Die Zelte des Jahres 2011 im Test

Testkriterien und Zelt-Lexikon

Ein outdoor-Zelttest bedeutet einen immensen Aufwand. Lesen Sie, wie die wichtigsten Testkriterien geprüft werden.
Zu den getesteten Produkten

Wetterschutz der Zelte

Das wichtigste Testkriterium beinhaltet den Nässeschutz und die Windstabilität. Der Nässeschutz des Bodens wird mittels Soutertester gemessen, und zwar in Millimetern Wassersäule. Den Regenschutz des Überzelts ermittelt outdoor im Praxistest, hier sagt die Wassersäule nichts aus. Wichtiger sind Nahtverarbeitung und Kon­struktion. Beispielsweise darf es bei geöffneter Apsis nicht ins Innenzelt regnen, auch sollten sich Lüfter verschließen lassen. Wie windstabil die Zelte sind, zeigt eine 450-PS-Windmaschine. Mit ihr werden alle Zelte von jeder Seite aus angestürmt.

Komfort der Zelte

Je größer, höher und heller ein Zelt, desto besser. Weil kein Zelt einem Quader gleicht, misst outdoor nicht nur die Grundfläche sondern auch die Nutzfläche 25 cm oberhalb des Bodens – was der Höhe eines Schlafsacks entspricht. Abzug gibt es für Nutzlängen unter 1,85 m, da sich hier selbst kleine Schläfer nicht ausstrecken können. Weitere Kriterien: Belüftungsmöglichkeiten, Zahl und Größe der Eingänge und Handling der Zipper.

Foto: Boris Gnielka Leichtzelt Trekkingzelt Test

Mit der 450-PS-Windmaschine werden alle Test-Zelte von jeder Seite aus angestürmt.

Auf-/Abbau der Zelte

Ein gutes Leichtzelt muss sich auch von nur einer Person schnell und problemlos mit wenig Kraftaufwand errichten und abbauen lassen. Dazu gehört, dass sich wichtige Abspannpunkte für Heringe verlängern lassen.

Gewicht der Zelte

outdoor wiegt Zelte mit Packsack, Sturmleinen, Heringen und Reparaturhülse.

Qualität der Zelte

Die Zelte werden auf Verarbeitung und verwendete Materialien (auch der Heringe) untersucht.

Das outdoor-Zelt-Lexikon:

Apsis: Als Apsis (Mehrzahl: Apsiden) bezeichnet man beim Zelt den Vorraum. Er befindet sich zwischen Außenzelt- und Innenzelteingang und dient zum Lagern der Schuhe, des Rucksacks und nasser Kleidung. Eine geräumige Apsis hat den Vorteil, dass man in ihr auch kochen kann – falls es draußen regnet. Zur Belüftung sollten dann Außenzelt und/oder Lüfter geöffnet werden.

Nahtband: Ein Klebestreifen (Tape), der die Nähte von Bodenwanne und Außenzelt wasserdicht versiegelt. Ausnahme: Außenzelte aus silikonbeschichtetem Nylon können in der Regel nicht bandverklebt werden, weil der Kleber darauf nicht hält. Das Silikonmaterial ist aber so wasserabstoßend, dass auch unversiegelte Nähte meist dicht halten. Wer sichergehen will, dichtet die Nähte nachträglich mit Nahtdichter ab.

Wassersäule: Sie zeigt an, welchen Wasserdruck ein Stoff aushält. Bei Außenzelten spielt die Wassersäule kaum eine Rolle, bei Zeltböden schon. Hier sollte sie 7000, besser 10?000 Millimeter betragen, dann hält der Boden dicht. Gemessen wird sie mittels Soutertester (s. Bild).

11.11.2011
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 08/2011