12 Winter-Softshelljacken im outdoor Test

Winterjacken im Test: 12 Softshells für kalte Tage

Eine gute Wintersoftshell vereint den Komfort und die Wärme eines kuscheligen Fleecepullis mit dem Wetterschutz einer soliden Funktionsjacke. Schaffen die aktuellen Modelle das? outdoor hat zwölf Wintersoftshells auf einer Tour durch die Alpen getestet.
Zu den getesteten Produkten

Eigentlich müsste man sich freuen. Es ist Samstagfrüh, und ein sonniges Oktoberwochenende steht in den Startlöchern. Die sechs Personen, die auf einem Allgäuer Parkplatz gerade einen Berg Jacken in ihre Rucksäcke stopfen, freuen sich aber nicht. »Hoffentlich wird es heute nicht zu warm!«, gibt einer der Stopfer zu bedenken, den Blick prüfend zum klaren Himmel gerichtet. Hastig werden Bergschuhe geschnürt, Autos abgeschlossen und Rucksäcke geschultert. Knirschenden Schrittes zieht der Trupp los.

Der Plan: den Jubiläumsweg zum Prinz-Luitpold-Haus wandern, um anderntags auf den 2592 Meter hohen Hochvogel zu steigen. Die Mission: Softshells testen, Wintersoftshells.

Bei Nässe, Kälte und beißendem Nordwind sind sie die Stars

Wintersoftshells halten warm, ohne die Bewegungsfreiheit durch dicken Isolationsbausch einzuengen, und trocken, ohne mit dem stoffraschelnden Störfeuer einer Regenjacke zu quälen. Stars ohne Allüren – Wunsch oder Wirklichkeit? Um das zu prüfen, bestellte outdoor die zur Zeit angesagtesten Wintersoftshells.

Teilnahmevoraussetzung: ein wetterfestes, warmes Material und eine verstellbare Kapuze. Zwölf Modelle fanden so den Weg in die Testredaktion – und damit in die Rucksäcke der Testcrew, die mittlerweile durchs eiskalte Hintersteiner Tal stapft. Mit dabei: die Hoffnung, dass es nicht zu warm wird für den Test. Außerdem Notizblöcke, Kulis und Biwakausrüstung, denn die Hütte schlummert schon ihren Winterschlaf, außerdem soll die Nacht frostig werden – ideal, um die Isolationsleistungen der Testjacken zu vergleichen. Jetzt steht jedoch erst einmal ein anderer Prüfpunkt auf der Liste: das Jackenklima. Wie gut lässt das Material Körperdampf entweichen? Was bringen die Belüftungsöffnungen?

Rhythmisch keuchend schrauben sich die vier Männer und zwei Frauen mit konstantem Tempo den Nordhang zum Schrecksee empor. Noch ist es kalt: vier Grad zeigt das Thermometer. Alle 20 Minuten wird gestoppt, eine neue Shell aus dem Rucksack geklaubt und weitergestapft. Die Tester notieren zum Klimakomfort viel Positives in ihre Kladden: Selbst die warm gefütterten Modelle von Eider oder Trango lassen Wasserdampf gut entweichen, Ausreißer sind nur die Jacken von Fjällräven und Marmot. In ihnen wird es rasch stickig-heiß. »Zumindest bei anstrengenden Touren. Normale Wanderungen sind darin kein Problem«, relativiert outdoor-Testredakteur Frank Wacker das Ergebnis.

10.12.2010
Autor: Boris Gnielka
© outdoor
Ausgabe 12/2010