Leichte Wanderschuhe im Test

Im Test: Leichte Wanderstiefel

Foto: Ben Wiesenfarth Leichtwanderstiefel im Test 2018

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Gute Leichtwanderschuhe verbinden den Halt eines Stiefels mit dem Komfort eines Laufschuhs. Welchem das am besten gelingt, zeigt der Test ...
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  • Preisspanne der Wanderschuhe im Test 2018: Zwischen 140 und 200 Euro, Gewicht um die 1000 Gramm pro Paar.
  • Einen Kauftipp gab es: den Asolo Falcon GV MM, einem sehr komfortablen Leichtwanderschuh, der auch für steile Wildpfade taugt. Testsieger war der Salomon X Ultra 3 Mid GTX, ein Leichtwanderstiefel par excellence.
  • Ebenfalls überragend: der sehr flexible Salewa Ultra Flex Mid GTX.

Die Testergebnisse der Leichtwanderstiefel 2018 im Überblick:

Leichtwanderstiefel / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Salomon X Ultra 3 Mid GTX (Testsieger) 165 Euro Überragend
Salewa Ultra Flex Mid GTX 190 Euro Überragend
Asolo Falcon GV MM (Kauftipp) 180 Euro Überragend
Aku Pulsar GTX 180 Euro Sehr gut
Lowa Aerox GTX Mid 200 Euro Sehr gut
Meindl Kapstadt GTX 200 Euro Sehr gut
Mammut T Aenergy Mid GTX 150 Euro Gut
Scarpa Moraine Plus Mid GTX 170 Euro Gut
Keen Targhee EXP Mid WP 140 Euro Befriedigend
Merrell Moab 2 GTX 145 Euro Befriedigend

Leichtwanderstiefel im Test - hier die besten Preise finden




Je leichter die Schuhe, desto später ermüden die Wadenakkus und desto weiter, schneller und unbeschwerter die Wanderung. »Kein Wunder, dass Leichtwanderstiefel reißenden Absatz finden – und die Hersteller in der Entwicklung viel Gas geben«, sagt outdoor-Ausrüstungsredakteur Frank Wacker. Welche Fortschritte sie dabei erzielen, zeigt der Test von zehn zum Teil brandneuen Paaren, die im Mittel rund 900 Gramm auf die Waage bringen – die Hälfte dessen, was Wanderstiefel früher einmal wogen.

Moderne Wanderstiefel: Leicht wie ein Paar Turnschuhe

Dass die Gewichtsersparnis nicht auf Kosten der Funktion gehen muss, zeigt schon das Fliegengewicht im Test, der Salewa Ultra Flex Mid GTX. Mit 720 Gramm wiegt er weniger als so mancher Halbschuh – und hat doch alles, was auf Tour zählt: eine verwindungssteife, in diesem Fall sogar ausgesprochen griffige Profilsohle, eine wasserdichte Gore-Tex-Membran und einen knöchelbedeckenden Schaft, der vor Verletzungen schützt. Mehr braucht man auf Tageswanderungen nicht. In puncto Gehkomfort – dem wichtigsten Testkriterium – gehört der Salewa sogar zum Spitzenfeld 2018, trägt er sich doch fast so weich, luftig und unbeschwert wie ein Turnschuh: »Der Schuh schmiegt sich wie ein straffer Socken um die Füße, rollt geschmeidig ab, dämpft stark und bietet ein top Gespür für den Untergrund – besser geht es nicht«, notierte einer der Tester in seinen Bewertungsbogen. Eine solche Spitzenplatzierung beim Gehkomfort konnten immerhin drei weitere Kandidaten ergatten: Asolo, Lowa und Salomon.

Foto: Benjamin Hahn Asolo Falcon GV

Erstaunt waren die Tester vom Asolo Falcon GV (siehe Bild), der mit seiner stabilen Sohle und dem recht hohen Schaft immerhin 1020 Gramm wiegt. Er gehört damit fast schon zu den Schwergewichten im Vergleich, dennoch trägt er sich genauso unbeschwert wie der Salewa. Und deutlich besser als der Merrell, das Schlusslicht in der Paradedisziplin Gehkomfort. »Die bei einigen Modellen ungleiche Ausformung des Fußbetts irritierte bei jedem Schritt, ein Tester stand darin sogar schief«, erklärt Frank Wacker das Problem. Doch wie sieht es mit der Schaft- und Sohlenstabilität der Leichtmodelle aus? Um sie zu vergleichen, legten die Tester über zwei Monate insgesamt weit über 1000 Kilometer über steiniges, matschiges und auch steiles Gelände zurück. Dabei zeigte sich, dass die schweren Modelle unter den Leichtschuhen nicht immer stabiler und geländegängiger sind. Volle Punktzahl erreicht hier nur der Meindl Kapstadt – der rund 1010 Gramm wiegt. »Mit festem, hohem Schaft wendet er sich an alle, die zum Umknicken neigen oder das Familiengepäck im Rucksack tragen müssen«, so Frank Wacker. Da passt es gut, dass der Meindl über genug Sohlengrip verfügt, um matschige und mit nassem Fels durchsetzte Pfade unfallfrei zu meistern. Noch mehr Bodenhaftung zeigten im direkten Vergleich nämlich nur die Schuhe von Salomon und Salewa, an dessen Sohle die Reifenmarke Michelin mitwirkte. Ausrutscher? - Leistete sich im Prüfpunkt Traktion keiner der Testschuhe. Wohl aber beim Wasserdichtigkeitstest (siehe Kasten oben): Hier drang beim Keen Targhee EXP Mid Nässe ins Innere.

