Mont-Blanc-Rundweg

Der Mont Blanc ist wunderschön. So schön, dass man ihn von allen Seiten eingehend betrachten sollte. Das geht am besten auf dem Mont-Blanc-Rundweg, der spektakulärsten alpinen Trekkingtour Europas.

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Karte

Berühmteste Zwischenstation ist Chamonix

Der Drei-Länder-Weg rund um den Mont Blanc (TMB) ist für Weitwanderer ebenso zum Klassiker geworden wie die Gipfelbesteigung für Bergsteiger. Weil die Route seither stark frequentiert ist, wurden zusätzlich zum Normalweg unzählige neue Routen angelegt. Teilweise ist die TMB mit dem GR 5, dem Fernwanderweg vom Genfersee bis Nizza, identisch. Die charakteristischen GR-Markierungen sind rot-weiße Streifen, die allgemeine Farbmarkierung der TMB ist gelb. Der Weg ist fast überall in gutem Zustand, nur an wenigen Stellen (Col des Fours, Fenêtre d´Arpette und auf dem Klettersteig bei Aiguille d´Argentière) wird ordentliche Trittsicherheit vorausgesetzt.
Wer die 160 km lange TMB komplett gehen möchte, braucht 10 bis 12 Tage. Abkürzungen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln (z.B. durch die langgezogenen Täler Val Veni und Val Ferret) möglich. In welche Richtung man die Runde läuft und wo man in die Umrundung einsteigt, spielt keine Rolle. Die meisten Wanderer beginnen in Les Houches und laufen gegen den Uhrzeigersinn.

Anreise

http://Zug: Schnellste Verbindung nach Les Houches (mehrmals täglich) über Bern und Lausanne bis Martigny. Dort steigt man in den Mont-Blanc-Express um. Wer stattdessen die Route über Genf wählt, muss dort vom Hauptbahnhof zunächst zum französischen Bahnhof Gare Eaux-Vives wechseln (Tram Nr. 16, 30 Minuten Fahrt). Von hier startet mehrmals täglich ein Zug der Linie Genf–Chamonix– Vallorcine–Martigny.

Auto: Kürzester Weg mit dem Auto über Basel oder Zürich nach Bern, dann A 12 Richtung Fribourg/Lausanne nach Montreux und weiter ins Wallis bis zur Autobahnausfahrt Montreux–Col de la Forclaz–Col de Montets–Chamonix. Straßenzustandsbericht: Tel. 04/50530551.

Beste Reisezeit

Bei normalen Wetterbedingungen: von Ende Juni bis Ende September. Die meisten Hütten sind von Juli bis Anfang September geöffnet, ebenso die meisten Seilbahnen. Zwischen 15.7. und 15.8. haben die Franzosen Ferien, die Hütten sind übervoll, reservieren ist dann unerlässlich. Der Autor empfiehlt die zweite Augusthälfte bis Anfang September. Wer in der Nebensaison unterwegs ist, benötigt eine Zeltausrüstung.

Ausrüstung

Eine alpentaugliche Ausrüstung, vor allem festes Schuhwerk und Wetterschutz-Kleidung ist wichtig. Für die Schutzhütten einen Leinenschlafsack, da die Decken dort nicht immer angenehm sind. Wer nicht in den Hütten übernachten möchte, braucht eine komplette Camping-Ausrüstung (Zelt, Kocher, Schlafsack, Isomatte.).

Geld/Telefon

Unbedingt genügend Bargeld einstecken. Tauschmöglichkeiten nur in Chamonix, Les Houches, Les Contamines, Courmayeur, Champex. Die größeren Hotels und Restaurants akzeptieren meist Kreditkarten.

Von Frankreich nach Deutschland: 0049. Von Deutschland nach Frankreich: 0033.

