Berchtesgadener Land: Zur Wasseralm

​Vorbei am Röthbachfall führt die Tour über den Röthsteig bis zur Wasseralm.

Berchtesgadener Land, Deutschland Deutschland

Iris Kürschner
Länge 14,65 Kilometer
Dauer 06:53 Std.
Schwierigkeitsgrad medium
Höhenunterschied 1123 Meter
Höhenmeter absteigend 1117 Meter
Tiefster Punkt 607 m ü. M.
Höchster Punkt 1456 m ü. M.
GPS-Daten · KML-Daten
Karte als PDF-Download

Anspruch


Mittelschwere Bergtour mit ausgesetzten, teils seilversicherten Passagen. Bei Nässe unangenehm. Nur für erfahrene, trittsichere Bergsteiger geeignet.

Anfahrt


Mit Auto oder Bahn bis Berchtesgaden, weiter bis nach Schönau am Königssee, mit dem Schiff weiter bis zur Endhaltestelle Salet.

Ausgangspunkt


Die Tour startet an der Endhaltestelle Salet am Königssee, Überfahrt ab Seelände im Sommer ab 8 Uhr.

Einkehr


Auf der Wasseralm (wasseralm-berchtesgaden.de) servieren Monika und Horst Schellmoser edlen Enzian-Brand. Wer von ihm kostet, sollte auch ein Nachtlager buchen. Ein absolutes Muss: der leckere Gemüseeintopf. Vegetarier bestellen ihn  einfach ohne »Würstl«.

Beste Zeit


Empfehlenswert, je nach Wetter, von Mai bis Oktober – dann ist auch die Wasseralm bewirtschaftet. 

Karte


Gute Dienste leistet die AV-Karte 10/2 »Hochkönig – Hagengebirge« im Maßstab 1:25.000, 9,80 Euro.


Infos


​Die Tourist-Information Berchtesgaden-Königssee gibt Auskunft über Touren und die Region, im Netz zu finden auf berchtesgaden.de

outdoor-Tipp


Mit Glück kann man im September auf der Wasseralm das Spektakel der Hirschbrunft bestaunen. Auch wer keine Hirsche zu Gesicht bekommt – mit Einsetzen der Dämmerung bis zum Morgengrauen hört man sie zumindest von nah und fern röhren. Am besten wochentags zur Alm wandern, dann sind die Touristenströme deutlich geringer.

Route


Ab Salet zunächst zum Obersee und diesen auf der Südseite umwandern, um zum Südostufer zu gelangen. Weiter geht es über die Fischunkelalm (während des Almbetriebes bewirtschaftet) bis in den letzten Winkel des Tals und über den unteren Teil der Röthwand. Bei einer Wegverzweigung auf 940 Meter Höhe folgt man der Route rechts zum Röthsteig, über den man die Steilwand erklimmt. Es folgen steile Kehren, Stufen und leichte Kletterpassagen. Ausgesetzte Stellen sind mit Drahtseilen gesichert.

Der Röthbachfall rechts vom Steig stürzt über 400 Meter in die Tiefe und ist damit Deutschlands höchster Wasserfall. Immer wieder lichtet sich der Wald und gewährt Weitblicke auf die malerische Kulisse des Obersees in Richtung Watzmann. Nach dem Steig wird der Weg flacher. Ab jetzt leitet der Weg noch eine ganze Weile durch einen dichten, ursprünglichen Bergwald. Sobald sich dieser lichtet, rückt die idyllisch gelegene Wasseralm (1416 m) in Sichtweite.

​Der Rückweg über die Röthwand gestaltet sich wegen der steilen Passagen relativ anspruchsvoll. Alternativ wandert man deshalb auf dem Weg Nr. 416 in Richtung Landtal/Hochgschirr und steigt über den ebenfalls steilen, aber einfacheren Steig durch die Landtalwand zurück zum Obersee ab. Wer auf der Hütte nächtigt, kann am nächsten Morgen das Große Teufelshorn in Angriff nehmen. Für den Aufstieg auf diese markante Erhebung sollte man 4 bis 5 Stunden einplanen. Ein markierter Pfad führt dabei durch ein besonders schönes, abgelegenes Gebiet des Nationalparks Berchtesgaden, leichte Kletterstellen inklusive.

07.09.2018
Autor: Tina Mecking
© outdoor
Ausgabe 07/2018