Bergwandern im Tessin: Auf das Chilchhorn (2.784 m)

Kurz, knackig und aussichtsreich: Als kühner Felszahn ragt das Chilchhorn über dem Nufenenpass auf - der ideale Berg für den Ankunftstag im Tessin. Ein hübscher Wiesenpfad führt zum felsigen Gipfelaufbau des Chilchhorn. Hier sind absolute Schwindelfreiheit und einmal kurzes Zupacken im Fels gefragt.

Tessin, Schweiz Schweiz

Foto: Mirjam Hempel
Länge 1,09 Kilometer
Dauer 00:56 Std.
Schwierigkeitsgrad schwer
Höhenunterschied 242 Meter
Tiefster Punkt 2478 m ü. M.
Höchster Punkt 2736 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download
Anspruch
Die mittelschwere Wanderung fordert etwas Orientierungsvermögen und für das letzte Stück am Gipfelaufbau Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und einmal beherztes Zupacken. Auch danach kommen noch einmal zehn spannende Meter. Es lohnt sich aber, denn oben winkt eine grandiose Aussicht ins Val Bedretto auf der einen und auf die Welt der Berner und Walliser Eisriesen auf der anderen Seite.

Anfahrt
Von Airolo am Südportal des Gotthardtunnels der Landstraße Richtung Bedretto und Nufenenpass folgen.

Ausgangspunkt
Die Tour beginnt am Nufenenpass, 2478 m. Ein großer Parkplatz liegt direkt am Hospiz bzw. am See.

Einkehr
Restaurant Nufenenpass direkt auf der Passhöhe, 2431 m.

Übernachtung
Ristorante All’Acqua, CH-6781 All’Acqua, Tel. 0041/91/8 69 11 85, www.allacqua.ch

Beste Zeit
Je nach Schneelage ist die Tour von Juli bis September zu empfehlen.

Karten
Schweizer Landeskarte, Val Bedretto, Blatt 1251, 1 : 25000, 8,95 Euro; Schweizer Landeskarte, Nufenenpass, Blatt 265 T, 1 : 50000, 14,95 Euro.

Buchtipps
Wanderführer Tessin, Mirjam Hempel, Kompass Verlag, 2005, 11,95 Euro; Tessin – Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen, Heinrich Bauregger, Bergverlag Rother, 11,90 Euro.

Info
Leventina Turismo, CH-6780 Airolo, Tel. 00 41/91/8 69 15 33, Fax 00 41/91/8 69 26 42, www.leventinaturismo.ch, E-Mail: info@leventinaturismo.ch

Route
Beim Restaurant Nufenenpass dem schmalen Fußpfad über grasige Matten nordwärts bergan folgen. Bald erreicht man einen riesigen Steinmann. Der Pfad führt in einem großen Bogen in die Westflanke des Chilchhorns. Ab hier geht es steinig in vielen Zickzack-Kehren aufwärts zum felsigen Gipfelaufschwung. Direkt unter den steilen Wänden trifft man dann auf die Überreste eines verfallenen Steinbunkers. Wer nicht absolut schwindelfrei und tritt-sicher ist, sollte die weitreichende Aussicht auf die Wallliser und Berner Viertausender von hier genießen. Alle anderen queren hinter der Bunkerruine unter einer Felswand nach links und zwängen sich durch eine Felsspalte. Hier ist beherztes Zupacken gefragt. Man gelangt auf die Südseite des Chilchhorns. Von hier führt eine etwa zehn Meter lange, schwindelerregende, schmale und ausgesetzte Spur auf den kleinen Gipfel, 2784 m. Wenn man die weitreichende Aussicht zum gegenüberliegenden Griesgletscher und den nahen Berner Viertausendern Finsteraar- und Lauteraarhorn ausgiebig genossen hat, führt der Anstiegsweg zurück zum Parkplatz.

outdoor-Tipp
Wem der Trip auf das Chilchhorn zu wenig Wandern für einen Tag ist, der kann vom Parkplatz bei der ersten Rechtskehre der Passstraße, die Richtung All’Aqua führt, auf dem schmalen Fußweg über Wiesen und später Geröll zur Gonerlilücke aufsteigen. Hier gibt es nicht nur die alte Gonerli-Hütte zu bewundern, die zur Hälfte einem Hangrutsch zum Opfer fiel, sondern auch jede Menge Steinböcke (330 Hm, 1,5–2 Std., 4 km).

28.07.2009
Autor: Mirjam Hempel
© outdoor
Ausgabe 06/2009