Allgäu - Wandern und Radfahren

Wandertrilogie und Radrunde Allgäu

Foto: Wolfgang Ehn Allgäu Outdoor Natur Wandern Urlaub
Durch das gesamte Allgäu führt die »Wandertrilogie« - und vermittelt ein tiefes Verständnis von Land und Leuten. Doch auch für Radfahrer hat das Allgäu einiges zu bieten ...
Foto: Allgäu GmbH Allgäu-Wandertrilogie

Übersichtskarte Wandertrilogie

876 Kilometer, 51 Etappen. 33 Tourismusorte. 3 Routen in verschiedenen Höhenlagen. Das sind die Fakten der Wandertrilogie Allgäu. Was hinter den nüchternen Zahlen steckt? Pure Emotion! Wanderer können auf der »Wiesengänger Route« bei Bad Wurzach das schwere, schwarze Moor riechen, auf der »Wasserläufer Route« die Scheidegger Wasserfälle rauschen hören oder auf der »Himmelsstürmer Route« vom Hochgrat aus den Sonnenaufgang bestaunen. Die Wandertrilogie Allgäu sollte mehr werden als eine Weitwandertour. das Konzept aufgegangen. Das im Juli 2014 eröffnete Wanderwegenetz spricht alle Sinne an und lässt Besucher ganz nebenbei eintauchen in Sagen und Geschichten, Mythen und Traditionen, die bis heute die Region und ihre Bewohner prägen.

Die wichtigsten Infos zur Wandertrilogie Allgäu

Vom Wandereinsteiger, der die leichten, aber längeren Etappen Ost- und Unterallgäu auf der Wiesengänger-Route erkundet, bis zum ambitionierten Bergfan, der auf den luftigen Pfaden der »Himmelsstürmer Route« zahlreiche Höhenmeter überwindet – die Trilogie soll alle glücklich machen. Es geht nicht allein um das Naturerlebnis im Allgäu, von den sanften Hügeln bis zu den rauen Gipfeln. In den Portal-, Etappen- und Themenorten erleben Wanderer Kultur in großen Klosteranlagen, begegnen dem Mittelalter in Gassen mit gotischen Häusern, erfahren die Bräuche der Alpwirtschaft: der Trilogieraum »Alpgärten « einschließlich eines Teils des Naturparks Nagelfluhkette weist mit 500 Alpen die höchste Dichte im gesamten Alpenraum auf.

Bei einer Einkehr in den urigen Gastwirtschaften schmecken sie das Allgäu, und in Bad Wörishofen lernen sie, welches Rezept Pfarrer Kneipp zum Gesund- und Glücklichsein empfahl. Erfreulich für Wanderer, die sich selbständig auf die Socken machen: Der Weg ist sehr gut ausgeschildert, aufgeteilt in die drei Hauptrouten. Verbindungswege, die sogenannten »Trilogieleitern«, verknüpfen die Hauptrouten zu einem Netz. Wer sein Bündel nicht selber tragen will: Auch ein Gepäcktransport lässt sich einfach organisieren.

Weitere Infos:

Kartenmaterial, detaillierte Wegbeschreibungen und Hotel-Tipps sowie weitere Informationen sind über die Urlaubs-Hotline der Allgäu GmbH erhältlich: Tel. 08323/8025931, info@wandertrilogie-allgaeu.de
www.allgaeu.de

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Radrunde Allgäu

Die Allgäu-Radrunde ist unterteilt in acht Erlebniswelten, die solch klangvolle Namen wie »Glückswege« oder »Schlosspark« oder eben auch »Alpgärten« tragen. Sie spiegeln den Charakter der jeweiligen Region. Klingt zunächst ein wenig verwirrend – entspricht aber der Bandbreite des Allgäus und der Radrunde, für die ein ganz normales Trekkingrad übrigens ausreicht. Die meisten Wege sind asphaltiert, das Mountainbike kann zu Hause bleiben. Und obwohl es immer wieder mal bergauf geht, ist die Runde für durchschnittlich Trainierte kein Problem.

