Fünf deutsche Jakobswege

Jakobsweg: 5 Pilgerwege in Deutschland

Foto: Ben Wiesenfarth OD Fünf deutsche Jakobswege
Es muss ja nicht gleich nach Spanien gehen. Auch vor der Haustür gibt es schöne Jakobswege, wie diese fünf Tourentipps für die schönsten Pilgerwege in Deutschland beweisen.

Der längste der deutschen Jakobswege beginnt an der tschechischen Grenze bei Tillyschanz (siehe Karte Nr. 1), durchquert Oberpfalz und Oberschwaben, berührt Ulm und wendet sich dann dem "Schwäbischen Meer" zu, dem blau schimmernden Bodensee. Unterwegs genießen Wanderer die herzhafte Gastlichkeit Bayerns, lernen die raue Seite der Schwäbischen Alb kennen und können sich auf einen schönen Ausklang in Konstanz freuen. Viele Kapellen und Kirchen liegen am Weg; besonders lohnend: Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Steinhausen. Ab Konstanz können Pilger nahtlos auf Schweizer Jakobswegen weiterwandern.
Länge: 550 Kilomter, 41 Etappen

OD Fünf deutsche Jakobswege

Eine Gesamtübersicht aller deutschen Jakobswege gibt es auf deutsche-jakobswege.de

2 - Jakobuswege im Rheinland

Grüne Natur und archaisch anmutende Industrielandschaft bilden dort durchaus faszinierende Kontraste; ehe es durch den Norden des dicht bewaldeten Bergischen Lands nach Köln weitergeht. Das Ende der Route liegt in der geschichtsträchtigen Stadt Aachen. Hier residierte Karl der Große am liebsten, und rund 600 Jahre lang wurden hier die deutschen Herrscher gekrönt. Die Etappen dieses
Jakobswegs sind recht kurz angelegt; wer zügig unterwegs ist, kann gut zwei Abschnitte zu einem Tagesmarsch kombinieren; Übernachtungen am Weg.

Länge: 405 Kilometer, 44 (gemütliche) Etappen
Infos: http://www.jakobswege-europa.de/wege/nordrhein.htm

3 - Wald-Jakobsweg durch Spessart & Odenwald

Das erste Stück folgt dem Main und durchzieht den nach wie vor dünn besiedelten Spessart. Durch den Odenwald mit seinen tiefen dunklen Tälern und das offenere, hügelige Kraichgau erreicht der Weg schließlich die über 1000 Meter hohen Berge des Schwarzwalds. Er ist nicht durchgehend mit der Jakobsmuschel markiert, folgt aber ausgeschilderten Wanderrouten. Einige kirchliche Bauwerke am Weg legen nah, dass der Weg zumindest teilweise alten Pilgerpfaden folgt. Alternativ startet man in Darmstadt und wandert über Heidelberg Richtung Süden. Hinter Heilbronn stößt der Weg auf die Originalroute.

Länge: 431 bzw. 450 Kilometer (ab DA), 21 Etappen
Info: http://www.jakobus-franken.de/pilgerwege.html

4 - Jakobsweg Augsburger Weg

Von der Jakobuskirche in Augsburg geht es durch saftiges Grün Richtung Süden, auf der Ostvariante wird auch die Kneipp-Stadt Bad Wörishofen gestreift. Wer ein bisschen Zeit mitbringt, sollte zwei Tage danach in Ottobeuren die Reise unbedingt für eine Stippvisite an der barocken Klosterkirche unterbrechen. In Bad Grönenbach vereinen sich Ost- und Westroute, überqueren die Iller und ziehen durchs Oberallgäu nach Westen dem Bodensee zu. Ein Höhepunkt ist kurz vor dem Ziel die Überquerung des Pfänders (1064 m), mit einem ersten Blick auf den See. In Bregenz Anschluss an den Rorschacher Jakobsweg durch die Schweiz.

Länge: 200/225 Kilometer, 9/10 Etappen (Ost/West)
Info: http://www.jakobuspilgergemeinschaft-augsburg.de

5 - Jakobsweg Brandenburg nach Tangermünde

Hunderttausende pilgerten damals zur Wilsnacker Kirche, in der drei Hostien aufbewahrt wurden, die wie durch ein Wunder 1383 einen Brand überstanden. Das Symbol der Hostien dient heute als Wegmarkierung (drei Kreise mit Kreuz). Vieles spricht dafür, dass von Berlin kommende Jakobspilger Wilsnack als Zwischenziel nutzten. Heute führt eine touristisch wenig erschlossene Route (teils mit »P« gekennzeichnete Pilgerunterkünfte) direkt aus dem Herzen Berlins nach Tangermünde. Seit 2009 ist sie offiziell als Jakobsweg ausgeschildert. Wer sich auf sich besinnen will, findet in der weiten Bran­denburger Landschaft genug Kontemplationsfläche.

Länge: 196 km, 11 Etappen
Info: http://www.jakobusgesellschaft-berlin-brandenburg.de

Eine Gesamtübersicht aller deutschen Jakobswege gibt es unter: http://www.deutsche-jakobswege.de/wege-uebersicht.html

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29.10.2017
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Ausgabe 08/2009