Ütia Puez, 2.481 m

Ein bisschen mogeln ist hier erlaubt: Per Gondel geht es 600 Höhenmeter hinauf zum Grödner Joch. Und ab dem Crespeina-Joch kann man eintauchen in die Mondlandschaft des Puez-Hochplateaus, in das Idyll des Crespeiner-Sees und in die grüne Hochfläche mit der Puez-Hütte.

Südtirol, Italien Italien

Foto: © Clermac / PIXELIO Dolomiten Puez
Dauer 4,5 Stunden
Höhenmeter 625
Distanz 13 Kilometer
Karte
Foto: © Clermac / PIXELIO Dolomiten Puez

Die gewaltige Felskulisse der Puez-Gruppe gleicht einer Mondlandschaft.

Anspruch
Mittelschwerer Bergweg. Die Bahn spart einige Höhenmeter, doch die Tour ist trotzdem konditionell anspruchsvoll, erfordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Ausdauer. Man kann sie verkürzen, wenn man nicht bis zur Puez-Hütte durchwandert, sondern an der Forcula de Ciampei gleich ins Edelweißtal abbiegt und die Runde ohne den durchaus lohnenden Abstecher vollendet.

Anfahrt
Von Deutschland über die Brenner­autobahn bis zur Ausfahrt Klausen, Staatsstr. 242 ins Grödnertal, und über das Grödner Joch nach Colfosco.

Ausgangspunkt
Colfosco, Talstation der Gondelbahn.

Einkehr
Jimmy-Hütte, 2222 m; Puez-Hütte, 2481 m (Juni–Oktober, mit Übernachtungsmöglichkeit); Edelweiß- Hütte, 1832 m.

Übernachtung
Hotels, Pensionen und Campingplatz in Colfosco; Puez-Hütte, 2481 m.

Beste Zeit
Je nach Schneelage und Wetter Mitte Mai bis Ende September.

Karten
Kompass-Wanderkarte Nr. 616, Gröden – Val Gardena – Sella – Canazei,
1:25000, 7,95 Euro; Kompass-Wanderkarte Nr. 59, Sella­gruppe, 1:50000, 7,50 Euro.

Info
Tourismusverband Alta Badia, Str. Col Alt 36, I-39033 Corvara, Tel. 00?39/0471/836176, www.altabadia.org

outdoor-Tipp
Mit dem »Mountain Pass Alta Badia« stehen Bergsportlern viele Lifte und sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung. Die Chip-Karte ermög­licht freie Fahrt mit 12 Liftanlagen und allen öffentlichen Bussen im Alta
Badia – zwischen den Orten und bis zu den Passhöhen. Der Mountain Pass ist außerdem Eintrittskarte ins Eis­stadion in Corvara, ins öffentliche Schwimmbad oder ins Kino. Man kann an geführten Themenwanderungen teilnehmen – sie enthüllen die Reize und Geheimnisse der Dolomitenwelt.

Außerdem gibt es Preisnachlässe bei den Liften und Seilbahnen am Lagazuoi und Dantercepies. Bezug über alle Tourismusbüros im Alta Badia.
Infos: www.mountainpass.it

Von Colfosco aus mit Lift, Bus oder Auto hinauf zum Grödner Joch bzw. zur Jimmy-Hütte. Wer noch Proviant oder Stärkung braucht, kann sich hier versorgen. Auf dem Dolomiten-Höhenweg – der Alta Via Dolomiti Nr. 2 – nordwärts, über Almwiesen mit Blumen wie Almrausch und Enzian. Dann folgt der Aufstieg auf die Cir-Scharte, die vor Urzeiten ein Korallenriff im Meer war.

Auf- und absteigend gelangt man zum Crespeina-Joch, zwischen imponierenden Felszacken, Felsbrocken und kleinen Türmen hindurch und mit großartigem Blick auf den Sellastock.
Am Joch genießt man einen
wunderbaren Blick durch das Val de Chedùl, ins Grödnertal sowie auf das Puez-Hochplateau mit Col dala Sone; in der Ferne wartet bereits die Puez-Hütte. Der Weg führt weiter zur Seemulde des idyllischen Crespeina-Sees hinab und über Karstflächen zur Ciampëi-Scharte, dann über die Gardenazza-Hochfläche zur Puez-Hütte. Die Hütte wird seit vielen Jahren von Oskar Costa bewirtet; im Winter ist er Skilehrer.

Von der Hütte aus bietet sich ein unverstellter Blick auf die Seiser Alm mit den Promis Langkofel, Plattkofel und Schlern bis nach Bozen.
Der Weg zurück leitet wieder über die Ciampëi-Scharte, doch dort wendet er sich nach links und führt zunächst am Hang entlang, später absteigend durchs Edelweißtal zur Edelweißhütte, wo sich eine zweite Einkehr lohnt: Wenn man Glück hat, unterhält die Wirtin Maria Grazia ihre Gäste mit Volksliedern auf der Gitarre. Auf der Straße geht es anschließend gemütlich hinab nach Colfosco.

Karte

OD 0909 Dolomiten Ütia Puez
30.09.2009
© outdoor
Ausgabe 09/2009