GPS-Geräte für Wanderer

Jetzt im Test: 6 Outdoor-GPS-Geräte

Foto: Garmin GPS-Geräte Test

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Ein gutes GPS-Gerät für Outdoorer macht die Orientierung auf Tour zum Kinderspiel. Welchem Sie sich beruhigt anvertrauen können, klärt der Test von sechs aktuellen Hightech-Empfängern zwischen 170 und 750 Euro.
Zu den getesteten Produkten

Hinweis: Einen tagesaktuellen Preisvergleich zu den getesteten GPS-Geräten gibt's unten auf dieser Seite.

GPS-Geräte werden immer leistungsfähiger. Doch worin unterscheiden sich die aktuellen Navis, und wie viel sollte man investieren? Reicht ein Basisgerät, oder muss es der Top-Empfänger mit allen Finessen sein?

Um das zu klären, haben wir sechs aktuelle GPS-Geräte (Modelljahr 2017) zwischen 170 und 750 Euro getes­tet. Die GPS-Geräte mussten ihr Navigationskönnen auf zahlreichen Touren unter Beweis stellen: im dichten Forstweg­dschungel der Fränkischen Schweiz ebenso wie im weglosen Felsterrain der Ostalpen.

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Hier die getesteten GPS-Geräte im Überblick:

  • Garmin Oregon 700, 400 Euro, Testurteil: sehr gut (Testsieger)
  • Garmin Fenix 5X (Uhr), 750 Euro, Testurteil: sehr gut
  • Garmin inReach Explorer+, 500 Euro, Testurteil: gut
  • Satmap Active 20, ab 425 Euro, Testurteil: gut
  • TwoNav Anima, 299 Euro, Testurteil: gut
  • Teasi One Extend, 170 Euro, Testurteil: gut

Welches GPS-Gerät performte 2017 am besten?

Auf Tour entscheiden nicht Zusatzfunktionen und Abmessungen, sondern vor allem das Handling sowie die Bildschirmgröße und -qualität. Hier hat der Klassiker von Garmin die Nase vorn: Mit dem Garmin Oregon 700 kommen auch Novizen auf Anhieb klar. Die Zieleingabe? Findet man auch ohne Anleitung. Einen Track aufzeichnen? Klappt auf Anhieb. Das gilt längst nicht für alle Handgeräte, wie man am TwoNav Anima sieht. Hier müssen sich die Tester erst einmal einarbeiten.

Und die übrigen vier Navis? Auch sie reichen nicht an den Handlingprofi von Garmin heran, lassen sich aber gut bedienen. Bei den Navigationsfunktionen – dem zweiten entscheidenen Testkriterium – schneiden die meisten Geräte gut ab. Alle Prüflinge führen mit aufgespielten oder selbstgenerierten Routen sicher durchs Gelände und – abgesehen vom inReach Explorer+ – auch mit Tracks. Das Garmin Oregon 700 GPS-Gerät und die Armbanduhr Garmin Fenix 5x sowie das Teasi beherrschen sogar Routing abseits der Straße. »Doch klappt die automatische Wegfindung lange nicht so perfekt wie beim Auto«, fasst Joachim Bardua, der erfahrenste Tester im Team, zusammen. Wer viel Wert auf lohnende Strecken in reizvoller Umgebung legt, sollte den Vorschlag des Navis deshalb vorab prüfen und falls nötig den eigenen Vorstellungen anpassen. Mit einer guten Karte geht das spürbarleichter von der Hand, weshalb sich ein Blick auf das Angebot der Hersteller lohnt. Beim Teasi, TwoNav sowie Garmin Fenix 5x und inReach Explorer+ sind OpenStreetMaps (OSM) von Europa oder sogar weiteren Ländern bereits an Bord. Das hält nicht nur die Kosten niedrig, sondern erleichtert auch den Einstieg. Nur Käufer des Oregons müssen sich die OSM aus dem Netz ziehen und selbst installieren. Das ist zwar nicht teurer, aber umständlicher. Allerdings erreichen die Umsonstkarten – ob vorinstalliert oder aus dem Internet – weder den Infogehalt noch den Detail reichtum von kostenpflichtigen. Doch wer sich mit fertigen Tracks aus dem Web durchs Gelände führen lassen will und nicht durch allzu anspruchsvolles Terrain wandert, kommt mit den Nulltarifkarten aus.

Für ambitionierte Touren, ob im Gebirge oder beim Trekking, erweisen sich hingegen käufliche topografische Karten als bessere Wahl. Hier glänzen Satmap, TwoNav Anima sowie Garmin Oregon 700 und Fenix 5x mit einer top Auswahl. Allerdings siedelt dieses Navigations-Quartett auch im oberen Preissegment und dürfte Gelegenheitsnutzern wie Sparfüchsen zu teuer sein.

Testfazit unseres GPS-Geräte-Vergleichstests 2017:

Für Gelegenheitsnutzer und Outdoorer, die weniger Geld für ein GPS-Gerät ausgeben wollen, empfiehlt sich das Handgerät von Teasi: Das One3 Extend leistete sich im Test 2017 keine großen Schwächen und kostet nur 170 Euro. Wer dagegen häufiger unterwegs ist und Wert legt auf detaillierte Topokarten, wird das Satmap und das TwoNav mögen. Während das Satmap mit dem größeren Display punktet, gibt es für das TwoNav mehr Karten. Sogar mit gescannten Papierkarten lässt es sich füttern – ideal für Gebiete, für die keine digitalen Versionen existieren.

Abenteurer, die gerne in entlegene Regionen ohne Netzabdeckung vordringen, sollten sich das messagingfähige Navigationsgerät Garmin inReach Explorer+ ansehen. Der Lotse führt nicht nur mit – rudimentären – Navigationsfunktionen durch die Wildnis, er hält auch dort den Kontakt zu Freunden und Familie aufrecht, wo es kein Handy mehr kann. Und er fordert auf Knopfdruck über eine rund um die Uhr besetzte Rettungszentrale Hilfe an – und das weltweit.

Outdoor-Fans und Wanderer, die nach dem perfekten Allrounder suchen, landen jedoch beim Garmin Oregon 700. Sein erstklassiges Display, die leichte Bedienbarkeit und die stimmige Ausstattung machen die Navigation hier zum Genuss.

Alpinisten und andere Minimalisten werden stattdessen bei der ultraleichten GPS-Uhr Garmin Fenix 5x fündig. Wie das Oregon kommuniziert sie sogar mit Smartphones, etwa fürs LiveTracking, für Wettervorhersagen oder Smart Notifications. Selbst Touren aus Webportalen lassen sich damit aufspielen, was die aufwendige Planung am Computer überflüssig macht.

Preisvergleich für die getesteten GPS-Geräte:




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07.11.2017
Autor: Uli Benker
© outdoor
Ausgabe 11/2017