Sechs Tipps, wie Sie auf Tour Trinkwasser finden

Wasser ok, aber ist es trinkbar?

Foto: Boris Gnielka Trinkwasser auf Tour
Trekking macht durstig. Zum Glück findet man unterwegs meist genug Wasser zum Durstlöschen. Ob es trinkbar ist, erkennen Sie an diesen Faktoren ...

1. Ideal: Einsame Gebiete

Wo Menschen wohnen, fällt Schmutz an. Ziehen Sie nur solche Bäche zur Wasserentnahme in Betracht, die oberhalb jeder bewohnten Siedlung oder Hütte fließen. Auch Nutztiere verunreinigen Gewässer, vor allem, wenn sie in ganzen Herden auftreten. Auch hier gilt: Wasser nur oberhalb der Weiden entnehmen.

Die wichtigsten Tipps zum Wasser filtern auch hier als pdf zum Download:

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2. Je kälter, desto sauberer

In warmem Wasser leben in der Regel mehr Bakterien und Viren als in kaltem. Das Wasser von kalten Gebirgsbächen oberhalb jeder Siedlung ist – zumindest in Europa – bedenkenlos trinkbar.

3. Je schneller, desto besser

Auch die Fließgeschwindigkeit des Wassers ist ein gutes Indiz für seine Qualität: Je schneller es fließt, desto sauberer ist das Wasser in der Regel. Niemals aus stehenden Gewässern trinken!

Foto: © Martina Schreiter / Pixelio Frosch im Gebirgsbach

Das Wasser von Gebirgsbächen hat man meist nicht für sich allein.

4. Nicht im Trüben fischen

Trübes Wasser ist ein idealer Tummelplatz für Bakterien, Viren und andere krankmachende Erreger. Ausnahme: Gletscherbäche, die viele Sedimente mitreißen. Nur wer
einen empfindlichen Magen hat, sollte besser auf die »Gletschermilch« verzichten.

5. Sauer macht lustig

Saures Wasser deutet auf eine geringe Nitrit- und Nitratbelastung des Wassers hin – und auf einen geringen Anteil krank machender Erreger. Nadelbäume und eine unbewachsenes Bachbett – am besten aus Sand oder Kies – deuten auf saures Wasser hin. Wer sichergehen will, greift zu PH-Streifen: Ins Wasser getunkt, zeigen sie im Handumdrehen dessen PH-Wert an: Bei einem Wert von über 7 sollten Sie lieber verzichten oder das Wasser zusätzlich entkeimen. Liegt der Wert unter 6,5, stehen die Chancen auf sauberes Wasser sehr gut.

Kein Wasser vorhanden? Hier zeigt Ihnen outdoor, wie Sie in Trockenzonen Wasser finden

6. Der Schein kann trügen

Auch wenn alle Parameter – Lage, Temperatur, Fließgeschwindigkeit, Klarheit und Säuregrad – stimmen, kann das Wasser verunreinigt sein. In Nordamerika und einigen anderen Ländern gibt es den gefürchteten Guardia-Erreger, außerdem können Chemikalien das Wasser verseucht haben. Im Zweifel sollte man das Wasser filtern und entkeimen.

Profitipp

Eigenbau:

Sie brauchen dringend Trinkwasser, finden aber kein Gewässer, das nach zuverlässig sauberem Wasser aussieht? Im Notfall - bevor Sie verdursten - können Sie sich einen groben Partikelfilter selbst bauen: Mit einem Socken, in den Sie Sand, Kies oder zumindest eine Lage Zellulose (Papiertaschentuch, Toilettenpapier) hineingeben und das Wasser dort hindurchtropfen lassen. Das filtert zumindest die Schwebstoffe hinaus. Viel Glück!

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03.03.2009
Autor: Redaktion Outdoor
© outdoor
Ausgabe 02/2009