Fazit des Leichtwanderschuh-Tests 2018:

Trotz des Ausreißers fällt das Testergebnis des Leichtwanderschuh-Tests 2018 insgesamt gut aus: Acht der zehn Kandidaten überzeugen in allen Punkten – und machen schwere Wanderstiefel zumindest im Flachland und Mittelgebirge überflüssig. Welcher Leichtschuh Ihre Anforderungen am ehesten erfüllt, klärt ein Probelauf beim Händler – am besten mit diesen Modellen: Trittsichere Genusswanderer und Kilometerfresser, die oft ein flottes Tempo anschlagen, sollten den Salewa Ultra Flex Mid in die engere Wahl ziehen. Er hat zwar einen sehr weichen Schaft, bietet aber trotzdem genug Halt – sowie eine Menge Gehvergnügen und Sohlengrip. »Auch beim Joggen auf schlammigen oder verschneiten Pfaden macht das Federgewicht Spaß«, so Frank Wacker.

In die gleiche Kerbe schlägt der Salomon X Ultra 3 Mid GTX. Auch er schmiegt sich perfekt um die Füße, lässt einen wie auf Wolken wandern, verbeißt sich zuverlässig in den Grund und schützt souverän vor Nässe. Zwar wiegt er etwas mehr als der Salewa, bietet dafür aber deutlich mehr Seitenhalt, was ihn für Touren mit Übernachtungsgepäck prädestiniert – zumindest abseits voralpiner und andere steiler, felsiger Regionen. Ein solches Terrain erfordert nämlich etwas weniger weiche, dafür verwindungsfeste, kantenstabile Sohlen, die im Testfeld nur ein Schuh bietet: der Asolo Falcon GV MM. Mit 1020 Gramm pro Paar zählt er gerade noch zu den Leichtgewichten – was man auch am flexiblen, soften Schaft merkt. Doch seine Sohle scheint fast schon von einem Bergschuh zu stammen: Präzise, fest und stabilisierend führt sie zu hoher Trittsicherheit und genauso wie auch Salewa und Salomon zu einem fast berauschenden Gehvergnügen.

Der Leichtwanderstiefel-Test 2017:

  • 2017 hatten wir 19 leichte Wanderstiefel für Damen und Herren im Vergleich
  • Preisspanne der Wanderschuhe: Zwischen 165 und 230 Euro, im Schnitt wiegen die Stiefel 1,1 Kilo pro Paar.
  • Drei Kauftipps gab es im Test 2017: Besonders zu empfehlen sind die getesteten Wanderschuhe von Asolo, Lowa und Salomon.
  • Alles in allem bot das Testfeld 2017 für jeden Wanderer den richtigen Schuh.

Die Testergebnisse der Leichtwanderstiefel im Überblick:

Leichtwanderstiefel / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Asolo Drifter GV (Kauftipp) 190 Euro Überragend
Lowa Renegade Mid GTX (Kauftipp) 180 Euro Überragend
Dachstein Super Leggera 220 Euro Sehr gut
Hanwag Banks II GTX 180 Euro Sehr gut
Meindl Litepeak 230 Euro Sehr gut
Salomon X Ultra Mid 2 (Kauftipp) 165 Euro Sehr gut
Scarpa R-Evo GTX 220 Euro Sehr gut
Keen Feldberg Mid WP 170 Euro Gut
Mammut Comfort High GTX Surround 200 Euro Gut
Salewa Alp Trainer Mid 190 Euro Gut

Die Idee für diesen Schuhtyp hatte Lowa-Chef Werner Riethmann. 1998 kam dann das erste Leichtwander-Modell auf den Markt: der Lowa Renegade. Leichter, geschmeidiger und besser gedämpft als ein Bergstiefel, traf der Newcomer voll ins Schwarze und entwickelte sich zu Deutschlands meistverkauftem Wanderschuh.

Komfortable Wanderstiefel im Test

Doch die Konkurrenz schläft nicht und schickt jedes Jahr neue Modelle ins Rennen, die dem Platzhirsch den Rang ablaufen sollen. Dabei greifen die Hersteller tief in die Trickkiste – das zeigt der outdoor-Test von 19 Leichtwanderstiefeln für Damen und Herren.

