Zelttest 2018

10 Trekkingzelte im Test

Gute Zelte schützen vor Wind und Wolkenbruch, bieten viel Wohnkomfort und sind fix aufgebaut. In diesem Jahr haben wir 10 Trekkingzelte getestet. Wie der Test im Detail ablief und welche Zelte überzeugen konnten, zeigen wir hier.
Zu den getesteten Produkten

Die Testergebnisse im Überblick:

Zelt / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Robens Goshawk (Testsieger) 550 Euro Überragend
Hilleberg Nallo 3 GT Zelt 1090 Euro Überragend
Rejka Antao II Light XL UL (Kauftipp) 499 Euro Sehr gut
Exped Mars II Extreme 670 Euro Sehr gut
Tatonka Okisba 2 570 Euro Sehr gut
Vaude Low Chapel L XT 2P 570 Euro Sehr gut
Vango Meteor Pro 200 (Kauftipp) 230 Euro Gut
Fjällräven Abisko View 2 750 Euro Gut
Jack Wolfskin Exolight III 600 Euro Gut
MSR Hubba Hubba NX 460 Euro Gut

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Der Testablauf der Trekkingzelte im Detail

1. Bodennässe & Regen
Um festzustellen, ob alle Zelte dicht halten, benutzt outdoor eine Beregnungsanlage, die über 4000 Liter Wasser auf jedes Modell prasseln lässt, was einem zehnstündigen Wolkenbruch gleicht. Dabei achten die Tester auch auf vom Boden aufspritzendes Wasser, das bei Zelten mit hochgezogenem Außenzelt zu Wassereinbruch führen kann. Auch wird getestet, ob es bei geöffnetem Außenzelteingang in das Innenzelt tropft. Danach misst das Testteam die Bodendichtigkeit: mittels Soutertester, einem Manometer, das bis zu einem Bar (= 10.000 mm) Wasser auf die Bodenwanne presst. Ein guter Boden sollte einen Wert von 5000 erreichen, ein sehr guter 10.000 Millimeter.

Foto: Boris Gnielka So testet outdoor: Nässeprüfung

Nässeprüfung: Unter der Beregnungsanlage und in der Praxis.

2. Aufbau & Abmessungen
Nach den Laborprüfungen bauen zwei Tester sämtliche Zelte auf und bewerten Dauer und Komplexität der Prozedur. Danach wird das Platzangebot der Zelte gemessen: zum einen die Bodenfläche von Apsis und Innenzelt, die sich in den Grundrissskizzen widerspiegeln. Zum anderen der im Innenzelt nutzbare Raum. Er wird in 30 Zentimeter Höhe gemessen. So decken wir Scheinriesen auf: Zelte, die eine große Grundfläche ausweisen, in der Praxis aber unkomfortabel sind, weil die Innenwände schräg in den Raum ragen. Maßstab für die Bewertung des Platzangebots sind deshalb nicht die Grundrissskizzen, sondern "Nutzfläche" und "Liegelänge".

Foto: Boris Gnielka So testet outdoor: Vermessung

Innenzelt und Apsiden werden zentimetergenau vermessen.

3. Handling & Ausstattung
Das Testteam prüft auch, wie gut Reißverschlüsse laufen, ob sie dabei Abdeckleisten einklemmen und wie einfach sich die Eingänge geöffnet fixieren lassen. Dabei wird auch auf Details wie längenverstellbare Heringsschlaufen oder verschließbare Lüfter geachtet.

4. Wohn- & Schlafkomfort
Während des dreitägigen Praxistests übernachten sämtliche Tester in den Zelten. Dabei werden Handling und Raumgefühl, die Helligkeit im Zelt, Kopffreiheit und Eingangshöhe festgehalten und die Wirksamkeit der Belüftung (Kondenswasserbildung) – auch beim Kochen in der Apsis – im direkten Vergleich zu den anderen Testmodellen ermittelt.

Foto: Boris Gnielka So testet outdoor: Windmaschine

Mit bis zu 200 km/h stürmt die Windmaschine die Testzelte an.

