namen verdanken die Gesteinsformation sowie die Dolomiten dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu. Er beschrieb im 18. Jahrhundert das Gestein des Bergmassivs, das bis dahin aufgrund des weißlich-grau schimmernden Kalksediments den Namen Bleiche Berge getragen hatte. Experten bezeichnen die Geislergruppe wegen ihrer abwechslungsreichen Gesteinsformen noch heute gern als »geologische Arbeitsstätte der Dolomiten«, in der man lesen könne wie in einem offenen Buch der Erdgeschichte.

Die Geislergruppe liegt zwischen dem Villnösstal im Norden und dem Grödnertal im Süden und damit mitten im 1977 gegründeten Naturpark Puez-Geisler. Ende der neunziger Jahre wurde sein Gebiet auf 10.000 Hektar ausgedehnt. Der Hauptgipfel der Geislergruppe ist mit 3025 Metern der Sas Rigais. Er ist der einzige im Massiv, den man besteigen kann. Zwei Klettersteige führen hinauf, einer von St. Magdalena im Villnösstal, der andere von St. Christina in Gröden.

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13.05.2010
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Ausgabe 05/2010