Hausboot-Urlaub: Auf dem Wasser zu Hause

Fünf klassische Hausboot-Touren in Europa

Gemütlicher als mit einem Hausboot kann man kaum auf Reisen gehen. outdoor erklärt, worauf es dabei ankommt, und stellt fünf klassische Touren auf europäischen Gewässern vor.
Foto: DZT/Kuhnle-Tours GmbH Hausboot auf der Mecklenburgischen Seenplatte

In Deutschland lädt vor allem Mecklenburg mit seiner Seenplatte zum Hausboot-Urlaub ein

Sie heißen Admiral, Bravoure, Noble Duke oder Rialto, und sie tuckern mit sechs bis zehn Stundenkilometern auf den Flüssen, Kanälen und Seen Europas. Kein Zweifel: Wer es eilig hat, der sollte von der Idee eines Hausboottrips Abstand nehmen. Doch wer den schnellen Takt des Alltags abschütteln möchte, für den eignet sich diese Urlaubsform wie keine zweite. Man legt an, wo es einem gefällt, unternimmt vielleicht eine Tour mit den Bordfahrrädern und trinkt Kaffee an schönen Orten - erholsamer geht es kaum. Und man muss nicht einmal ein staatlich anerkannter Seebär sein, um ein Hausboot steuern zu dürfen.

Die meisten Länder Europas fordern nur eine kurze Einweisung beim Start; lediglich Polen, Tschechien und Spanien verlangen einen Führerschein. In Deutschland reicht auf den Gewässern von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg eine Charterbescheinigung, die es vor Ort nach zwei bis drei Stunden Bootspraxis und -theorie gibt. In den anderen Bundesländern benötigt wenigstens ein Crewmitglied den sogenannten Bootsführerschein Binnen. Kurse dafür lassen sich inzwischen auch online belegen (www.bootsfuehrerschein.de).

Die Minimalbesatzung für ein Hausboot sind zwei Personen

Es gibt aber auch Boote für zehn und mehr Personen: Von der schlanken Sechsmeteryacht bis zum schwimmenden Ferienhaus von 15 Metern finden sich Hausboote in allen Varianten. Eine Küche, Dusche und WC sowie Schlafkabinen gehören zum Standard, meist bieten die Boote noch einen separaten Aufenthaltsbereich. Über Extras wie Sonnendeck, Badeplattform und Schiebedach verfügen wiederum nur manche Modelle. Da die Boote in der Regel auch eine Heizung haben, reicht die Saison von März bis Oktober. Eine Tankfüllung hält etwa zwei Wochen; um Frischwasser muss sich die Crew etwa alle zwei bis drei Tage kümmern. Einsteiger sollten sich eine Strecke mit geringem Berufsverkehr suchen. Die von vielen gefürchteten Schleusen erweisen sich hingegen bald als eine willkommene Abwechslung auf der langen, geruhsamen Reise.

12.07.2010
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Ausgabe 07/2010