13 Wanderrucksäcke im Test

Wanderfreunde

Wanderrucksäcke sind ideale Partner für Tages- und Wochenendtouren. Wie komfortabel sich die neuesten Modelle tragen, zeigt der outdoor-Praxistest.
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Foto: Daniel Geiger 13 Wanderrucksäcke im Test

outdoor hat 13 Rucksäcke für Tages- und Wochenendtouren getestet.

"Ein neuer Rucksack muss her!" Die Trennung von seinem 15 Jahre alten Wanderpartner ist für Ralf Schneider beschlossene Sache. "Unglaublich, um wie viel komfortabler sich die neuen Rucksäcke tragen!", schwärmt der Novize im outdoor-Testteam und passionierte Wanderer – während ihm sein alter Rucksack mitunter schon nach kurzer Zeit Rückenschmerzen bescherte.

Damit auch Sie den idealen Wanderrucksack finden, hat outdoor 13 aktuelle Modelle zwischen 39 und 160 Euro getestet. Mit Volumina von bis zu 35 Litern bieten sie genug Platz für alles, was man auf Tagestouren braucht. Trinkflasche, Regenklamotten, Brotzeit – fünf bis acht Kilo kommen da fix zusammen. Solche Lasten bewältigen fast alle Modelle im Test. Dafür sorgen leistungsfähige Tragesys­teme mit ergonomisch geformten Schulter- und Hüftgurten, die das Gewicht sauber auf Schulter, Rücken und Hüfte verteilen. Das gelingt jedoch nur dann optimal – das zeigt der dreitägige Test im Frankenwald schnell –, wenn der Rucksack optimal passt.

Nur wenn er mit Statur und Rückenlänge des Trägers harmoniert, trägt er sich bequem. Ausprobieren lautet die Devise! Vor allem schweren Personen oder Outdoorern mit langem Rücken sind viele Wanderrucksäcke zu klein. Das bekam auch die Testcrew zu spüren: Der kräftig gebaute Ralf Schneider zum Beispiel konnte viele Modelle wie die von High Peak, Tatonka oder Big Pack gar nicht erst aufsetzen. Den Testerinnen mit kurzen Rücken passten sie hingegen prächtig. Aber es gibt auch Rucksäcke, die bei fast allen sitzen: Lowe Alpine Airzone Centro, Ortlieb Flight und Vaude Asymmetric. Bei ihnen lassen sich die Schulterträger in der Länge verstellen.

Auch die Belüftung muss stimmen

Doch nicht nur Lastübertragung und Passform geben den Ausschlag für einen guten Rucksack, auch die Belüftung muss stimmen: Denn spätestens an knackigen Anstiegen fließt der Schweiß. Hier zeigen die zehn Testkandidaten mit Ventilationsrücken ihre Stärken. Er besteht aus einem Netz, das straff über einen stabilen Rahmen gespannt ist und damit den Packsack auf Abstand zum Körper hält.

So gelangt kühlende Luft an den Rücken. Ein Konzept, das aufgeht, wie die Testcrew bestätigt: Obwohl dem Team beim anstrengenden Auf und Ab in der Fränkischen Schweiz die Schweißtropfen auf der Stirn standen, blieben viele Rücken trocken, vor allem bei denen, die eines der beiden Deuter-Modelle, den Lowe Alpine oder den Ortlieb trugen. Sie lassen besonders viel Luft an den Körper. Doch ein Netzrücken besitzt nicht nur Vorteile: Vor allem stark gebogene Rückenplatten (Osprey, Salewa, Big Pack, Deuter) erschweren das Packen und den Zugriff aufs Gepäck, weil sie sich in den Packsack hineinwölben. Und: Die Last liegt weiter vom Rücken entfernt.

Dadurch lässt sie sich nicht ganz so gut kontrollieren, was jedoch nur auf sportlich-flotten Wanderungen durch wildes Terrain, auf Klettersteigen, Berg- oder Biketouren zum Tragen kommt. Hier sind dann die Testmodelle mit Körperkontaktrücken in ihrem Element. Sie zielen in erster Linie auf maximale Lastkontrolle: Beim Jack Wolfskin, Macpac und Vaude sitzt der Packsack nah am Rücken, für die Belüftung sorgen breite, parallel zur Wirbelsäule verlaufende Mesh­kanäle und luftdurchlässige Schaumstoffpolster.

Doch der Test zeigt: Der Wanderer muss in puncto Ventilation gegenüber Modellen mit Netzrücken deutliche Abstriche machen.

28.04.2008
Autor: Uli Benker
© outdoor
Ausgabe 04/2008