Karwendel: Durch die Gleirschklamm

Nur ein paar Kilometer von Scharnitz entfernt liegt die urtümliche Gleirschklamm. Wo früher Holz geflößt wurde, führt heute ein Steig durch die tief eingeschnittene Schlucht. Wasserfälle, ausgesetzte Pfade und das türkisblaue Wasser sorgen für Abwechslung beim Gehen.

Karwendel, Deutschland Deutschland

Foto: Ben Wiesenfarth
Länge 13,87 Kilometer
Dauer 03:50 Std.
Schwierigkeitsgrad medium
Höhenunterschied 217 Meter
Höhenmeter absteigend 254 Meter
Tiefster Punkt 967 m ü. M.
Höchster Punkt 1245 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download
Anspruch
Die Gleirschklamm ist von Scharnitz aus problemlos auf einfachen Pfaden in rund einer Stunde zu erreichen. Der Weg durch die Klamm ist stellenweise ausgesetzt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind deswegen unbedingt erforderlich. Manche Stellen sind bergseitig mit Drahtseilen gesichert, zur Schluchtseite hin existieren jedoch keine Geländer. Nach starken Regenfällen kann die Klamm unpassierbar sein; am besten vor Beginn der Tour (Rundwanderung) in Scharnitz beim Infobüro erkundigen.

Anreise
Mit dem Pkw: Auf der A 95 München–Garmisch-Partenkirchen bis zum Autobahnende und weiter auf der B 2 über Oberau nach Garmisch-Partenkirchen. Weiter über Mittenwald nach Scharnitz. Dort nach der Brücke über der Isar nahe der Kirche auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz parken. Mit dem Zug: Mit der Regionalbahn regelmäßige Verbindungen nach Scharnitz.

Ausgangspunkt
Gebührenpflichtige Wanderparkplätze in Scharnitz nahe der Kirche.

Einkehr
Gasthaus Wiesenhof.

Übernachtung
In Scharnitz gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, Tipps über die Touristinfo Scharnitz, Tel. 0043/5213/5270, info@scharnitz.tirol.at

Beste Zeit
Mai bis Oktober. Vorsicht bei/nach starken Regenfällen und Gewittern.

Karten
Kompass, Karwendelgebirge,
1:50.000, 7,50 Euro; DAV-Karte
Karwendelgebirge, Westliches Blatt,
1:250.000, 9,80 Euro.

Info
Infobüro in Scharnitz an der Isar­brücke, Tel. 0043/5088040);
www.alpenpark-karwendel.org, www.karwendel.org

outdoor-Tipp
Die eigentümlichen Flur- und Geländenamen in der Gleirschklamm, wie zum Beispiel das »Zwiesele« (eine kleine Bachteilung) oder der »hölzerne Schuss« (hölzerne Verschalung des felsigen Flussbetts), gehen auf die im vorvergangenen Jahrhundert verbrei­tete Holztrift (Flößen von Holz über die Wasser der Klamm) zurück. Eine Informationstafel in der Schlucht erklärt die bisweilen sehr gefährliche Technik.

Route
In Scharnitz gibt es nahe der Kirche mehrere gebührenpflichtige Parkplätze. Ausgehend von den Parkplätzen führt der Isarsteig rechts der Isar durch den Wald den Hang hinauf, dann hangparallel und dann wieder hinab zur Isarbrücke. Man bleibt jedoch diesseits der Isar und gelangt bald zur Scharnitzer Alm. Von der Alm folgt der Nederweg immer weiter dem Isarlauf zum Eingang der Gleirschklamm.

Nach der Brücke über die Gleirsch zweigt rechter Hand der Steig in die Klamm ab. Während rund eineinhalb Kilometern führt der Weg nun durch die meist enge Schlucht, vorbei an Wasserfällen, durch natürliche Felsdurchgänge und bisweilen ganz nah ums Wasser. Immer wieder erleichtern Holzstege und Drahtseile das Vorwärtskommen. Nachdem ein kleiner Zufluss rechter Hand überquert ist, geht der Weg zunächst den Hang hinauf und wenig später wieder hinunter zur Forst­straßenbrücke über die Gleirsch. 

Hier bieten sich nun zwei Varianten für den Rückweg an. Ein aussichtsreicherer, aber etwas längerer Weg führt oberhalb der Gleirsch nach Norden zur Isar zurück (Variante 1). Dazu überquert man die Brücke und folgt der Forststraße in einer Serpentine, danach dann immer hangparallel, bis ein kleinerer Weg nach links abzweigt, der kurz darauf zum Eingang der Klamm leitet. Von dort aus dann wieder über den Nederweg und den Isarsteig zurück nach Scharnitz. 

Bei der Variante 2 hält man sich nach der Klamm rechts in Richtung Oberbrunnalm und zweigt nach einiger Zeit wiederum rechts ab Richtung Hochwald. Ein schmaler Schotterweg führt nun zurück zur Scharnitzer Alm.

18.09.2008
Autor: Kathrin Wüst
© outdoor
Ausgabe 08/2008