Der zweite Teil der Gipfelwelten-Etappe führt uns ins Tannheimer Tal. Auch wenn die prächtige Gegend bereits zum österreichischen Tirol gehört, ist sie dennoch Teil der Allgäuer Alpen. Aus diesem Grund – und wohl sicherlich auch wegen seiner wunderschönen Landschaft – Teil der Radrunde. Der Schriftsteller Ludwig Steub nannte es einst sogar das schönste Hochtal Europas. Irgendwie will man ihm nicht widersprechen, wenn man mit Blick auf die Bergpersönlichkeiten Gimpel, Rote Flüh und Aggenstein auf 1100 Metern über die bestens ausgebauten Radwege rollt. Doch wirklich weit kommt man oftmals nicht …

Auf der Bank vor dem kleinen Gasthof »Morent « in Zöblen, das Radl angelehnt an den windschiefen Holzzaun, lässt sich die Zeit vergessen. Unterwegs auf der »Gipfelwelten«-Etappe, die ein Stück durch Österreich führt und abends in Pfronten enden soll, zeigt sich das einzige große Manko der Allgäuer Radrunde: Es ist an zu vielen Plätzen so schön, dass man verweilen will. Ralf Morent serviert dunkel schimmernden Rotwein, seine Frau Timmi zaubert in der winzigen Küche über dem Holzofen Köstlichkeiten von der Gänseleber bis zum feinen Pilzgericht, gewürzt mit frischen Kräutern aus dem eigenen Bauerngarten. Der Gasthof ist einer von beachtlichen vier Restaurants im nur zwanzig Kilometer langen Tannheimer Tal, die sich eine (oder gar zwei) Gault-Millaut-Hauben erkochten. Behäbig fließt der Wein die Kehle runter, eins der Zimmer unterm Dach wäre dann auch noch frei … ach, Pfronten wartet auch morgen noch.

Das Wunderbare an der überwiegend asphaltierten Radrunde Allgäu: Sie ist ein Geschenk an alle spontanen Menschen. Denn durch die vielen Anschlüsse an den Bahnverkehr kann man in die Route ein- und aussteigen, wie man will und Zeit hat. Man kann Abschnitte überspringen, und wem das nicht genug ist, wer Lust hat, statt in einem weiten Kreis auch mal geradeaus zu fahren, der findet auch dafür eine Möglichkeit. Beziehungsweise sogar zwei: auf dem Allgäu- Radweg, der die Route von West nach Ost kreuzt, und auf dem Illerradweg, der sie meist entlang dem Fluss von Nord nach Süd schneidet. So lässt sich die Allgäu-Radrunde in vielen Varianten vierteln, halbieren oder auch beliebig verlängern.

Beide Achsen, der Allgäu- und der Illerradweg, führen Radler in die Metropole des Allgäus, nach Kempten. Der zentrale Knotenpunkt hält einiges bereit für Besucher. Schließlich hat die alte Römerstadt schon stolze zweitausend Jahre Geschichte auf dem Buckel. Wer denen auf die Spur kommen will, ist im Archäologischen Park Cambodunum bestens aufgehoben. Zu sehen gibt es unter anderem einen gallorömischen Tempelbezirk, eine Basilika und ein Thermenhaus, Letzteres das älteste Steingebäude Kemptens. Doch auch wer »nur« durch die Altstadt bummelt, sich im Garten der Residenz ein Päuschen im Schatten der Bäume gönnt oder in einem der Cafés das emsige Treiben beobachtet, wird vom Charme der Stadt gefangen genommen. Denn neben aller Tradition, neben den sanften Hügeln, den Kühen mit den Klimperwimpern, den schönen Gipfeln, die Bergsteigern Lebensaufgaben verleihen, den historischen Städten – ist das Allgäu auch das: eine moderne Region in Bewegung, die Ökonomie und Ökologie mit Traditionen in Einklang bringen will. Und mittendrin: die Allgäu-Radrunde!