Sprache

Die Franzosen sind bekanntermaßen fremdsprachenfaul; ein paar Brocken Französisch können dahe nicht schaden. Im Großen und Ganzen kommt man mit Englisch allerdings ganz gut durch. Buchtipp: Kauderwelsch - Französisch Wort für Wort, Reise Know-How, 1999, 14,80 DM.

Verpflegung

In den Hütten gibt es rustikale Kost, meist Halbpension. Für die Verpflegung tagsüber bieten sich kleine Trekking-Snacks an. In allen drei Ländern, durch die Tour führt, gibt es himmlische Köstlichkeiten, die man einfach probiert haben sollte. Gute Einkaufsmöglichkeiten in den Dörfern entlang der Strecke.

Übernachtung

Eine Liste aller Schutzhütten ist im Maison de la Montagne in Chamonix erhältlich. Place de l’Eglise, Chamonix, Tel. 0033/4/50532208. In und um Chamonix findet sich eine riesige Auswahl an Hotels unterschiedlichster Preisklassen.
Reservierungszentrale Tel. 04/50532333, Fax 50535890, E-Mail: reservation@chamonix.com

Veranstalter

Die Auswahl ist groß. Ein besonderes Erlebnis hat man sicher mit Cairn. Bei diesem Veranstalter wird das Gepäck auf zwei Packeseln mitgeführt. Von Juni bis September startet man jede Woche sonntags zur Tour du Mont Blanc. Rückkehr am Samstag.
Cairn, Le Sanjhon, 74300 Les Carroz,
Tel. 0033/4/50900274, Fax 50903934. Preis: alles inklusive 2600 FF. Gebucht werden kann entweder direkt oder über den Schweizer Veranstalter transalp-Sportreisen, Box 146,
1257 Genève/Croix-de-Rozon, Tel. 0041/22/7713553, Fax 7713900.

Bücher

• Outdoor Handbuch - Mont-blanc Rundweg, Iris Kürschner, Conrad Stein Verlag, 2000, 19,80 DM. Ausführliche Beschreibung in 12 Tages-etappen und Varianten.
• Mont-Blanc-Gruppe, Gebiets-führer für Bergsteiger und Kletterer, Hartmut Eberlein, Bergverlag Rother, 2000, 44,80 DM. Alles Wissenswerte für diejeniegen die an Mont Blanc und in der Umgebung in die Vertikale wollen.

Karten

Das beste Kartenmaterial liefert das Institut Geographique National (IGN). Um die gesamte »Tour du Mont-Blanc« abzudecken, benötigt man nur zwei Blätter, die sich teilweise überschneiden: IGN-Karte Nr. 3630 OT Chamonix und Nr. 3531 ET St.-Gervais (beide 1: 25 000). Karten am besten vor Ort besorgen

weitere Infos

• Maison de la France, Westendstr. 47, Postfach 100128, 60325 Frankfurt, Tel. 0190/ 570025, E-mail: maison.de.la.france@t- online.de. www.maison.de.la.france.com.
• Office de Tourisme de Chamo- nix Mont-Blanc, 85 place du Triangle de l`Amitié, Tel. 04/50530024, E-mail: info@chamonix.com, www.chamonix.com.
• Maison de la Montagne, (Place de l`Eglise, Tel. 04/50532208) und Compagnie des Guides, im gleichen Haus (Tel. 04/50530088, Fax 50534804).
• Association Internationale des Guides du Mont-Blanc, 98 rue des Moulins, Tel. 04/50532705, Fax 50538319.
• Wetter: Météo France Tel. 06/36680274.

Literatur vor Ort:

• Le tour du Mont-Blanc, Pierre Millon, Édition Glénat, Greno- ble 1999, ISBN 2-7234-2685-8. Ein phantastisches Buch mit schönen Fotografien, guten Kartenskizzen und ausführ-
licher Routenbeschreibung.

Original Alpen-Action wie aus
dem Bilderbuch.

08.08.2002
© outdoor
Ausgabe 12/2000