So setzt Dachstein beim Dachstein Super Leggera auf eine innovative Fabrikationstechnik: Der Schaft wird aus einem Stück gestrickt und besitzt fast keine Nähte mehr, die drücken oder aufgehen können. Auch die Frage, wie stabil ein Leichtwanderstiefel sein muss, beantworten die Hersteller unterschiedlich: »Neben Klassikern wie dem Lowa Renegade bietet das Feld außerdem festere oder leichtere Kandidaten«, erklärt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka. Alle getesteten Schuhe besitzen ein wasserdichtes, atmungsaktives Futter, die Preise liegen zwischen 165 und 230 Euro. Der Keen Feldberg Mid WP ist nur für Männer erhältlich, alle anderen gibt es als Damen- und Herrenmodell.

Doch welches Konzept funktionert am besten? Um das herauszufinden, trugen sieben Tester und Testerinnen alle Kandidaten vier Wochen lang beim Wandern und im Alltag, eine abschließende Runde über den outdoor-Testparcours ermöglicht den direkten Vergleich. Die Tour entlang des Flüsschens Rems bietet ideale Bedingungen: Hier wechseln Waldwege und geteerte Forstpisten mit steilen An- und Abstiegen über rutschige schmale Pfade.

Die getesteten Leichtwanderstiefel im Detail

In Sachen Tragekomfort ist sich die Testcrew einig: Jeder Wanderschuh in diesem Test trägt sich bequem. Dennoch kristallisieren sich fünf Favoriten heraus.

Die Leichtstiefel Salomon X Ultra Mid 2 (940 g pro Paar) und Dachstein Super Leggera (1025 g) begeistern durch ihr geringes Gewicht. Gleichzeitig bieten die Sohlen eine saubere Führung, der tiefe Stand im Schuh erhöht die Kontrolle. Auch der Lowa Renegade Mid GTX schneidet klasse ab: Kaum schwerer (1100 g), lässt er sich über die leichtgängige Schnürung exakt an den Fuß anpassen und trägt sich sehr angenehm. Der Meindl Litepeak und der Asolo Drifter GV gehören ebenfalls zum Favoritenkreis: Sie wiegen zwar über 1200 Gramm, auf ihren hervorragend führenden Sohlen geht man mit beiden dennoch fast wie von selbst. Auch schmiegen sich ihre bequemen Schäfte wie eine zweite Haut um den Fuß.

Große Unterschiede gibt es bei der Schaftstabilität. Das Spektrum reicht von Kandidaten, die dem Knöchel kaum Halt bieten, über den ausreichend festen Wanderstiefel Lowa Renegade Mid GTX bis hin zum Asolo Drifter GV, der fast so gut stützt wie ein Trekkingstiefel.

Wie fest ein Schuh sein muss, hängt vom Träger ab. »In den weichen Modellen knicke ich schnell um – das geht gar nicht«, sagt outdoor-Tester Christian Zimek. Dagegen bevorzugt der sehr trittsichere Redakteur und Kletterer Boris Gnielka weichere Schäfte wie beim Scarpa R-Evo GTX oder dem Meindl Litepeak, weil diese dem Knöchel mehr Bewegungsspielraum lassen. So kann man den Fuß genauer setzen. »Im Zweifelsfall sollten Sie sich allerdings für den stabileren Schuh entscheiden«, rät Gnielka.

Die Vorteile einer verwindungsfesten, kantenstabilen Sohle zeigen sich auf den rutschigen An- und Abstiegen. Hier verbeißen sie sich im Untergrund, die weicheren verbiegen sich dagegen und rutschen ab. Sieger in diesem Kriterium sind der Scarpa R-Evo GTX und der Asolo Drifter GV, dicht gefolgt vom Meindl Litepeak Leichtwanderstiefel. Auch der Lowa Renegade Mid GTX bekommt sehr gute Noten. In puncto Rutschfestigkeit liegen aber alle Sohlen auf hohem Niveau.

Und wie sieht es mit dem Nässeschutz aus? Top: In der 24-Stunden-Gehsimulation im Wasserbad leckt keiner der getesteten Stiefel, nur beim Keen Feldberg Mid WP saugt sich nach 20 Stunden Feuchtigkeit über den oberen Schaftrand ins Innere. »Ein oder zwei Regentage übersteht er, während langer Wanderurlaube und Schmuddelwetter sollte man ihn aber regelmäßig trocknen«, so Gnielka.

Foto: Benjamin Hahn Fotografie Lowa Renegade Mid GTX

Der Klassiker unter den Leichtwanderstiefeln: Lowa Renegade GTX Mid.

Testfazit des Wanderschuhtests 2017

Der Lowa Renegade Mid GTX untermauert seine Vormachtstellung als erstklassiger Allroundschuh. Außerdem verdient der Meindl Litepeak eine Empfehlung. Er bietet etwas weniger Knöchelhalt als der Lowa Renegade Mid GTX, ist dafür aber präziser. Wer einen möglichst stabilen Schaft will, greift zum Asolo Drifter GV – der sich neben dem Scarpa R-Evo GTX als einziger Wanderschuh auch fürs Gebirge empfiehlt. Die Leichtgewichte Salomon X Ultra Mid 2 und Dachstein Super Leggera DDS wiederum eignen sich vor allem für sportliche Outdoorer.




07.03.2017
Autor: Frank Wacker
© outdoor
Ausgabe 03/2017