Die Zelte des Jahres 2011 im Test

Testfazit und Ergebnisse

Vier Wochen lang hat die Testcrew die Zelte auf etlichen Touren bei Schmuddelwetter und Sonnenschein untersucht. Zusätzlich hat sie die Wasserdichtigkeit mittels Soutertester geprüft, das genaue Gewicht mit einer geeichten Digitalwaage genommen und die Maße durch ein Laser-Distanzgerät festgehalten. Hier die Ergebnisse.
Zu den getesteten Produkten

Nach Auswertung der Tests zeigt sich ein zufriedenstellendes Bild: Alle zwölf Zelte schützen vor Wind und Wolkenbruch und eignen sich klasse für Nächte in freier Natur. Für welches man sich entscheidet, hängt von persönlichen Vorlieben und vom Tourencharakter ab. Wer etwa hohe Ansprüche an den Wohnkomfort stellt, dem bleiben aus dem Test nur zwei Modelle zur Auswahl: das Exped Venus 2 UL (540 €) und das MSR Hoop (400 €). Beide bieten zwei große Eingänge mitsamt Vorraum, dazu Platz im Überfluss. Sie sind innen hoch und hell – das schützt vor Trübsinn bei Regenwetter – und lassen sich einfach aufbauen, vor allem das Exped Venus 2 UL. Auch Regen und Bodennässe halten sie ab, im Starkwind kann‘s allerdings abenteuerlich werden: Das MSR Hoop geht vor der Windmaschine bei über 70 Sachen zu Boden. Das Exped Venus 2 UL hält deutlich mehr aus, doch fegt hier der Wind unter dem Außenzelt hindurch, wird von den luftigen Innenzelteingängen nicht gebremst und zieht deshalb direkt durch die Wohnstube. Bei Kälte ist das ziemlich unangenehm, in schwülwarmen Nächten hingegen herrlich erfrischend!

Foto: Boris Gnielka Leichtzelt Trekkingzelt Test

Auf dem Pico Grande (Madeira): mit leichtem Zelt ist auch der Anstieg ein Genuss.

Testsieger dieses Zelt-Vergleichs: das Hilleberg Nallo 2

Auf top Wetterschutz können Sie nicht verzichten, auf ein bisschen Komfort hingegen schon? Dann ist der Testsieger ideal: das Hilleberg Nallo 2. Kein Zelt stand vor der Windmaschine besser: Erst bei rund 120 km/h geht das Hilleberg Nallo 2 in die Knie – auch von der Breitseite angeblasen. Dazu ist es exzellent unter Einsatz hochwertigster Materialien verarbeitet, bietet einen robusten, extrem wasserfesten Boden (im Test weit über 10.000 mm Wassersäule) und ein dichtes Überzelt. Mit 650 Euro lohnt sich das Hilleberg Nallo 2 jedoch eher für Intensivnutzer – oder für jene, die einfach das Beste wollen.

Deutlich günstiger, dafür aber nicht ganz so fein verarbeitet, nicht ganz so sturmstabil und nur ein paar Gramm schwerer sind die Zelte von Tatonka und Wechsel: das Tatonka Kiruna 2 (420 €) und das Wechsel White Nites Zero-G (370 €). Sie wollen es noch günstiger? Auch das geht, nur müssen Sie dann ein wenig zusammenrücken, denn ein Raumwunder ist das Rejka Antao II Light nicht. Dafür aber ein solides, extrem einfach und rasch zu errichtendes Wetterschutzzelt. Wegen seiner kleinen Stellfläche eignet sich das Rejka Antao II Light besonders für Bergwanderer, denn in den Alpen sind ebene Plätze rar. Fast eine Sensation ist sein Preis: 269 Euro. Leichtausrüstung ist also nicht immer eine Frage des Geldes.

Die Ergebnisse des Zelttests im Überblick:

Zelt / Link zum Testbericht Gewicht Preis Testurteil
Hilleberg Nallo 2 (Testsieger) 2250 g 650 Euro überragend
Rejka Antao 2 Light (Kauftipp) 2380 g 269 Euro Sehr gut
Wechsel White Nites Zero-G (Kauftipp) 2310 g 370 Euro Sehr gut
Exped Venus 2 UL 2360 g 540 Euro Sehr gut
Helsport Ringstind Light 2 1900 g 479 Euro Sehr gut
Tatonka Kiruna 2 2560 g 420 Euro Sehr gut
Terra Nova Quasar 2500 g 680 Euro gut
Jack Wolfskin Atmosphere Dome II 2290 g 380 Euro gut
MSR Hoop 2250 g 400 Euro gut
Robens Mythos 2 2040 g 360 Euro gut
The North Face Tadpole 2 DL 2300 g 340 Euro gut
Vaude Power ferret UL 1950 g 460 Euro gut
11.11.2011
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 08/2011