Piz Boè, 3.152 m

Vor der Heiligkreuz-Hütte fragt man sich, wie man zur Kreuzkofelscharte hinaufkommen soll. Aber es gibt einen guten Aufstieg für trittsichere Bergwanderer. Der Blick auf die weite Fanes-Hochebene ist dann Balsam für die Seele, der Abstieg durch Latschenwälder entspanntes Vergnügen.

Südtirol, Italien Italien

OD 0909 Dolomiten
Dauer 5,5 Stunden
Höhenmeter 740
Distanz 12,5 Kilometer
Karte
Foto: © Günter Hommes / PIXELIO Dolomiten

Grandiose Aussichten vom Piz Boè.

Anspruch
Diese lange, schwere Tour verlangt
unbedingt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition. Den Abstieg durch das Mittagstal (Val de Mezdì) sollten nur geübte Bergsteiger bei sicherem Wetter angehen.

Anfahrt
Brennerautobahn (A 22) bis zur Ausfahrt Klausen, dann auf der Staats­str. 242 ins Grödnertal und über das Grödner Joch nach Corvara.

Ausgangspunkt
Corvara, Talstation der Gondelbahn.

Einkehr
Franz-Kostner-Hütte 2540 m; Boè-Hütte, 2873 m.

Übernachtung
Verschiedene Hotels, Pensionen, Campingplatz in Corvara und den Nachbarorten; Boè-Hütte 2873 m; Franz-Kostner-Hütte 2540 m.

Beste Zeit
Je nach Schneelage und Wetter Mitte Mai bis Ende September.

Karte
Kompass Nr. 624, Hochabtei – Alta Badia, 1:25000, 5,95 Euro.

Buchtipp
Bergwanderungen in den Dolomiten, Bd. 3. Gadertal, von Bruneck bis Corvara. Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen, Franz Hauleitner,
Bergverlag Rother 2002, 133 Seiten, 10,90 Euro.

Info
Tourismusverband Alta Badia, Str. Col Alt 36, I-39033 Corvara, Tel. 0039/0471/836176, www.altabadia.org

outdoor-Tipp
Mit dem »Mountain Pass Alta Badia« stehen Bergsportlern viele Lifte und sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung. Die Chip-Karte erlaubt freie Fahrt mit 12 Liftanlagen und allen öffentlichen Bussen im Alta Badia – zwischen den Orten und bis zu den Passhöhen. Der Mountain Pass funk­tioniert außerdem als Eintrittskarte ins Eisstadion in Corvara, ins öffentliche Schwimmbad oder ins Kino. Man kann damit an geführten Themenwanderungen teilnehmen: Sie vermitteln die Reize und Geheimnisse der Dolomitenwelt. Und: Es gibt Preisnachlässe bei den Liften und Seilbahnen am Lagazuoi und Dantercepies. Erhältlich ist der Mountain Pass in allen Tourismusbüros im Alta Badia. Infos: www.mountainpass.it

Von Corvara mit Gondelbahn und Sessellift bis zur Bergstation Valun. Vom Sessellift aus kann man schon gut den einmaligen Boè-See zwischen den senkrecht einfallenden Felswänden bewundern. Ab der Bergstation des Sessellifts Valun führt der Weg zuerst an der Franz-Kostner-Hütte vorbei, dann steil über den Lichtenfelser Weg (teilweise mit Seilen gesichert) auf den Piz Boè. Er erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Die Aussicht aber ist hervorragend. Nach etwa 2,5 Stunden hat man schon den höchsten Punkt der Tour, den Piz Boè, erreicht.

Hier oben, vom höchsten Gipfel des Sellastocks, genießt man ein atemberaubendes 360-Grad-Panorama: von den Sextener Dolomiten über Tofana, Lagazuoi, Sorapis, Antelao, Pelmo, Civetta, Marmolada, Palagruppe, Rosengarten und Schlern bis zu den Gletschern des Alpenhauptkamms. Und natürlich über das ganze Alta Badia und das Grödental bis nach Bozen und Meran.
Dann geht es steil über Fels und Geröll bergab zur Boè-Hütte (Bamberger Hütte). Zeit für eine Stärkung.

Nach der Hütte führt der Weg weiter durch das lange Mittagstal (Val Mezdì) wieder hinunter nach Colfosco und Corvara. Er ist zunächst mit Seilen gesichert (oft liegt auch noch Schnee); eine gute Ausrüstung und rutschfeste Schuhe sind erforderlich.
Nach diesem steilen ersten Teil wandert man jedoch bald gemütlicher und auf Geröll weiter durch das
eindrucksvolle Mittagstal, das sich zwischen hohen senkrechten Felswänden aus reinem Dolomit (je nach
Sonnenstand weiß bis rot gefärbt) in die Länge zieht.
Am Ende des Val Mezdì wird man – sozusagen als Finale – von den vielen Wasserfällen noch einmal aus der meditativen Ruhe geweckt. Hier liegen die Trinkwasserquellen von Corvara und Colfosco. Der Weg leitet nun weiter über Wiesen und Wälder bis Corvara, zur Talstation der Gondelbahn.

Karte

OD 0909 Dolomiten Piz Boe Karte
30.09.2009
© outdoor
Ausgabe 09/2009