Sieben Stirnlampen im Test

Lampenfieber

Eine gute Stirnlampe leuchtet hell, wiegt wenig und brennt auch ohne Batteriewechsel tagelang. outdoor hat sieben Modelle auf Lux und Leuchtbild getestet.
Zu den getesteten Produkten
Foto: Boris Gnielka Petzl Myo XP

Beste Lampe im Test: die Petzl Myo XP.

Ob beim Wandern, Trekking, Bergsteigen oder auf Skitour: Wenn‘s dunkel wird, geht es nur mit Stirnlampe weiter. Sie beleuchtet schon von Weitem Wurzeln und Stolpersteine, spendet Licht für den Zeltaufbau im Finstern, und sollte man sich verirrt haben, brennt sie die ganze Nacht, ohne schlappzumachen.

Noch vor fünf Jahren gelang dies nur mit schweren, teuren Lampen, die Grubenleuchten ziemlich ähnlich sahen. Heutige Stirnlampen sind dank LED-Technik klein, leicht, sparsam und dennoch hell.

Doch eignen sie sich auch für Outdoor-Touren? Um das herauszufinden, hat outdoor die Top-Modelle aller großen Lampenhersteller getestet. Sieben Stirnlampen zwischen 40 und 149 Euro stritten vor geeichten Lichtmessgeräten und im dunklen Wald um den Testsieg.

Und das monatelang, denn viele Kandidaten erwiesen sich als sehr ausdauernd: Bis über 300 Stunden lang leuchten zum Beispiel Mammut TX-1 und Petzl Myo XP mit einem Batteriesatz – in schwächster Stufe. Doch selbst bei Maximalleistung kommen sie auf bis zu 100 Stunden.

Das erfreut vor allem Trekker, die so wochenlang ohne Ersatzbatterien auskommen. Eine lange Leuchtdauer ist aber nicht alles: Auch die Ausleuchtung muss stimmen. Alle Lampen im Test bieten zwei Leuchtarten: Spot- und Abblendlicht. Während der Spot als Suchscheinwerfer dient, kommt das Abblendlicht beim Zeltaufbau oder Kartenstudium in der Nacht zum Einsatz.

Im Idealfall scheint also eine Stirnlampe mit Spotlicht weit – wie die Lucido, die 110 Meter schafft – und mit Abblendlicht breitflächig. Das gelingt der Petzl am besten. Sie verfügt über eine Streuscheibe, die man mit einem Fingerschnipp vor die LED klappt. Dadurch verwandelt sich ihr greller 90-Meter-Spot in weiches Abblendlicht.

Der hellste Spot und das weichste Leuchtbild nützen aber wenig, wenn die Lampe Streulicht auf die Nase wirft und so den Träger blendet. Blendfrei sind nur die Lampen von Petzl, Primus und Silva.

Und die Bedienung? Hier zeigen alle Lampen ordentliche bis sehr gute Leis­tungen, genauso wie beim Tragekomfort. Größere Unterschiede gibt es bei der Ausstattung: Nicht fehlen sollten vor allem eine Anzeige der Batterierestkapazität und ein Schutz gegen versehentliches Einschalten der Lampen (beim Transport).

Neben Black Diamond und Lucido kann hier erneut die Petzl überzeugen. Sie ist es auch, die sich letztlich am besten für Outdoorer eignet – egal ob fürs Wandern, für Trekking-, Ski- oder Bergtouren.

21.04.2008
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 04/2008