Vinschgau: Höhenweg St. Martin–Kortsch

Der Sonnenberg macht seinem Namen alle Ehre. Im späten Herbst, wenn in den Nordalpen der Nebel hängt, kann man auf dieser Höhenwanderung noch mal so richtig Sonne für den Winter tanken. Unterwegs locken Bergbauernhöfe mit Südtiroler Köstlichkeiten zur Einkehr.

Vinschgau, Italien Italien

Foto: Klaus Fengler
Länge 17,53 Kilometer
Dauer 07:21 Std.
Schwierigkeitsgrad leicht
Höhenunterschied 805 Meter
Höhenmeter absteigend 1868 Meter
Tiefster Punkt 720 m ü. M.
Höchster Punkt 1794 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download

Anspruch
Technisch und konditionell leichte Wanderung entlang des Sonnenbergs oberhalb von Latsch.

Anfahrt
Von Nordwesten über den Reschenpass oder von Osten über Meran in den Vinschgau Richtung Latsch. Am östlichen Kreisverkehr der Umgehungsstraße des Ortes biegt man zur Talstation der St.-Martin-Seilbahn ab.

Ausgangspunkt
Bergstation der St.-Martin-Seilbahn, St.-Martin im Kofel, 1740 m.

Einkehr
Restaurant in der Bergstation der Seilbahn, 1740 m; Jausenstation Egg, 1677 m; Jausenstation Fisolgut am Schloss Schlandersberg; Gasthof in Kortsch.

Übernachtung
In Latsch steht eine Reihe verschiedener Pensionen, Ferienwohnungen und Hotels zur Auswahl. Auskunft erteilt der Tourismusverein Latsch-Martell, Tel. 0039/0473/623109, www.latsch-martell.it.

Beste Zeit
Abhängig von den Schneeverhältnissen Mai bis Ende Oktober.

Karte
Kompass Wanderkarte 52, Vinschgau, Val Venosta, 1:50000, 7,50 Euro.

Info
Tourismusverein Latsch-Martell, Hauptstraße 38a, I-39021 Latsch, Tel. 0039/0473/623109, info@latsch.it, www.latsch-martell.it; Tourismusverband Vinschgau, Kapuzinerstraße 10, I-39028 Schlanders, Tel. 0039/0473/620480, info@vinschgau-suedtirol.info, www.vinschgau-suedtirol.info

Route
Von der Bergstation St.-Martin im Kofel folgt man links der asphaltierten Autozufahrt zu den Bergbauernhöfen – zunächst leicht bergab, später eben. Die Route ist mit Nummer 14 ausgeschildert und geht bald in einen unbefestigten Fahrweg über. Nach der Querung einiger Bachgräben wird die Jausenstation Egg erreicht, ein stattlicher Bergbauernhof mit Bewirtung. Auf dem Weg Nummer 14 wandert man zum nächsten Bergbauernhof namens Forra. Vor dem Hof endet der Fahrweg. Weiter geht es auf dem Wanderweg rechts bergauf und dann auf einem Pfad über einen Wiesenhang. Auf der anderen Talseite reckt die Laaser Spitze ihren Gipfel in den Himmel. (Die Tour auf diesen 3304 Meter hohen Berg wird in Tourenkarte 5 beschrieben.) Man kommt zur Ruine von Laggar. Bis nach dem Ersten Weltkrieg stand hier ein Hof. 

Weiter geht es auf einem teilweise felsigen Weg abwärts durch Wald und kurz darauf zur Hofruine Zuckbichl. Der folgende Abschnitt zum Fallerbach ist mit zahlreichen Stufen und Holzgeländern recht abwechslungsreich. Auf der anderen Seite des Bachs führt der Pfad hinauf zu einer Forststraße. Ihr folgt man geradeaus am verfallenen Hof Patsch vorbei und wählt bei der Straßengabelung den linken Abzweig. Rechts würde es hinauf zum intakten Hof Tappein gehen. Gemächlich geht es abwärts, bis rechts der Weg Nummer 7 Richtung Schloss Schlandersberg abzweigt. Man kommt wieder auf die Straße und biegt dann erneut nach rechts ab. Hinter dem Schloss weiter auf dem Weg Nummer 5 zum Fisolhof, einer weiteren Einkehrmöglichkeit, anschließend entlang der Nummer-5-Markierung am Ilswaal zur Ägidius-Kapelle und weiter hinab nach Kortsch. Auf dem Kortscher Fußweg und der Franziskusstraße geht es ins Dorfzentrum von Schlanders und mit dem Zug oder Bus zurück nach Latsch

outdoor-Tipp
Wer nach dieser Wanderung mit Endpartie entlang des Ilswaals Lust auf einen weiteren Waalweg hat, sollte etwa 250 Meter nach der Ägidius-Kapelle rechts auf den Weg Nummer 6a Richtung Zaalwaal abbiegen. Recht steil steigt man zu dem alten Bewässerungssystem auf. Hört man helles Glöckchenleuten, führt der Waal Wasser. Bei der Gabelung hält man sich links und kommt im späteren Verlauf an zwei alten Mühlen vorbei. Am Ende des Waals wandert man geradeaus und erreicht in einem Linksbogen die Ortschaft Kortsch (insgesamt etwa 2 Kilometer, 45 Minuten Gehzeit).

23.10.2009
Autor: Mirjam Hempel
© outdoor
Ausgabe 10/2009