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Buchtipps: Die besten outdoor-Bücher

Buchtipps - zweimal Nanga Parbat : Messners „Rote Rakete“ und Kehrer/Nones „Teufelswand“

Der Nanga Parbat: Er beschäftigt wie kaum ein anderer Berg der Welt neben dem Everest seit vielen Jahren die Menschen, auch außerhalb des engeren Kreises der Alpinisten. Kein Wunder also, dass der Malik Verlag dieses Frühjahr zwei Nanga-Parbat-Bücher herausgebracht hat, die jedes auf seine Weise von diesem öffentlichen Interesse zeugen: Reinhold Messners "Rote Rakete am Nanga Parbat" und Simon Kehrers und Walter Nones „Teufelswand“.

„Die rote Rakete am Nanga Parbat“ – so hieß ein Buch, das Reinhold Messner ein Jahr nach der inzwischen fast schon leidig berühmten Durchsteigung der Rupalwand mit seinem Bruder Günther und dessen Tod 1971 veröffentlicht hatte. Freilich mit einem höchst unerwünschten Effekt: Der damalige Expeditionsleiter Herrligkofer ließ das Buch umgehend gerichtlich verbieten und vom Markt nehmen. Nur wenige Exemplar waren damals überhaupt verkauft worden gekommen – sie erzielen heute bei Sammlern drei- bis vierstellige Summen. Dieses Buch hat der Malik-Verlag 2010 neu aufgelegt, angereichert um eine Vielzahl von Nanga-Bildern und Zitaten Reinhold Messners und anderer Expeditionsteilnehmer.

Erfährt man nun etwas neues über die legendäre Nanga-Parbat-Überschreitung und Günther Messners tragischen Tod beim Abstieg? Nein, schließlich hat Messner in den letzten 40 Jahren seine Version immer wieder aufs Neue dargestellt. Und doch: Es hat für alpinliterarisch interessierte Leser doch einen eigentümlichen Reiz, dieses "verschollene" Buch zu lesen, eine Collage aus Erzählung, Filmdrehbuch, Zitaten und Bildern. Das Besondere: Man spürt den 1971er Texten deutlich die Nähe zum Geschehen an, Messners Ringen um Verständnis und Bewältigung des Erlebten. Insofern ist die rote Rakete ein eindrückliches Leseerlebnis ganz eigener Art.

OD Buchtipp Kehrer Nones Unterkirchner Teufelswand
Malik Verlag
Buchtipp Kehrer Nones Unterkirchner Teufelswand Nanga Parbat

Auch Simon Kehrers und Walter Nones „Teufelswand“, ebenfalls in diesem Frühjahr erschienen, merkt der Leser die zeitliche Nähe zum Erlebten an. 2008 waren Nones und Kehrer mit Karl Unterkircher am Nanga Parbat unterwegs – just an der Rakhiot-Wand, an der 1970 Günther Messner verschollen war und an der Karl Unterkircher in eine Gletscherspalte stürzte und starb. Unterkirchers Tod und die Rettung von Kehrer und Nones waren ein medial höchst präsentes Thema. Schließlich verfolgte die Öffentlichkeit während neun Tagen, wie sich Kehrer und Nones über den Nanga Parbat hoch- und über die Abstiegsroute hinabarbeiteten, da ein Rückzug nach dem Unglück nicht möglich war.

Die beiden Bergsteiger setzen mit diesem Buch ihrem Freund Karl Unterkircher ein anrührendes Denkmal. Sie erzählen nicht einfach nur, was am Berg geschah, sondern eindrücklich auch von ihrer je eigenen Freundschaft mit Unterkircher. Auch Unterkirchers Frau Silke kommt in einem ausführlichen Interview zu Wort.

Dabei wird einmal mehr deutlich, dass über Bergsteiger und ihre Grenzgänge nicht zu urteilen ist. Extrembergsteiger suchen nicht bewusst das Risiko sondern suchen es möglichst zu reduzieren. Wohl aber suchen Sie im Gang an die Grenzen des Möglichen eine Freiheit ganz besonderer Art. Eine Freiheit, von der die meisten Menschen nicht einmal zu träumen wagen.

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