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Essslingen Hochgehberge Biosphäre
Foto: Angela Hammer

Biosphärengebiet Schwäbische Alb Ein Land neu entdecken: Schwäbische Alb

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb lockt mit seiner großartigen Kulturlandschaft. Nun entstehen dort unter dem Label »hochgehberge« nach und nach 21 neue Wanderwege.

Für Wanderer zählt die Schwäbische Alb seit jeher zu den schönsten Zielen in Deutschland. Schon aus der Ferne beeindruckt das bis zu 1015 Meter hohe Mittelgebirge: Am Albtrauf fällt es jäh in die Ebene ab wie ein gigantischer Tafelberg, hier und da gekrönt von Burgen.

Wer hinaufsteigt, wird mit Aussichten über Wälder und Wiesen belohnt – und entdeckt oben auf der Albhochfläche eine weitäufige Landschaft von rauem Charme. Nur vierzig Kilometer südlich von Stuttgart beginnt ein Teil der Schwäbischen Alb, dessen Einmaligkeit sogar die UNESCO anerkannt hat: Im Jahr 2009 wies sie zwischen Dettingen unter Teck im Norden und Zwiefalten im Süden das Biosphärengebiet Schwäbische Alb aus.

Foto: Angela Hammer Essslingen Hochgehberge Biosphäre

Ob mit oder ohne Fernglas: Es gibt viel zu sehen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Sie will damit eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft erhalten: blühende Streuobstwiesen, duftende Wacholderheiden und sattgrüne Buchenwälder – auf einer Fläche von der Größe Berlins wird hier der Lebensraum von selten gewordenen Tieren und Pflanzen wie Apollofalter oder Silberdistel bewahrt und gleichzeitig erprobt, wie Mensch und Natur im Einklang leben können. Landwirte, Weingärtner und Imker haben im Biosphärengebiet ihre Betriebe. Ihre Erzeugnisse genießen die Gäste der urigen Landgasthöfe auf der Alb: Deftiges und Feines aus regionaler Produktion.

Nun wird das Biosphärengebiet noch einmal attraktiver: Bis zum Sommer 2019 entstehen dort unter dem Label »Wanderregion hochgehberge« 21 Prädikatswanderwege, alle zertifiziert vom Deutschen Wanderinstitut. Mehrere Partner ermöglichen das Projekt: das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, die Landkreise Esslingen und Reutlingen, die Tourismusgemeinschaft Mythos Schwäbische Alb sowie 18 Kommunen.

Zwei stilisierte Blätter werden als Logo die 4 bis 13 Kilometer langen Strecken der hochgehberge ausweisen. Die ersten kann man schon ab diesen Herbst erwandern. Damit sie rechtzeitig fertig werden, helfen Mitglieder des Schwäbischen Albvereins bei der Ausschilderung – Ehrenamtliche wie Paul Jörg, der Vorsitzende der Ortsgruppe von Gundelfingen, einem Teilort der Stadt Münsingen mitten im Biosphärengebiet. Die Gundelfinger sind aktiv: Von den 380 Einwohnern gehören 200 dem Albverein an, Jörg wird die Ausschilderung dreier Wege in der Umgebung begleiten.

»Die Vorgaben sind recht genau«,sagt er. Alle 250 Meter sollen Wanderer einen Wegweiser vorfinden, die Planung erstreckt sich sogar auf das Material der Nägel, die die Schilder an den Bäumen halten: Aluminium. Sobald die Löcher ausgehoben, die Pfosten und Wegweiser aufgestellt sind, bringt der Albverein die Markierungszeichen an – alles in allem, schätzt Jörg, wird es drei bis vier Wochen dauern, bis ein Weg fertig sein wird.

»Die meisten haben ja nur die Feierabende und Wochenenden«, erklärt er. Und damit wird die Arbeit noch nicht beendet sein, denn hinterher wird es darum gehen, die Wege zu pflegen, sie auszumähen und wuchernde Hecken zu beschneiden. Jörg, seit 35 Jahren Mitglied im Albverein, weiß, wie wichtig diese Arbeit ist. Und wie viel Spaß es macht, wenn es dann läuft und der Blick ungehindert in die Ferne schweift. »Hoch gehen, um runter zu kommen« – diesem Motto haben sich die Macher der hochgehberge verschrieben.

Paul Jörg freut sich darauf, Gelegenheit zum Genießen wird er neben all der Arbeit auch haben: der 65-Jährige ist gerade in den Ruhestand gegangen.

Neues aus dem Ideenreich

Flower Power
Landwirte, die Maisfelder durch Blühflächen ersetzen, leisten einen Beitrag gegen das Insektensterben. Ein regionaler Strom-Anbieter unterstützt die sogenannten Blühpaten-Landwirte auf der Schwäbischen Alb mit einem Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. bienenstrom.de

Sich verwöhnen lassen
Von der Maultasche über den Zwiebelrostbraten bis hin zu Schoko-Kreationen: Die Biosphärengastgeber, ein Zusammenschluss von Gastronomen und Hoteliers, haben viel zu bieten – und das oft genau dort, wo man es sich als Wanderer wünscht. biosphaerengastgeber.de

Mehr als regional
»Albgemacht« – so heißt die naturschutzorientierte Regionalmarke von Schäfern, Weingärtnern, Milchbauern und anderen Erzeugern im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Ihr Ziel ist es, für möglichst viele Tier- und Pflanzenarten Lebensräume zu schaffen. albgemacht.de

Weitere Infos:
biosphaerengebiet-alb.de, hochgehberge.de

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