Seealpen-Trek

Am Mittelmeer aalen sich die Alpen in der Wärme. 100 Kilometer weiter nördlich ragen sie kalt auf bis 2700 Meter. Dazwischen liegt ein wildromantischer Weg ...

Italien Italien

Karte

Blick zurück: Der Startpunkt liegt noch hinter den weißen Bergen. Foto: Boris Gnielka

Auf den ersten drei Etappen herrscht typische Alpenlandschaft vor: eng eingeschnittene Täler und steile Berge, auf deren Nordseiten bis in den Juni ausgedehnte Schneefelder liegen. Auf den letzten sechs Etappen wird es nicht minder steil, jedoch weniger schroff und felsig, dafür viel grüner – und wesentlich wärmer.

Lage

Der Westalpenkamm führt auf seinen letzten 100 km von den Seealpen durch die Ligurischen Alpen bis zur Küste. Der Startpunkt der Tour, Trinità, liegt zehn Kilometer südlich von Cuneo. Der Endpunkt, Ventimiglia, liegt zwischen Imperia und Nizza am Mittelmeer.

Anreise

http://Am besten mit der Bahn: Von Deutschland über Turin nach Cuneo. Von dort fahren mehrmals täglich Busse nach Entraque/Trinità. Vom Endpunkt Ventimiglia geht’s nonstop zurück nach Cuneo und weiter nach Turin.

Beste Reisezeit

Mit Glück, Zuversicht und Gamaschen gelangt man bereits Anfang Mai und bis weit in den Oktober über die hohen Pässe der ersten zwei bis drei Etappen. Dafür ist es dann weiter südlich weder zu heiß noch zu voll. Die Hauptwanderzeit von Mitte Juni bis Mitte September sollte man meiden: heiß, trocken, voll.

Ausrüstung

Neben festen Bergstiefeln darf weder die Sonnencreme noch -brille fehlen; im Mai und Oktober leisten eine warme Mütze, Fleecejacke sowie Handschuhe gute Dienste.

Verpflegung

In den Posti Tapa und Berghütten gibt es leckere, meist recht günstige Gerichte. Provianteinkauf ist nur in Tende und La Brigue möglich.

Übernachtung

Am bequemsten in den Posti Tapa und Berghütten, die alle zwischen Anfang Juni und Ende September geöffnet haben, im Süden auch das ganze Jahr über. Wildes Zelten abseits von Weide- und Privatgrund wird meist geduldet. Vorsicht Waldbrandgefahr: kein offenes Feuer machen!

Wölfe/ Hunde/ Vipern: Wölfe sind extrem scheu und allenfalls in der Nebensaison zu sehen. Sie gehen Menschen grundsätzlich aus dem Weg. Herdenschutzhunde nicht. Hier hilft nur: warten, bis der Hirte kommt oder die Hunde sich von selbst zurückziehen. Keinesfalls sollte man sie durch Geschrei oder Gefuchtel mit dem Trekkingstock provozieren. Bei einem Vipernbiss ruhig bleiben, absteigen, Arzt rufen.

Bücher

Grande Traversata Delle Alpi (GTA), Teil 2: Der Süden, Werner Bätzing, Rotpunkt Verlag Zürich 2003, 285 S., 22,50 Euro.

Karten

Istituto Geografico Centrale (IGC): Carta dei Sentieri e dei Rifugi Nr. 8 und 14; 1:50000; 8,40 Euro.

Alter Käse, roter Wein und frische Duschen: das gibt’s in Tende. Foto: Boris Gnielka

22.11.2005
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 11/2005