Die Übersicht hier:

Foto: outdoor Radrunde Allgäu Karte

1 Glückswege
Von Pforzen über Ottobeuren (ottobeuren.de) mit seiner Basilika zum »Kneipp-Ort« Bad Wörishofen (badwoerishofen.de) und weiter nach
Altensteig. Via Moosbach und Herbishofen zum historischen Stadtkern von Bad Grönenbach, Tourismus Bad Grönenbach (bad-groenenbach.de) und nach Illerbeuren.
73 km, 557Hm / 600 Hm.

2 Heimatstätten I
Diese kurze Etappe führt von Illerbeuren über Lautrach und Leutkirch nach Reichenhofen.
20 km, 237 Hm / 206 Hm.

3 Naturschatzkammern
Auf dieser Etappe liegt das Wurzacher Ried, ein großes Hochmoorgebiet. Über Reichenhofen, Bad Wurzach und das barocke Kißlegg nach Wolfegg und Waldburg.
48 km, 338 Hm / 312 Hm.

4 Heimatstätten II
Gotik, Renaissance, Barock – auf dieser Etappe begegnet man ihnen. Mit Fernsicht auf die Alpen geht es über Waldburg und Amtzell nach Wangen, Argenbühl und Isny durch die Ferienregion Allgäu Bodensee (ferienregion-allgaeu.de).
42 km, 689 Hm / 652 Hm.

5 Wasserreiche
Schluchten, Tobel und Wasserfälle bietet diese Etappe. Am Röthenbach
entlang und durch die Tourismusregion Westallgäu (westallgaeu.de) nach Lindenberg. Via Scheidegg und Weiler nach Hopfen.
38 km, 644 Hm / 605 Hm

6 Alpgärten
Die Nagelfluhkette und grüne Alpwiesen liegen am Weg. Von Hopfen führt die Route ins Kräuterdorf Stiefenhofen und Oberstaufen (oberstaufen.de) durch das Gebiet Alpsee-Grünten (alpsee-gruenten.de) zum Großen Alpsee. Über die Orte Immenstadt, Blaichach und über die schönen Hörnerdörfer (hoernerdoerfer.de) nach Fischen.
51 km, 683 Hm / 762 Hm.

7 Gipfelwelten I
Der Blick auf den Allgäuer Hauptkamm ist so schön, dass man sich einen Erholungstag gönnen und kürzer treten sollte: von Fischen über Sonthofen (hier können sich im Wonnemar-Bad müde Radlerbeine erholen) nach Burgberg.
11 km, 43 Hm / 51 Hm

8 Panoramalogen
Traumblicke und knackige Anstiege: über Rettenberg und Oy (bei klarem Wetter Zugspitzsicht) zum Grüntensee und nach Wertach.
33 km, 543 Hm / 393 Hm.

9 Gipfelwelten II
Es geht nach Tirol. Über Unterjoch und Schattwald leitet der Weg ins Tannheimer Tal (tannheimertal.at), dann nach Pfronten (pfronten.de).
33 km, 463 Hm / 499 Hm.
Auf ihren 450 Kilometern führt die Radrunde Allgäu durch acht Erlebniswelten. Starten kann man überall am Weg, wer mag, bezieht auch noch den Iller- und/oder den Allgäu Radweg mit ein. Übersichtskarte und weitere Infos zur Region hier:

10 Schlosspark
Wer bei Füssen (fuessen.de) die Königsschlösser besichtigen oder einen Abstecher nach Nesselwang (nesselwang.de) einlegen will, verteilt diese Etappe auf zwei Tage. Von Füssen über Forggensee, Roßhaupten (suedliches-allgaeu.de) und Marktoberdorf (marktoberdorf.de) nach Kaufbeuren (kaufbeurentourismus.de) und nach Pforzen.
74 km, 521 Hm / 736 Hm.

11 Der Allgäu-Radweg
Der Allgäu-Radweg schneidet die Radrunde Allgäu im Osten in Marktoberdorf und im Westen in Isny. Er bildet die Querachse, mit der Römerstadt Kempten (kempten.de) als Dreh- und Angelpunkt.

12 Illerradweg
Er schneidet die Allgäu-Radrunde in Nord-Süd-Richtung: in Illerbeuren und Fischen (Distanz: 74 km).

12.04.2015
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Ausgabe /2015, 2015