Zehn goldene Hüttenregeln für Bergtouren

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Foto: berggeist007/pixelio.de Berghütte

Unter Dach und Fach: Platz reservieren

Nichts ist so schön wie eine Tour in den Bergen. Und nichts so blöd wie eine überbelegte Hütte: Am Abend stehen Sie auf der vollen Terrasse; der Hüttenwirt rotiert zwischen Küche und Bettenlager. Besser: vorher reservieren. Hüttensuche, Öffnungszeiten (meist nur bis Oktober offen!) und Kontakt über die Alpenvereine: www.alpenverein.de und .at, www.sac-cas.ch, www.cai.it.

Anti-Muffel: Bergschuhe ausziehen

Dreckklumpen weisen Ihnen den Weg ins Bettenlager? Für die Hänsel und Gretel unter den Wanderern praktisch, für alle anderen ein Ärgernis, inklusive des Wirtes. Bergstiefel gehören grundsätzlich nicht in den Schlafbereich, besser auch nicht in die Gaststube. Wer will, kann Hüttenschuhe in den Rucksack packen. Und Muffsocken bitte außerhalb des Schlafraums lüften!

Taschen- oder Stirnlampe mitbringen

Gerade haben Sie sich umgedreht, da rumpelt es gewittergleich neben Ihrem Kopf, und eine klappernde Kaskade von Trekkingstöcken poltert zu Boden. Aha, der Bettnachbar hatte Harndrang, zum gefühlten 1000. Mal. Und keine Lampe mit. Damit Sie sich nicht unbeliebt machen: unbedingt eine Lampe nachts in Griffnähe platzieren.

Geldbeutel bestücken. Nur Bares ist Wahres

Plastik regiert die Welt! Fast überall zahlt es sich problemlos mit Karte. Nur oft auf Berghütten nicht. Also vorher kalkulieren (ca. 20 Euro pro Übernachtung) und Geld für die ganze Wanderung einstecken.

Träum süß! Aber bitte im eigenen Schlafsack

Ja, es gibt Bettzeug auf den Hütten. Oft jedenfalls. Trotzdem sollte ein leichter Schlafsack (dünne Seide oder Fleece reichen im Sommer völlig aus) mit ins Gepäck. Gerade in der Saison kommen die Wirte sonst mit dem Waschen nicht nach. Die meisten Hütten verlangen ausdrücklich einen Schlafsack; vorher schlau machen.

Eigenes Essen lieber im Rucksack lassen

Schöne Käsestullen und Äpfel haben bei einer Rast jede Berechtigung der Welt – aber bitte nicht im Gastraum und auf der Terrasse der Hütte! Wer den Luxus der Sitzgelegenheiten genießen will, soll sich doch bitteschön die Höflichkeit antun, eine der Speisen auf der Karte zu verzehren.

Hunde erlaubt? Den Wirt vorher fragen!

Der tut nichts! Trotzdem ist selbst der brävste Hund als Übernachtungsgast meist nicht willkommen: Die Räume sind nicht dafür ausgelegt. Unbedingt vorher mit dem Wirt sprechen, denn hin und wieder darf der Hund nach Absprache mit.

Vorteilsnahme: DAV-Mitgliedschaft

Günstigere Nächte, Bergsteigeressen, Versicherungsschutz – die Mitgliedschaft in einem Alpenverein hat viele Vorteile. Mitglieder übernachten günstiger in über 2000 Hütten der Alpen. Außerdem können sie an Kursen teilnehmen, vereinsinterne Selbstversorgerhütten nutzen, Wanderkarten ermäßigt kaufen etc. Beitrag je nach Sektion: 45–90 Euro, www.alpenverein.de

Nachts ruhen! Festgelegter Zapfenstreich

Streng wie im Schullandheim sind die Schlafenszeiten geregelt. Anders geht es auch nicht, damit so wenig Störungen wie möglich auftreten. Zwischen 22 und 6 Uhr herrscht absolute Nachtruhe. Wer früher aufbrechen will, muss vorher packen und dann auf leisen Socken hinausschleichen.

Sicherneitsnetz: Hüttenbucheintrag

Schwungvoll haben Sie einen launigen Eintrag ins Hüttenbuch geschrieben und dabei auch nicht unerwähnt gelassen, dass Sie jetzt gleich zum Gipfel des Gruber-Doppelzitterklapfen aufbrechen wollen. Der heroisch formulierte Eintrag war eher humorig gemeint – aber als auf halbem Weg zur Spitze dunkle Wolken aufziehen und es im Nebental vernehmlich grummelt, gibt es Ihnen ein besseres Gefühl, dass die Bergrettung im Notfall Ihr angepeiltes Ziel kennt.
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