5. Sturm- und Bruchprüfung
Die Windstabilität testet outdoor mit Hilfe einer Windmaschine der Firma Oase. Sie drückt mit bis zu 200 km/h auf die Zelte. Ein gutes Zelt muss bei 80 km/h noch stehen, ein sehr gutes mehr als 100 km/h aushalten. Bewertet werden Schmal- und Längsseiten.

Unser aktuelles Testfeld bietet für jeden das richtige Zelt:

Da gibt es einmal das günstige Vango Meteor Pro 200, das nicht nur Sparfüchse lockt, sondern mit seiner kleinen Stellfläche auch alle, die in den Bergen zelten wollen. Schönwettercamper, die ein leichtes, luftiges Zelt suchen, landen hingegen eher bei beim Fjällräven Abisko View 2, Jack Wolfskin Exolight 3 und MSR Hubba Hubba NX – sollten diese aber nicht in nassen, stürmischen Regionen einsetzen.

Für raue Wetterverhälnisse sind andere besser geeignet, vor allem das Exped Mars 2 Extreme, Hilleberg Nallo 3 GT, Rejka Antao 2 Light XL UL und das Tunnelzelt Tatonka Okisba 2: Sie haben sich als nässefeste Sturmbunker bewiesen. Hilleberg und Tatonka punkten zudem mit extrem reißfesten Materialien und top Verarbeitung. "Für Touren in ausgemachte Sturmregionen wie Island oder Patagonien eignen sie sich bestens", so Wacker.

Bleiben noch das Robens Goshawk und das Vaude Low Chapel L XT 2P, die mit üppigen Maßen, je drei Eingängen und top Ventilation all jene ansprechen, die viel Wert auf Komfort legen. Sollte das Zelt zudem leicht sein, selbst im Orkan nicht zu Bruch gehen und sich fix aufbauen lassen, dann führt am Robens Goshawk kein Weg vorbei. Mit 550 Euro liegt es im bezahlbaren Rahmen – zumal es dank robuster Materialien ein langes Leben verspricht. Impressionen vom Praxistest gibt es im Video oben, weitere Infos in der Fotostrecke:

Tagesaktueller Preisvergleich der getesteten Trekkingzelte




Lüfter
Gut, wenn sich Lüfter von innen bedienen und am besten auch ganz schließen lassen. Vorbildlich: die großen Tütenlüfter von Tatonka (Foto), Robens, Rejka und Hilleberg.
+ bringt frische Luft ins Zelt

Spanngurte
Patentierte »Tensionstripes« versteifen beim Vango Meteor Pro das Gestänge, sodass es stabiler steht und im Wind nicht so schnell einknickt.
+ sorgen für stabilen Stand

Türbefestigungen
Kaum etwas ist ärgerlicher als mühsam aufgerollte Eingänge, die immer aus der Halterung rutschen, vors Gesicht oder an den brennenden Kocher flattern. Dabei sind gute Lösungen weder teuer noch kompliziert, wie Robens (Foto), Exped, Hilleberg, MSR, Tatonka und Vaude zeigen.
+ halten die Eingänge frei

Gestängekanäle
Unterbrochene Gestängekanäle wie bei Fjällräven erschweren den Aufbau des Zeltes. Auch unterschiedlich lange oder nicht klar gekennzeichnete Stangen auch Vaude machen den Hausbau unnötig kompliziert.
- Zeltaufbau dauert länger

Imprägnierungen
Zwar hielten die Außenzelte im Test alle dicht, doch schwächelte vor allem das MSR bei der Imprägnierung, was zu langen Trockenzeiten führt. Ebenfalls ungünstig: Die Außenhäute von Fjällräven und Jack Wolfskin dehnen sich bei Nässe so stark, dass man sie dringend nachspannen und die Heringe neu setzen muss.
- flattern im Wind

Sturmabspannungen
Sturmleinen bringen immer dann besonders viel, wenn sie sich mit dem Gestänge fest verbinden lassen – wie bei Vaude.
+ stabiler Stand im Sturm

Weitere outdoor-Tests:

03.07.2018
Autor: Redaktion
© outdoor
Ausgabe 08, 09/2018, 2018