Acht Sommersoftshells im outdoor Test

Softshelljacken: Allrounder für die Tour

Softshelljacken sind Allrounder für die Tour und versprechen Wohlbefinden bei fast jedem Wetter. outdoor hat acht Sommersoftshells getestet.
Zu den getesteten Produkten

Besonders interessant sind in der warmen Jahreshälfte luftig-leichte Sommersoftshells – für Touren bei zweistelligen Außentemperaturen. Sie verzichten weitgehend auf das sonst typische Fleecefutter, und auch eine Kapuze sucht man bei den meisten Modellen vergeblich. Stattdessen kommen dünne, hochatmungsaktive und nur windbremsende Stoffe zum Einsatz, die das Körperklima auch bei 20 Grad im Lot halten.

Die Vorteile von Sommersoft­shells sind so bestechend, dass sie das klassisch-karierte Wanderhemd bald vollständig von der Bildfläche verschwinden werden lassen: Sie schützen besser vor Wind und halten mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von zumeist über 40 gefährliche UV-Strahlung in noch stärkerem Umfang ab. Auch Mücken und Gnitzen machen durch Sommersoftshells keinen Stich – und suchen sich lieber ein besseres, im Idealfall wanderbehemdetes Opfer. Außerdem bieten gute Modelle mehr Taschenstauraum als Hemden, und damit auch eine schützende Höhle für kalte Hände bei der Gipfelrast.

Dazu kommt: Selbst dünnste Sommersoft­shells schützen wirksamer vor Petrus Launen als das bes­te Wanderhemd: Nieselregenattacken verlieren daher ebenso ihren Schrecken wie ein kurzer Sommerregen.

Sommersoftshells: Mit 100 Euro sind Sie dabei

Damit Sie bei der unüberschaubar großen Auswahl an Sommersoftshells nicht den Überblick verlieren, hat outdoor acht aktuelle Modelle zwischen 100 und 220 Euro getestet.

Das Ergebnis: Sie müssen für ein gutes Modell nicht die Bank ausrauben. Bereits die günstigste Jacke im Test, die Jack Wolfskin Atmosphere für 100 Euro, kann mehr als jedes noch so funktionelle Wanderhemd. Vor allem der luftig-leichte Tragekomfort der Atmosphere begeisterte die Testcrew, die auf Wandertouren im Fränkisch-Schwäbischen Wald ein sonniges Wochenende lang alle Testkandidaten auf ihre Outdoor-Tauglichkeit prüfte. Bei Hitze eine Wohltat, eignet sich die Atmosphere jedoch nicht für windig-frisches oder unbeständiges Wetter mit vielen Schauern. Hier durchnässt ihre dünne Außenhaut zu rasch.

Wer auch im Sommer auf ordentlichen Kälte- und Nässeschutz nicht verzichten will, greift am besten gleich zum Testsiegermodell: Das Madryn Jacket von Eider bewahrt mit einem dünnen Fleecefutter das Wohlbefinden bei Kälteeinbrüchen oder an windigen Rastplätzen. Bei warmem Wetter strömt bei ihr kühlende Frischluft durch die weit zu öffnenden Achselreißverschlüsse ins Innere.

Und bei Nieselregen? Hier hält das gut imprägnierte und von Haus aus recht wasserfeste Polartec-Powershield-Material eine Weile lang trocken – zumindest dann, wenn Sie Ihren Kopf durch einen Helm oder breitkrempigen Hut schützen. Und Ihre Funktionsjacke? Die kann zumindest bei halbwegs stabilem Wetter dem Wanderhemd Gesellschaft leisten – zu Hause, im Kleiderschrank.

03.09.2010
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 09/2010