Karwendel: Mittenwalder Höhenweg

Herrliche Fernblicke in das Wettersteingebirge und in die Karwendelhauptketten erwarten Wanderer auf dem aussichtsreichen Höhenweg in der nördlichen Karwendelkette. Die angenehme Tagestour mit Klettersteiganteil ist für den trittsicheren Wanderer ein idealer Einstieg ins Karwendel.

Karwendel, Deutschland Deutschland

Foto: Ben Wiesenfarth
Länge 12,51 Kilometer
Dauer 07:16 Std.
Schwierigkeitsgrad schwer
Höhenunterschied 1612 Meter
Höhenmeter absteigend 327 Meter
Tiefster Punkt 914 m ü. M.
Höchster Punkt 2310 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download
Tagestour mit Klettersteig

Anspruch
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf dieser Kombitour unbedingt erforderlich. Der Steig ist sehr gut mit Drahtseilen und Leitern gesichert und weist keine klettertechnischen Schwierigkeiten auf. Klettersteigset und vor allem Helm sind aber zu empfehlen, allein schon wegen der Steinschlag­gefahr. Die Wanderung lässt sich problemlos als Tagestour gehen.

Anreise
Mit dem Pkw: Auf der A 95 München–Garmisch-Partenkirchen bis zum Autobahnende und weiter auf der B 2 über Oberau nach Garmisch-Partenkirchen. Weiter Richtung Mittenwald/Scharnitz bis Mittenwald. Dort ist die Anfahrt zur Talstation der Karwendelbahn gut aus­geschildert. Mit dem Zug: Regel­mäßige Verbindungen mit der Regionalbahn nach Mittenwald.

Ausgangspunkt
Bergstation der Karwendelbahn.

Einkehr
Bergstation der Karwendelbahn;
Brunn­steinhütte.

Übernachtung
Brunnsteinhütte (1560 m) der DAV-Sektion Mittenwald, geöffnet von Mitte Mai bis Ende Oktober (im Winter je nach Witterung auch am Wochen­ende), Tel. 0172/8909613 oder 08823/94385; Tipps zu Übernachtungen in Mittenwald über die Touristinfo Mittenwald, Tel. 08823/33981, www.mittenwald.de

Beste Zeit
Juni bis September. Die Tour sollte man nur bei sicheren Wetterverhältnissen und Schneefreiheit gehen.

Karten
Kompass, Karwendelgebirge,
1:50.000, 7,50 Euro; DAV-Karte
Karwendelgebirge, Westliches Blatt,
1:25.000, 9,80 Euro.

Info
Touristinfo Mittenwald Tel. 08823/33981, www.mittenwald.de; www.
alpenpark-karwendel.org; Karwendelbahn: Tel. 08823/8480, www.karwendelbahn.de

outdoor-Tipp
Im Frühjahr 2008 öffnete an der Bergstation der Karwendelbahn ein Ausstellungszentrum über die Bergwelt des Karwendels. Besucher können sich hier über die besonderen Lebensbedingungen der Pflanzen, Tiere und Menschen im Alpenraum informieren.

Route
Von der Bergstation der Karwendelbahn (2244 m) sieht man den Kessel der Karwendelgrube vor sich. Linker Hand und rechter Hand führen Wege um die Grube zum südlichen Ende der Grube und damit zum Ausgangspunkt des Mittenwalder Höhenwegs. Ist nicht allzu viel Betrieb, lohnt es, zunächst die Westliche Karwendelspitze (2385 m; 150 Hm, 1 Std. zusätzlich) zu besteigen. Dazu wählt man den Weg links um die Grube und biegt am Aussichtspunkt links ab in die Scharte. Ab hier Steinschlaggefahr. 

An sonnigen Wochenenden ist der Platz auf dem Gipfel knapp, der Ausblick entschädigt aber für das Gedränge. Um direkt auf dem Mittenwalder Höhenweg zu starten, umkreist man links- oder rechtsherum den Kessel bis zum höchsten Punkt im Süden. Der Einstieg zum Höhenweg ist markiert. Die Sicherungen beginnen nur wenige Meter nach dem Einstieg an dem hier etwas ausgesetzten Weg. Einige senkrechte Leitern führen dann zur Nördlichen Linderspitze (2374 m). Vorbei an der Abzweigung zum Heinrich-Noe-Weg gelangt man dann zur Mittleren (2239 m) und Südlichen Linderspitze (2304 m). Der Weg verläuft dabei immer in Gratnähe und steigt dann zum »Gatterl« ab, einem Unterstand.  Danach wird die Sulzliklammspitze (2323 m) von Osten her erreicht; beim Anstieg zum Gipfelgrat ist ein Helm wegen der Steinschlaggefahr durch vorausgehende Wanderer empfehlenswert. Nach der Überschreitung der Kirchlspitze (2302 m) geht es dann über einen Grasrücken hin­unter in Richtung Tiroler Hütte zum Brunnensteinanger.  Am tiefsten Punkt des Sattels folgt man dem Schild nach Mittenwald und gelangt auf Serpentinenpfaden durch Latschenwälder zur Brunnsteinhütte (1560 m; Einkehr möglich). Einige Serpentinen weiter kommt eine Verzweigung. Linker Hand führt der Pfad auf direktem Weg hinab ins Tal (Variante 1). Rechter Hand quert der Weg mit Hilfe einiger Leitern die Sulzleklamm. Hier hat man erneut die Wahl zwischen einem bequemen Direkt­abstieg (Variante 2) oder dem Weg über den Leitersteg und weiter über Wiesen zurück nach Mittenwald.
18.09.2008
Autor: Kathrin Wüst
© outdoor
Ausgabe 08/2008